VOLKSAKTE - KEIN NETZ | Funklöcher & Digitalisierung | Fall 10 von 15
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VOLKSAKTE - KEIN NETZ | Funklöcher & Digitalisierung | Fall 10 von 15
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„Können Sie mich hören?!“ - Nein. FALL 10 verhandelt Funklöcher und die Digitalisierung in Deutschland.
⚖️ WORUM ES GEHT
Warum gibt es in Deutschland noch immer Funklöcher? Der Song nimmt „bis zu“-Verträge, schleppenden Glasfaserausbau und die Funkloch-App auseinander, die zum Melden ausgerechnet Empfang braucht. Dazu die Frequenz-Auktion des Jahres 2000, die dem Staat rund fünfzig Milliarden brachte - und dem Netz kaum etwas. ⚖️ „Nähe lädt nicht.“
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📝 LYRICS - FALL 10 - KEIN NETZ
Verhandlungstag zehn. Im Namen des Volkes.
Fall zehn: Kein Netz.
Beweisaufnahme - läuft. Falls das Netz hält.
Kein Netz! Kein Netz! - Der Balken stirbt, wenn du ihn brauchst,
„Können Sie mich hören?!" - Nein. Das Standbild sagt es dir auch.
Highspeed steht im Vertrag - „bis zu": das ehrlichste Wort im Gesetz,
Deutschland, digitales Neuland - und das Neuland hat: kein Netz!
Beweisstück P: ein Telefonat - der Selbstversuch, live und wahr,
der Zeuge wandert durchs Haus - am Küchenfenster: ein Balken. Klar.
Er hält das Handy an die Scheibe - der Arm gestreckt wie 'ne Antenne,
das Ritual kennt hier jeder - vom Dorf bis in die Penne.
Der Vertrag verspricht zweihundertfünfzig - „bis zu", kleingedruckt,
gemessen kommen zwölf Komma vier an - der Rest ist wohl verunglückt.
Die Videokonferenz beginnt - sein Bild friert ein beim ersten Satz,
„Ich glaub, du laggst" - der Klassiker - Homeoffice auf'm Abstellplatz.
Dann will er nur das Funkloch melden - ans Amt, ganz modern:
Es gibt sogar 'ne App dafür - die lädt im Funkloch nicht gern.
Und draußen auf dem Land, da wird's beim Notruf richtig bitter:
kein Balken heißt: kein Hilferuf - kein Fenster hilft, kein Zittern.
Ein Balken! Kein Balken! - Halt das Handy aus dem Fenster!
Ein Balken! Kein Balken! - Wir funken wie Gespenster!
Beweisstück Q: das Jahr zweitausend - die Lizenz-Auktion,
fünfzig Milliarden eingesackt - fürs Netz blieb kaum davon.
Der Staat kassierte für die Luft - die Firmen sparten beim Ausbau,
und zwanzig Jahre später stehst du hier - im weißen Fleck, im Blackout.
Glasfaser-Ranking der OECD: Deutschland - jahrelang am Ende,
in Estland wählst du online - hier suchst du Balken an den Wänden.
Man sagte: „5G muss nicht an jeder Milchkanne funken" -
heut hat die Milchkanne Empfang - und deine Straße ist versunken.
„Das Internet ist Neuland" - der Satz ist älter als manch Wähler,
seitdem ist viel passiert - nur nicht bei uns. Systemfehler.
Das Urteil, hohes Gericht, wollt ich euch mailen - doch vergesst es:
Der Anhang lädt noch. Seit zwei Stunden. Diagnose: kein Netz.
Die Oma - ihr kennt sie ja - wohnt jetzt am Ortsrand, weit und breit,
die Enkel gibt's nur noch per Video - wenn das Funkloch mal verzeiht.
Das Bild friert ein beim Winken - ihr Lachen hängt im Puffer fest,
Fortschritt heißt: Man sieht sich pixelig - Nähe lädt nicht. Kein Netz.
Kein Netz! Kein Netz! - Der Balken stirbt, wenn du ihn brauchst,
„Können Sie mich hören?!" - Nein. Das Standbild sagt es dir auch.
Highspeed steht im Vertrag - „bis zu": das ehrlichste Wort im Gesetz,
Deutschland, digitales Neuland - und das Neuland hat: kein Netz!
Beweisaufnahme geschlossen.
Als das Netz kurz zurück ist, klingelt das Handy.
Es ist das Pflegeheim. Es geht um seine Mutter.
Fall elf.
VOLKSAKTE legt Akte für Akte offen. „IM NAMEN DES VOLKES“ ist ein Deutschrap-Konzeptalbum in 15 Fällen. Jeder Song ist ein Verhandlungstag, jedes Thema ein Anklagepunkt - Inflation, Spritpreise, Jobcenter, Mieten, Steuern, Gesundheit, Deutsche Bahn, Bürokratie, Schulen, Digitalisierung, Pflege, Rente, Armut, Politik. Und am Ende das Urteil.
#Funkloch #Digitalisierung #Volksakte