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ZEITZEUGE: Kapitän Ehrhardt. Ein Portrait von Wolfgang Venohr (WDR-Doku 1971)

Germania: Deutsche Geschichte, Politik & Kultur

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ZEITZEUGE: Kapitän Ehrhardt. Ein Portrait von Wolfgang Venohr (WDR-Doku 1971)

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#weltkrieg #freikorps #revolution #sozialismus #widerstand #nation #antifa #kommunismus #inflation #spd #ludendorff #ebert #ruhrgebiet #afd Hermann "Kapitän" Ehrhardt in der Reihe "Gesellschaftliche Außenseiter". Dokumentarfilm von Wolfgang Venohr (WDR 1971) 1:59 "Dies ist das Refugium eines Mannes, der heute vergessen ist, den aber einst, vor 50 Jahren, jedes Kind in Deutschland kannte; der von den Freikorps-Soldaten in trotzigen Liedern besungen und bejubelt wurde, dessen Name die Herzen der rechten Bürger und Bauern höher schlagen und die der Linken, der Kommunisten und Sozialdemokraten in tiefem Schreck erzittern ließ" 7:28 Motivlage der Engländer in Unterstützung der "Schwarzen" während des Hereroaufstands in Deutsch-Südwestafrika. Ehrhardt: "Kolonialneid und Handelsneid - wie der Engländer immer war! Er wollte die Welt haben!" 8:35 "Für ihn, der sich auf kühnen Patrouillen auszeichnete und einmal schwer verletzt wurde, zählt nichts als persönlicher Mut und rücksichtslose Einsatzbereitschaft" 10:28 Skagerrak-Schlacht: "Beim berühmten Angriff der deutschen Torpedo-Boote auf die englischen Schlachtschiffe erwiesen sich zum ersten Mal seine kühle Umsicht und seine schnelle Entschlussfreudigkeit" 13:15 "Monarchist durch und durch brannte er vom ersten Augenblick darauf die revolutionären Ereignisse [von 1918/19] rückgängig zu machen. Seine konterrevolutionäre Bewährungsprobe bestand er in Wilhelmshaven" 14:56 "Es war die Zeit da sich im ganzen Reich sogenannte Freikorps aus ehemaligen Offizieren und Soldaten bildeten, die im Auftrag der sozialdemokratischen Regierung [unter Friedrich Ebert] kommunistische Umsturzversuche bekämpften und blutig niederschlugen" 15:30 Motive für den Kapp-Putsch. Ehrhardt: "Die Auflösung der Freikorps war kein Grund. Aber die Entmachtung schon. Also so ein schwaches Heer, das war schon ein Grund. Überhaupt die ganzen Zustände, die ewige Nachgeberei in dem geplanten Friedensvertrag, die wahnsinnigen [Reparations-]Zahlungen und hauptsächlich die immer größer werdende Masse der Kommunisten in Deutschland" 17:10 Venohr "Dieser Kapp-Putsch [...] müsste ja eigentlich "Ehrhardt-Putsch" heißen, denn wenn Sie nicht marschiert wären, wär gar keiner marschiert!" Ehrhardt: "Marschiert wäre keiner, es konnte keiner marschieren!" 17:34 "Von Döberitz aus rückte die Brigade [Ehrhardt] kampflos in Charlottenburg ein, marschierte mit klingendem Spiel durch das Brandenburger Tor und besetzte das Regierungsviertel. Von den 10 000 Mann Regierungstruppen, die in der Reichshauptstadt stationiert waren, schoss nicht einer auf die 3000 Leute die Ehrhardt zur Verfügung hatte. Die SPD-Regierung floh so kopf- und kampflos wie der Kaiser eineinhalb Jahre vorher geflohen war" 18:00 "Als die Reichskriegsflagge der Marine-Brigade über dem Berliner Schloss wehte war Ehrhardt ein berühmter bzw. berüchtigter Mann" 18:50 Venohr: "Glauben Sie, dass Sie den Generalstreik durchgestanden hätten?" Ehrhardt: "Meiner Meinung nach ja. Wie jeder Generalstreik durchgestanden wird. Wenn sie nichts mehr zu essen haben, dann gehen sie wieder an die Arbeit. Das war mein Standpunkt. Und ich habe Kapp und Ludendorff gesagt: Die Brigade verhungert auf keinem Fall - wir haben genug! Wir können durchhalten!"" 20:03 "Daran ist kein Zweifel. Der Kapitän hätte auch die Generäle, diese schlappen Kerle wie er sie nannte, kurzerhand erschießen lassen, wenn General Ludendorff und General Lüttwitz [oder Kapp] zugestimmt hätte" 20:33 Ehrhardt: "Der Kapp-Putsch hatte einen großen Erfolg gehabt. [...] Der Regierung hat es im Ansehen sehr geschadet und es kamen Neuwahlen als Folge davon, das war eine Bedingung. [...] es kam eine bürgerliche Regierung und damit war die kommunistische Gefahr gebannt" 22:18 Organisation Consul: "Diese illegale Bürgerkriegstruppe umfasste etwa 4000 Mann und stand drohend am Horizont der Weimarer Republik., jeder Zeit bereit zu neuem Kampf gegen die deutsche Linke" 22:40 Ehrhardt zur OC: "Es waren damals unsichere Zeiten. Man wusste noch nicht wo die Reise in Deutschland hingehen würde - innenpolitisch. Und da wollte ich [...] einen Verband haben, den ich in wenigen Stunden alarmieren konnte, bewaffnen konnte und wo ich wusste, auf den können wir uns 100-prozentig verlassen" 25:05 "Gegen Links - für Rechts hatte Kapitän Ehrhardt immer gekämpft. Und doch konnte er sich nicht mit Hitler verständigen, ungeachtet mancher offizieller Begegnungen. Nur widerwillig und gezwungen überführte er seine Brigade 1934 in die SS, vor deren Zugriff er nach der Röhm-Affäre ins Ausland fliegen musste" 25:35 Warum gegen Hitler? - Ehrhardt: "Eigentlich weil ich das Gefühl hatte, der Mann führt uns irgendwie in den Abgrund. Das Gefühl hatte ich" 28:32 "Nach dem 20. Juli 1944 wurde er von der Gestapo, nach dem Zusammenbruch von den Sowjets inhaftiert - er hat alles unbeeindruckt überstanden"