Die Stadt der Millionäre, die alles verlor: Gera
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Um das Jahr 1900 gab es in Deutschland eine Stadt, in der gemessen an ihrer Größe mehr Millionäre lebten als fast überall sonst im Kaiserreich: Gera. Die Textilbarone der thüringischen Stadt kleideten mit ihren Stoffen die halbe Welt, und ihre Villen standen den Palästen von Paris in nichts nach — noch heute zeugen ganze Straßenzüge von diesem unfassbaren Reichtum. Doch das 20. Jahrhundert nahm dieser Stadt Stück für Stück alles: Die Fabrikanten wurden enteignet, die Industrie verstaatlicht, und was die DDR übrig ließ, überlebte die Wende nicht. Heute ist Gera das Gegenteil seiner Vergangenheit — eine der ärmsten Großstädte des Ostens, ein Ort, über dessen Frust ganz Deutschland diskutiert. Wie wird aus der Stadt der Millionäre eine Stadt, die um ihre Zukunft ringt? Dies ist die Geschichte von Gera — von Seide, Geld und einem Jahrhundert des Verlierens.