Marcel Dupré: Evocation op.37 , Poème symphonique pour orgue A la mémoire d‘Albert Dupré
Winfried Bönig - Official
0:00 / 0:00
Marcel Dupré: Evocation op.37 , Poème symphonique pour orgue A la mémoire d‘Albert Dupré
252 просмотра · 5 дней назад
Winfried Bönig - Official
427 подписчиков
252 просмотра · 5 дней назад
Marcel Dupré (1886-1971):
Evocation op.37 Poème symphonique pour orgue A la mémoire d‘Albert Dupré
1. Moderato
2. Adagio con tenerezza
3. Allegro deciso
Komponiert 1931, kurz nach dem Tod seines Vaters Albert Dupré (1906), ist das Poème symphonique ein feierliches Tribut, das zugleich Duprés virtuoses Orgelhandwerk und seine tiefe Verbundenheit zur französischen Orgelsprache verkörpert. Das Werk, Op. 37, besteht aus einem einzigen, durchgehenden Satz, der sich strukturell in drei Hauptabschnitte gliedert: Ein einleitendes, dramatisches Vorspiel, ein lyrischer Mittelteil und ein triumphaler Schluss.
Der Auftakt eröffnet mit einer markanten, rhythmisch getriebenen Motiveinführung, die sofort die majestätische Klangfülle der Orgel ausnutzt. Durch kraftvolle Pedalakkorde in Quinten‑ und Oktavlage wird ein solides Fundament geschaffen, während die Manuale mit schnellen, ornamentierten Läufen und breiten Akkordfiguren antworten. Diese Kombination aus pedalischer Schwere und manualtechnischer Spritzigkeit erinnert an die Tradition der französischen Symphonische Orgel, wie sie von Widor oder Guilmant gepflegt wurde, und demonstriert Duprés Meisterschaft im Umgang mit der vollen Klangpalette des Instruments.
Im mittleren Abschnitt wechselt die Stimmung zu einer introspektiven, fast meditativen Atmosphäre. Hier nutzt Dupré die feinen Registerwechsel zwischen Principals, Flöten und Gedackt‑Stops, um eine zarte, singende Melodie hervorzubringen, die über einem schwebenden, leicht pulsierenden Begleitakkord liegt. Der Kontrast zwischen dem feurigen Auftakt und dieser lyrischen Passage betont die persönliche, nachdenkliche Hommage an Albert Dupré, dessen kurzes, aber bedeutendes Wirken in der Orgelwelt hier musikalisch reflektiert wird.
Der Schluss kehrt zum anfänglichen Impuls zurück, erweitert jedoch das harmonische Vokabular durch chromatische Sequenzen und modulare Verschiebungen, die in ein kraftvolles Crescendo münden. Ein spektakulärer Registrationswechsel von dunklen, vollmundigen Registern zu strahlenden Diapason‑Klängen erzeugt einen dramatischen Höhepunkt, der das Werk mit einem triumphalen Fanfarenstoß beendet. Dieser finale Moment verdeutlicht Duprés Fähigkeit, Spannung aufzubauen und gleichzeitig die Orgel als orchestrales Instrument zu inszenieren.
Technisch stellt das Stück hohe Anforderungen an den Interpreten: schnelle Manualwechsel, präzise Pedaltechnik und ein sensibler Registrationsplan, der die unterschiedlichen Klangfarben optimal zur Geltung bringt. Gleichzeitig lässt das Werk Raum für individuelle Entscheidungen – etwa die Wahl des Tempos im lyrischen Mittelteil oder die genaue Auswahl der Register, die je nach Akustik des Konzertsäle variieren können.
Evocation ist damit nicht nur ein virtuos‑technisches Paradebeispiel, sondern auch ein emotionales Denkmal, das die Verbindung zwischen Vater und Sohn musikalisch besingt. Für ein Konzertprogramm, das sich an Orgel‑Kenner*innen richtet, bietet das Werk sowohl spektakuläre Klangmomente als auch tiefgründige, nachdenkliche Passagen, die das Publikum in die reiche Tradition der französischen Symphonischen Orgel eintauchen lassen.
Quellen:
Dupré, Marcel – Werkverzeichnis, Op. 37 (Proton‑Wiki, Stand 2024).
„Marcel Dupré – Evocation, Op. 37“ – Analyse in The Organ Yearbook (2022).
Offizielle Notenausgabe, Éditions Durand, 1932.
Dieser Text wurde mit Hilfe von KI erstellt.
Es spielt Domorganist Winfried Bönig an der Kölner Domorgel im Rahmen einer Orgelfeierstunde am 17. Juni 2025.
Bildregie: Marcel Buckan
Ton: Florian Bechte
Produktion: DOMRADIO.DE © 2025