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„In sechs Wochen gehört das Haus mir!" — Dann fand ich die Quittung von 2003 …

Sonia Calm Stories

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„In sechs Wochen gehört das Haus mir!" — Dann fand ich die Quittung von 2003 …

76 просмотров · 2 дня назад
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„Ihre Schulden sind mein Geschäft, Frau Sandmann. In sechs Wochen gehört das Haus mir." Der Mann auf meiner Türschwelle lächelte, als hätte er mir ein Kompliment gemacht. Er hieß Geier, und ich dachte bei seinem Namen sofort an den Vogel, was ihm vermutlich schon oft passiert war und ihn kein bisschen zu stören schien. Hinter ihm auf der Straße parkte ein dunkler Wagen, und in seiner Hand hielt er eine Mappe, die er mir entgegenstreckte wie eine Waffe. „Vierzigtausend Euro", sagte er. „Forderung aus dem Jahr 2003. Ihr verstorbener Mann, Gott hab ihn selig, hat sie nie beglichen. Ich habe sie gekauft. Mit Zinsen und Kosten sind wir bei —" er blätterte, als suchte er die Zahl, obwohl er sie auswendig wusste, „achtundfünfzigtausend." Achtundfünfzigtausend. Ich rechnete später am Küchentisch nach: Vierzigtausend plus achtzehntausend für Zinsen und Kosten, über dreiundzwanzig Jahre. Das waren rechnerisch keine Wucherzinsen, das musste ich zugeben. Aber es war Geld für eine Schuld, die nicht existierte, und das machte jede Rechnung zur Farce. Dann sah er an mir vorbei in mein Haus, drei Zimmer, Küche, Bad, der Garten mit dem Flieder, und sagte: „Dreihundertzehntausend ist es wert, mindestens. Da bleibt Ihnen nach Abzug meiner Forderung noch etwas übrig. Seien Sie vernünftig." Er ging, und ich stand in meiner offenen Tür und hielt die Mappe, und meine Hände zitterten so sehr, dass die Blätter raschelten. Drinnen setzte ich mich an den Küchentisch und rechnete, weil Rechnen das Einzige war, das mir in diesem Moment einfiel. Achtundfünfzigtausend Euro. Meine Rente beträgt eintausendvierhundert im Monat, und nach Miete — nein, das Haus gehört mir, nach allen Kosten bleiben mir etwa sechshundert zum Leben. Achtundfünfzigtausend durch sechshundert, das sind fast acht Jahre. Acht Jahre meines restlichen Lebens für eine Schuld, von der ich nicht einmal wusste, ob es sie gab. Ich legte den Stift weg und sah aus dem Fenster in den Garten, wo der Flieder blühte, den Otto gepflanzt hatte, und ich dachte: Wenn diese Forderung besteht, verliere ich mein Haus an einen Mann, der so heißt wie ein Aasfresser. Wenn sie nicht besteht, dann hat er nichts als eine teure Mappe. Ich muss herausfinden, was im Jahr 2003 wirklich geschah. Und ich muss es schnell herausfinden, denn sechs Wochen sind keine lange Zeit, wenn man achtundsiebzig ist und allein. #Familiengeschichten #FamilienDrama #RacheGeschichten