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Wenn ein langes Leben endet / Morgenimpuls mit Schwester Katharina

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Wenn ein langes Leben endet / Morgenimpuls mit Schwester Katharina

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Heute wird eine unserer Mitschwestern beerdigt. Die dritte in diesem Jahr. Sie war im 100. Lebensjahr und wirklich eine sehr starke und besondere Frau.  Und bei den Überlegungen, was wir in den Totenbrief schreiben könnten, war die Auswahl zunächst schwierig. Sie hat im Laufe ihres langen Ordenslebens in so vielen sozialen und karitativen Einrichtungen gearbeitet, sich mit Fortbildungen immer gut qualifiziert und mit hohem Engagement eingesetzt. Das ist immer die eine Seite des Ordenslebens.  Die nächste Seite ist das geistliche Leben in Gebet und Bibellektüre, Exerzitien und auch hier Fortbildungen, das ganze Leben lang.  Und die dritte Seite das Leben in der Gemeinschaft, im Kloster, in der Provinzgemeinschaft mit den jeweiligen Schwestern. Und in unseren Überlegungen sind uns ein paar Dinge besonders ins Auge gefallen.  Sie war eine herzliche und immer sehr authentische Schwester. Ihr Augenmerk lag auf den Anliegen und Sorgen der einzelnen Schwestern. Wobei sie besonders die im Blick hatte, die sonst nicht so gesehen wurden. Oft werden ja auch in den Familien erst die beachtet, die hervorragende Dinge leisten oder auch die, die immer Probleme und Sorgen machen. Und da fallen die stilleren, ruhigeren und zurückgezogenen oft durchs Aufmerksamkeitsraster. Bei ihr nicht.  Sie hat immer versucht und meist geschafft, Brücken zu bauen zu den Einzelnen. Und sie war eine biblisch fundiert gläubige und zutiefst fromme Frau, die ihr Interesse an Kirche und Ordensgemeinschaft immer gepflegt hat. Vielen Schwestern ist ihre Begeisterung für die Gestaltung von Festen und Feiern in bester Erinnerung sowie die Liebe zum Detail und zu einer schönen ästhetischen Gestaltung von Räumen und festlichen Tafeln.  Das hat mir echt gefallen. Jemand die immer in verantwortlichen Positionen gestanden hat und viele lange und anstrengende Zeiten kannte, und den Schwestern fallen da eher hunderte Geschichten ein, wie sie andere beschenkte, mit herzlichen Kleinigkeiten Freude gemacht hat und eine Begeisterung dafür hatte, Feste und Feiern im Kloster schön zu gestalten und heitere Ästhetik zu vermitteln.  Und dann waren noch die letzten, etwas mühsamen Monate, in denen sie an den Gebrechen ihres hohen Alters gelitten hat und aber ganz klar gesagt hat: Ich nehme das in Ruhe an, aber ich bin auch bereit zum Sterben und freue mich auf die Begegnung mit meinem Herrn Jesus Christus. Eine solche Frau ist ein starkes Vorbild fürs Leben und für den Umgang mit dem herannahenden Tod. Und da stellt sich für mich und auch für Dich vielleicht die Frage: was möchte ich, das man später mal über mich sagt oder schreibt?