HM II, 97 VDHM "Marsch der freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen (1813)"
duxdemontis98
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HM II, 97 (auch AM II, 239) Marsch der freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen (1813).
Gezeigte Flagge: Flagge des Reichswehrministers 1921-1933
Zum ausklingenden 18.Jahrhundert war es bei den Hautboisten und Tambouren der Regimentern Usus, die Stücke des alltäglichen soldatische Gebrauchs wie die des Zeremoniells auswendig zu beherrschen.Selten gab es darum Noten, und wenn - dann natürlich nur handschriftliche. Als im Zuge der Katastrophe von Jena und Auerstedt 1806 fast alle Preußischen Regimenter untergingen, landeten auch so ziemlich alle bis dahin geblasenen Regimentsmärsche in der Versenkung.
1808/13 mit Gründung der "Neupreußischen Armee" musste man infolgedessen, was die Militärmusik anlangte, bei anderen Nationen flugs Anleihen machen. Besonders eignete sich die verwandte Marschliteratur des österreichen Brudervolks, naheliegender aber war die Übernahme von wesentlichen Teilen gleich einer vorhandenen Armeemarschsammlung. Anton Dörfeldt hatte inzwischen in der Hauptstadt aller Reussen, in St. Petersburg, seine russische Marschsammlung abgerundet und vervollständigt. Überaus viele Märsche aus ihr wurden somit zum Grundstock der preußischen Armeemarschsammlung (von 1817).
Eine besonders fotte Weise dieser "russischen" Stücke fand ohne Umschweife Eingang bei vielen der sich hundertfach formierenden freiwilligen Jäger-Einheiten. Wir kennen diesen Russischen Alten-Jägermarsch fortan als den Marsch der freiwilligen Jäger aus den Befreiungskriegen. Auch bei anderen Nationen hielt er Einzug, die Schweiz kennt ihn, oder Österreich und sogar auf der Insel ist er Regimentsmarsch.
Seltsamerweise gab es nach 1815 nur zwei Einheiten, die diesen Marsch als offiziellen Parademarsch (für Jägermusik) führten. Es waren dies: das Jägerbataillon 2; die Fürst-Bismarck-Jäger, die bis 1882 in Greifswald, danach bis 1918/19 in Kulm in West-
preußen standen. Und das 1. Schlesische Jäger-Btl. Nr. 5 aus Hirschberg i. Schlesien. Die meisten der anderen Jäger-Bataillone entschieden sich lieber für "Der Jäger aus Kurpfalz", unseren späteren AM II, 243.
Beim 100.000-Mann-Heer ab 1921 war die Zahl der Jäger-Bataillone drastisch gesenkt worden. Zudem hatte diese Truppengattung die Eigenständigkeit verloren, indem man Jägerbataillone nur noch als Bataillone innerhalb der 21 Infanterie Regimenter führte.
Das II. Batl. des 4. (Preuß.) Infanterie-Regiments war ein solches integriertes Jägerbataillon; zumal mit Kolberg/Pommern an ruhmreichen Standort. Auch dieses Bataillon blies als Parademarsch den Marsch der freiwilligen Jäger von 1813, so dass dieses traditionelle Stück selbstverständlich in der Sammlung Heeresmärsche von 1925/29 und dem anschließenden Verzeichniss Deutsche Heeresmärsche aus dem Jahr 1933 nicht fehlen durfte. 1962 nahm Musikinspizient der Bundeswehr W. Stephan ihn als AM II, 142 in die Stimmbücher der Bundeswehr.
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