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1952 mussten die Deutschen 50 % ihres Vermögens abgeben — wer zahlte wirklich?

Moss Garner

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1952 mussten die Deutschen 50 % ihres Vermögens abgeben — wer zahlte wirklich?

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Moss Garner
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Im Herbst 1952 bekam jeder Deutsche, der etwas besaß, Post vom Finanzamt: 50 % seines Vermögens waren abzugeben. Haus, Grundstück, Betrieb, Aktien, Sparguthaben – bewertet zum Stand vom 21. Juni 1948, dem Tag nach der Währungsreform. Das Gesetz hieß Lastenausgleich, beschlossen unter Bundeskanzler Konrad Adenauer, und es war die größte Vermögensabgabe der deutschen Geschichte. Trotzdem steht es in kaum einem Schulbuch – und fast niemand weiß, warum die Hälfte am Ende nicht die Hälfte war. In diesem Video rechnen wir nach, wer den Lastenausgleich wirklich bezahlt hat. Die Geschichte beginnt 1948, mit einem Satz, der aus der Währungsreform gestrichen wurde. 1950 lebten acht Millionen Vertriebene aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland in Baracken und zur Untermiete – während die Hausbesitzer, neben denen sie in der Schlange gestanden hatten, ihre Häuser behalten hatten. Wir zeigen, wie eine neue Partei der Vertriebenen aus dem Stand fast ein Viertel der Stimmen holte und die Regierung Adenauer zum Handeln zwang. Wie der Bundestag drei Jahre lang stritt, ob der Ausgleich ersetzen sollte, was verloren war, oder geben, was gebraucht wurde. Wie aus 50 % des Vermögens eine Belastung von 1,7 % im Jahr wurde – in 120 Raten bis 1979, berechnet nach Einheitswerten von 1935. Wie Vertriebene ohne ein einziges Papier mit Zeugen aus ihrem Dorf beweisen mussten, was sie besessen hatten. Wer die rund 145 Milliarden Mark tatsächlich aufbrachte, die bis in die neunziger Jahre ausgezahlt wurden. Und warum die Vertriebenen in der DDR nach der Einheit für denselben Verlust 4.000 Mark bekamen. Jedes Mal, wenn in Deutschland über eine Vermögensabgabe gestritten wird, fällt das Jahr 1952 – als Vorbild oder als Warnung. Und wer wissen will, was die eigenen Großeltern 1945 zurücklassen mussten: Die Akten liegen bis heute im Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth. Quellen und weiterführende Literatur: Gesetz über den Lastenausgleich (Lastenausgleichsgesetz – LAG) vom 14. August 1952 Soforthilfegesetz (1949) Feststellungsgesetz (1952) Altsparergesetz (1953) Vertriebenenzuwendungsgesetz (1994) Gerhard Colm, Joseph M. Dodge, Raymond W. Goldsmith: A Plan for the Liquidation of War Finance and the Financial Rehabilitation of Germany (1946) Michael L. Hughes: Shouldering the Burdens of Defeat. West Germany and the Reconstruction of Social Justice (1999) Lutz Wiegand: Der Lastenausgleich in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis 1985 (1992) Andreas Kossert: Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945 (2008) Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Von 1945 bis zur Gegenwart (2011) Bundesarchiv, Lastenausgleichsarchiv Bayreuth Wer hat den Lastenausgleich aus Ihrer Sicht wirklich bezahlt – die Hausbesitzer, die Steuerzahler, die Sparer oder die Vertriebenen selbst? Und hat in Ihrer Familie jemand eine Rate gezahlt oder einen Bescheid bekommen? Schreiben Sie es uns in die Kommentare. #Lastenausgleich #Geschichte #Deutschland #Vertriebene #Wirtschaftsgeschichte #Vermögensabgabe #Nachkriegszeit #Adenauer #Wirtschaftswunder #Währungsreform #Bundesrepublik #Vermögen #Steuern #Flüchtlinge #Ostpreußen #Schlesien #Geld #Finanzgeschichte #DMark #Familiengeschichte