Jürgen Domian - Die Mutter vieler Kinder
Jurgen Domian | Domian Live Talkshow
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Jürgen Domian - Die Mutter vieler Kinder
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Geschichte 1: Die Mutter vieler Kinder
„Ich habe Zwillinge geboren … zweimal.“
Die Frau sagte es, als wäre es eine einfache Tatsache, doch dahinter verbarg sich ein ganzes Leben. Heute lebt sie in einer 60 Quadratmeter großen Wohnung, drei ihrer Kinder wohnen noch zu Hause.
„Damals habe ich mir nicht viel dabei gedacht“, sagte sie. „Es ist einfach passiert.“
Sie leugnet nicht, dass sie innerlich zerrissen ist: Sie liebt ihre Kinder, fühlt sich aber gleichzeitig überfordert. Lange Nächte, Abende, an denen sie sich fragt, ob sie überhaupt noch etwas für sich selbst tun kann.
„Haben Sie denn Zeit für sich?“
Sie lächelte schwach.
„Nicht wirklich.“
Sie dachte auch an den Vater ihrer Kinder – daran, wie sie mehr Zeit miteinander hätten verbringen sollen, oder vielleicht hätten sie die Beziehung früher beenden sollen.
„Zumindest … verstehe ich das jetzt“, sagte sie.
Keine tiefe Reue. Sondern eine späte Erkenntnis.
Geschichte 2: Diejenige, die nicht mehr kann
„Sie kann nicht mehr.“
Der Mann sprach von einer Frau in seinem Leben. Vielleicht seine Partnerin, vielleicht eine Verwandte. Klar war: Sie war am Ende ihrer Kräfte.
„Sie ist noch nicht bereit … aber so kann es auch nicht weitergehen.“
Er sprach von Konflikten, Versuchen und langen, fruchtlosen Gesprächen.
„Hast du schon mal ans Gehen gedacht?“
„…Ja. Aber es ist nicht einfach.“
Ihm wurde klar, dass Bleiben manchmal nichts mehr half … es verlängerte nur die Erschöpfung beider.
„Manchmal denke ich: Was könnte ich denn noch tun?“
Aber die Antwort blieb immer unklar.
Geschichte 3: Silvia, 51
„Hallo, Silvia.“
„…Ja.“
Die Stimme der Frau war leise und müde. Sie sprach von ihrer Mutter – die einst gesund gewesen war, doch dann zerbrach nach und nach alles.
„Damals war sie gesund“, sagte Silvia. „Dann hat sich alles so schnell verändert.“
Krankenhäuser, Pflege, schwierige Entscheidungen. Sie arbeitete auch mit älteren Menschen und verstand daher, was vor sich ging – aber das machte es nicht leichter.
„Kommen Sie denn überhaupt zum Ausruhen?“
Silvia schüttelte den Kopf.
„Nicht wirklich. Ich war schon lange nirgendwo mehr.“
Sie sprach über ihre Arbeit – hart, schlecht bezahlt, aber sie machte weiter, weil sie es als ihre Verantwortung empfand.
Und dann erwähnte sie einen Mann – im Sterben. Ein unklarer Zusammenhang, aber genug, um zu zeigen, dass sie zwischen so vielen Verlusten auf einmal hin- und hergerissen war.
„Ich möchte einfach nur, dass meine Tochter mich versteht“, sagte sie.
Nicht alles versteht.
Nur versteht sie … warum sie nicht anders hätte handeln können.