Was geschah in Rakka? Eva Maria Michelmann über Verschleppung und Haft in Syrien
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Am 18. Januar 2026 wurden die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann und ihr kurdischer Kollege Ahmet Polad in Rakka von Kräften der syrischen Übergangsregierung und islamistischen Milizen verschleppt. Beide hatten aus Nordostsyrien über die Offensive der Übergangsregierung berichtet, bei der Zivilisten in den umkämpften Gebieten in Gefahr waren. In einem Jugendzentrum, in dem Dutzende Menschen Schutz gesucht hatten, wurden sie nach stundenlangem Beschuss festgesetzt. Michelmann schildert im Gespräch mit junge Welt-Chefredakteur Nick Brauns, wie sie und Polad getrennt und in verschiedene Haftanstalten gebracht wurden. Sie selbst wurde über Aleppo, Idlib und Damaskus verlegt und mehr als drei Monate vollständig isoliert.
»Die Gefängnisse von Assad sind geöffnet worden, die Gefängnisse der HTS müssen auch geöffnet werden«, sagt sie. Bei Verhören seien Gefangene geschlagen, mit Elektroschocks gefoltert und an den Armen aufgehängt worden. Michelmann kam am 19. Juni nach 152 Tagen Haft frei.
Nach ihrer Einschätzung war der wachsende öffentliche Druck ein entscheidender Faktor für ihre Freilassung. Ihr Kollege Ahmet Polad, der als Journalist über die Aktivitäten islamistischer Milizen berichtet hatte, blieb zunächst in syrischer Haft und wurde später in die Türkei überstellt. Michelmann berichtet, Polad befinde sich inzwischen in äußerst schlechtem gesundheitlichem Zustand. Sie fordert seine sofortige Freilassung und medizinische Versorgung.
Foto: Ignacio Rosaslanda, jW
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