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Die sechste Ebene ©

Ranjan Flury

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Die sechste Ebene ©

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Ranjan Flury
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[Intro – Schweres Gitarrenriff, langsam aufsteigend. Darüber eine melancholische Leadmelodie. Kurze Stille, dann voller mechanischer Einsatz.] [Strophe 1 – Mann] Du hast erkannt. Du hast verändert. Hast gelernt, ganz du zu sein. Hast dich verbunden, dich hingegeben— doch noch kämpfst du manchmal GEGEN DAS, WAS IST. Warum war es so? Warum gerade ich? Warum ist dieser Mensch nicht anders für mich? Warum ist die Welt nicht so, wie sie soll? Du kämpfst mit der Wahrheit— OBWOHL SIE LÄNGST VOR DIR STEHT. [Frau] Soll ich denn alles einfach akzeptier'n? [Mann] Nein. Doch du musst nicht gegen die Wirklichkeit verlier'n. [Pre-Chorus – Beide] Annehmen heisst nicht: „Es war richtig so.“ Es heisst nur: ES IST GESCHEH'N. Und erst wenn du aufhörst, Vergangenes umzudreh'n, KANNST DU ENDLICH FRAGEN: WIE WILL ICH JETZT WEITERGEH'N? [Refrain – Beide, gross und melodisch] DIE SECHSTE EBENE— IST: ES IST, WIE ES IST. Nicht wie du es wolltest. Nicht wie du es vermisst. Nicht alles ist richtig. Nicht alles ist gut. Doch gegen das Geschehene VERBLUTET NUR DEIN MUT. DIE SECHSTE EBENE— IST ANNEHMEN UND SEH'N. Nicht liegen zu bleiben. NICHT ALLES ZU VERZEIH'N. Nur aufzuhören, von gestern zu verlangen, DASS ES HEUTE NOCH EINMAL ANDERS BEGINNT. [Gitarren-Leitmotiv – Die Anfangsmelodie kehrt schwer über dem Hauptriff zurück.] [Strophe 2 – Mann] Dieser Mensch ging. Dann ist er gegangen. Diese Liebe zerbrach. Dann ist sie vergangen. Du wurdest verletzt. Dann war dieser Schmerz wahr. Doch tausendmal fragen MACHT GESTERN NICHT NEU. Du kannst Grenzen ziehen. Kannst sagen: „Bis hier.“ Kannst jemanden lieben und trotzdem: „Nicht mit mir.“ Denn Annehmen bedeutet nicht bleiben zu müssen. Du kannst Wirklichkeit sehen— UND TROTZDEM ENTSCHEIDEN ZU GEH'N. [Frau] Und wenn ich noch wünsche, es wäre nie gescheh'n? [Mann] Dann darfst du das fühlen. DOCH MUSST DU NICHT DARIN STEH'N. [Pre-Chorus – Beide] Kein Schönreden. Kein heiliger Schein. Kein „Alles musste genau so sein“. Vielleicht hatte manches gar keinen höheren Sinn. DOCH ES IST JETZT TEIL DEINES WEGES— UND DU ENTSCHEIDEST, WER DU DARIN BIST. [Refrain – Beide] DIE SECHSTE EBENE— IST KEIN FRIEDEN UM JEDEN PREIS. Du darfst widersprechen. Du darfst sagen: ICH WEISS, DASS DAS NICHT MEIN WEG MEHR IST. Du darfst dich entfernen. Du darfst etwas beenden. Doch musst deine Kraft NICHT MEHR GEGEN GESTERN VERSCHWENDEN. DIE SECHSTE EBENE— IST DER BODEN DARUNTER. Was ist, darf erst sein— DANN WIRST DU WIEDER MUNTER. Nicht weil es dir gefällt. Nicht weil alles stimmt. Sondern weil erst Wahrheit DIR DIE MACHT ZUR ENTSCHEIDUNG GIBT. [Instrumental – Anfangsmotiv kehrt zurück. Die Leadgitarre entwickelt daraus ein grosses melancholisches Solo über einem schweren mechanischen Riff.] [Bridge – Wechselgesang] [Frau] Die erste Ebene? [Mann] Erkennen. [Frau] Die zweite? [Mann] Verändern. [Frau] Die dritte? [Mann] Sein. [Frau] Die vierte? [Mann] Verbinden. [Frau] Die fünfte? [Mann] Hingeben. [Frau] Die sechste? [Mann] Annehmen. [Frau] Auch das Böse? [Mann] Dass es geschehen ist. [Frau] Gutheissen? [Mann] Nein. [Frau] Vergessen? [Mann] Nein. [Frau] Verzeihen? [Mann] Nicht immer. [Frau] Was dann? [Mann] NICHT MEHR VON DER WIRKLICHKEIT VERLANGEN, DASS SIE NICHT WAHR SEIN DARF. [Gitarren-Leitmotiv – Anfangsmelodie kehrt alleine zurück. Dann massiver Bandeinsatz.] [Finaler Refrain – Beide, monumental] DIE SECHSTE EBENE— IST WAHRHEIT OHNE FLUCHT. Nicht alles bekommt eine Antwort, die du suchst. Manche Menschen verstehen niemals deinen Schmerz. Manche Türen bleiben zu. MANCHER ABSCHIED BLEIBT IM HERZ. Du kannst Jahre verschwenden mit „Warum?“ und „Warum ich?“ Oder irgendwann sagen: ES WAR. UND JETZT BIN DA NOCH ICH. Ich muss es nicht lieben. Ich muss es nicht ehren. Ich muss dem Geschehenen KEINEN SINN MEHR ERKLÄREN. Ich sehe, was ist. Ich sehe, was war. Und genau diese Annahme MACHT MEINEN NÄCHSTEN SCHRITT KLAR. [Outro – Das Anfangsmotiv kehrt ein letztes Mal zurück, langsamer und schwer.] [Frau] Was ist Frieden? [Mann] Nicht dass alles gut war. [Frau] Was ist Annahme? [Mann] Dass es wahr war. [Frau] Was ist Freiheit? [Mann] Dass gestern nicht mehr mein Heute regiert. [Frau] Und was tust du jetzt? [Mann] Ich sehe hin. Ich fühle es. Ich verleugne nichts. Doch ich kämpfe nicht länger GEGEN ETWAS, DAS BEREITS GESCHEHEN IST. ES WAR. ES IST. UND VON HIER GEHE ICH WEITER. [Das Anfangsmotiv erklingt ein letztes Mal. Tiefer, schwerer Schluss.]