Mehr Batterie macht nicht autark! Victron-Anlage im Test | Pössl Summit Shine 600R Plus
Elektrotechnik Philippskötter
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Mehr Batterie macht nicht autark! Victron-Anlage im Test | Pössl Summit Shine 600R Plus
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700 Amperestunden unter dem Beifahrersitz klingen beeindruckend – aber macht eine möglichst große Batterie ein Wohnmobil automatisch autark?
In diesem Pössl Summit Shine 600R Plus zeigen wir eine Victron-Anlage, bei der nicht die größtmögliche Batteriekapazität im Mittelpunkt steht. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Speicher, solarer Nachladung, Verbrauch, Leistung, Gewicht, Platzbedarf, Kosten, Schutz und Servicezugänglichkeit.
Verbaut wurden zweimal 100 Ah Victron-Lithiumbatterien. Auf dem Dach arbeiten vier Solarmodule mit jeweils 125 Wp – insgesamt also 500 Wp. Die Module wurden auf Schienen montiert und nicht direkt auf das Fahrzeugdach geklebt.
Unter dem Beifahrersitz befinden sich neben den beiden Batterien auch der Solarladeregler, das Victron smallBMS, zwei BatteryProtects sowie die notwendigen Sicherungen. Der MultiPlus Compact 1600 wurde unter der Sitzdinette untergebracht.
Warum haben wir uns bewusst für zweimal 100 Ah und nicht für einen einzelnen Speicher mit 600, 700 oder noch mehr Amperestunden entschieden?
Echte Autarkie bedeutet für uns: Was während der Nacht verbraucht wird, muss die Anlage am folgenden Tag möglichst wieder nachladen können – ohne Landstrom. Eine große Batterie verlängert zunächst nur die Zeit bis zur Entladung. Wenn Verbrauch und Nachladung dauerhaft nicht zusammenpassen, wird auch der größte Speicher irgendwann leer.
Bei diesem Pössl bilden 200 Ah Batteriekapazität, 500 Wp Solar und der 1600er MultiPlus eine ausgewogene Gesamtanlage. Gleichzeitig bleiben Gewicht, Kosten und Platzbedarf in einem vernünftigen Verhältnis. Gerade bei Kastenwagen und Wohnmobilen an der 3,5-Tonnen-Grenze ist zusätzliches Batteriegewicht ein entscheidender Faktor.
Die Aufteilung auf zwei Batterien bietet außerdem eine wichtige Reserve: Sollte eine Batterie ausfallen, kann sie aus dem Verbund genommen werden. Mit der zweiten 100-Ah-Batterie bleibt eine eingeschränkte Grundversorgung weiterhin möglich. Bei einem einzelnen großen Batterieblock gäbe es diese zweite, unabhängige Batterie nicht.
Eine weitere Besonderheit ist das kabelgebundene Victron-Batteriesystem. Die Zellüberwachungen beider Batterien befinden sich in einer gemeinsamen BMS-Kette. Das ausgelagerte smallBMS koordiniert über die BatteryProtects die Lade- und Verbraucherseite der gesamten Batterieanlage. Im Fehlerfall kann die betreffende Seite abgeschaltet werden.
Trotz des engen Einbauraums bleibt die gesamte Anlage servicefreundlich:
Batteriepole erreichbar, ohne den Beifahrersitz auszubauen
– vordere Sitzverkleidung werkzeuglos abnehmbar
– hintere Verkleidung mit einem Schlitzschraubendreher zu öffnen
– Zugriff auf Solarladeregler, BMS, BatteryProtects und Sicherungen
– MultiPlus Compact separat unter der Sitzdinette untergebracht
Wir zeigen im Video den vollständigen Aufbau und erklären, warum eine sinnvoll abgestimmte Anlage im praktischen Reisebetrieb häufig mehr bringt als die größtmögliche Batterie unter dem Sitz.
Große Batteriespeicher können durchaus sinnvoll sein – aber nur dann, wenn Verbrauch, Nachladung, Gewicht, Platz und Kosten ebenfalls dazu passen.
Wie würdet ihr euch entscheiden: möglichst viel Batteriekapazität oder eine kleinere, dafür ausgewogene und zugängliche Gesamtanlage? Schreibt es uns in die Kommentare.
#Pössl #VictronEnergy #WohnmobilElektrik