Marcel Proust — Der Mann, der die Zeit besiegen wollte | Biografische Dokumentation
Konrad Steinbach
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Marcel Proust — kein Name in der Weltliteratur des zwanzigsten Jahrhunderts hat einen vergleichbaren Rang. Der zarte, asthmatische Junge aus dem Pariser Bürgertum, der seine Tage in den Salons der Aristokratie verbrachte und seine Nächte in einem mit Kork verkleideten Schlafzimmer dem größten Roman der modernen französischen Literatur widmete, hinterließ ein Werk von siebentausend Seiten — Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Sieben Bände, mehr als dreitausend Personen, die ganze Welt einer untergehenden Epoche, festgehalten von einem schwerkranken Mann, der das Leben mit der Klarheit eines Sterbenden sah.
Diese ausführliche biografische Dokumentation folgt dem ungewöhnlichen Lebensweg Marcel Prousts von der Kindheit am Boulevard Malesherbes und in den stillen Gärten von Illiers bis zu den letzten Diktaten in der Rue Hamelin. Der Film beleuchtet die prägende Rolle seiner Mutter Jeanne Weil, den Einfluss seines Vaters, des angesehenen Mediziners Adrien Proust, die Schuljahre am Lycée Condorcet im Kreis von Daniel Halévy, Fernand Gregh und Jacques Bizet, sowie den Eintritt in die berühmtesten Salons von Paris — bei Madame Straus, der Comtesse Greffulhe und dem schillernden Comte Robert de Montesquiou.
Im Mittelpunkt steht die Verwandlung eines vermeintlichen Müßiggängers in den schärfsten Beobachter seiner Epoche. Die Affäre Dreyfus, die Frankreich entzweite und Proust zur ersten politischen Tat seines Lebens bewog. Die Begegnung mit John Ruskin und die gemeinsame Übersetzungsarbeit mit der Mutter. Der Tod der Eltern, der ihn an den Rand des Zusammenbruchs führte. Die berühmten Korkwände am Boulevard Haussmann. Die treue Céleste Albaret, die ihm acht Jahre lang diente. Die schmerzhafte Geschichte der Verlagsablehnungen, das berühmte Reuegeständnis André Gides, der Erste Weltkrieg und der Verlust geliebter Freunde, schließlich der Prix Goncourt von neunzehnhundertneunzehn und die späte, von Krankheit überschattete Anerkennung.
Auch die deutschsprachige Rezeption findet ihren Platz — die frühen Übersetzungen, die Bewunderung Rainer Maria Rilkes, der bedeutende Essay Walter Benjamins, die Wertschätzung Thomas Manns und die maßgebliche Übertragung durch Eva Rechel-Mertens.
Eine sorgfältig recherchierte Biografie für alle, die nicht nur den Namen Marcel Proust kennen wollen, sondern den Menschen hinter dem Werk verstehen möchten — seine Krankheit, seine Liebe, seine Trauer und jene unbeugsame Hingabe, mit der er die verlorene Zeit ein für alle Mal in Worte rettete.
Autor und Stimme des Kanals: Konrad Steinbach Reihe: Geschichten großer Schöpfer
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