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Butzbach (FB) - Wendelinskapelle - Soli & Plenum

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Butzbach (FB) - Wendelinskapelle - Soli & Plenum

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Einzelläuten und Plenum der Glocken der Wendelinskapelle in Butzbach im Wetteraukreis. Disposition: 1 a²-1, 110 kg, 520 mm, 1504 Ludwig Kalwert, Butzbach 2 as²-3, 78 kg, 500 mm, 1581 Peter Wagner, Augsburg 3 d³+6, 30 kg, 360 mm, 1478 unbez. Uhrglocke a²-4, 110 kg, 520 mm, 1481 Ludwig Kalwert, Butzbach Inschriften: Glocke 1: „anno * dni * mv iiii * loidewig * kalwort * gos * mich *“ Glocke 2: „MDL XXXI GUS MICH PETER WAGNER IEN AVGSPVRK GOT DIE ER“ Glocke 3: „ave maria anno domino MCCCCLXXVIII“ Uhrglocke: „anno dni mccccl° xxxi° hut mich gegossen Lodiuig kalvi“ Laut Aufzeichnungen gab es 1780 zwei Glocken (ca. 100 und 150 kg), von denen die größere 1818 gesprungen war. Die Gemeinde ersteigerte zwei der drei Glocken aus dem Treppenturm des Falkensteiner Schlosses, das in eine Kaserne umgebaut wurde. 1844 wurde die „horeglocke“ (Uhrglocke) aus dem Weiseler Tor übernommen. Ablauf: 00:00 Intro mit Fotos und Außenaufnahme 01:02 Uhrglocke 01:38 Glocke 3 02:48 Glocke 2 03:58 Glocke 1 05:08 Plenum Ein ganz, ganz herzliches Dankeschön für die Gestattung und Ermöglichung der Aufnahme samt Sondergeläut geht an die Stadtverwaltung und den Hausmeister! Zwei der Bilder im Intro stammen von Benutzer Cherubino auf Wikipedia, veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0 und mit freundlicher Genehmigung. Zum Gebäude: Die Wendelinskapelle ist die ehemalige Hospitalkapelle der Stadt Butzbach und gilt als eine der ältesten Fachwerkkirchen Deutschlands, womöglich Hessens älteste. Die Saalkirche weicht um 24° von der West-Ost-Richtung ab. Unter drei Lagen Fußböden entdeckte man Basaltfundamente eines Vorgängerbaus des 13. Jahrhunderts, darunter Spuren eines noch älteren Baus. Eine spätkarolingische Scherbe und menschliche Wirbelknochen deuten auf ein Sakralgebäude des 10. Jahrhunderts hin, das an der alten Römerstraße von Friedberg durch das Lagerdorf des Kastells Hunneburg zum Kleinkastell Degerfeld stand. Eine Stiftungsurkunde von 1375 belegt die Trennung von der Markuskirche durch Philipp VII. von Falkenstein samt eigener Pfarrstelle. Über Kuno II. von Falkenstein, Onkel des Butzbacher Stadtherrs Philipp VII., entstand vermutlich die Widmung des Vorgängerbaus zum heiligen Wendelin, Patrons der Hirten und Bauern, der Alten und Kranken. Um 1440 wurde die Kapelle nach Osten zur heutigen Gestalt erweitert, einige Holzbalken konnten auf das Jahr 1438 datiert werden. Der westliche Teil wurde 1508 ersetzt, wie eine Inschrift am Stützpfosten zeigt. Um 1520 entstand der Flügelaltar in einer oberrheinischen Werkstatt. Auch nach der Reformation 1536 blieb die Pfarrei erhalten, die angegliederten Gebäude dienten über lange Zeit der Pflege von Kranken und Armen und beherbergten Fremde. 1682 wurden mehrere Emporen eingebaut. Im 18. Jahrhundert wurden die Kanzel erbaut und der nördliche Anbau errichtet, der später bis 1974 eine evangelische Schwesternstation beherbergte. Die meisten Gebäude des hofartig angelegten Komplexes wurden 1832 wegen Baufälligkeit abgerissen. 1864 ersetzte Johann Georg Förster eine kleinere Orgel durch ein Werk mit acht Registern und Pedal, kleinere Innenrenovierungen folgten in den Folgejahrzehnten. Im Ersten Weltkrieg diente der Nordanbau als Lazarett. Im Zweiten Weltkrieg nahm die Kapelle Schäden durch die Bombardierung am 9. März 1945. Auch die zwecks Holzwurm-Sanierung im Landesmuseum Darmstadt eingelagerten Flügel des Altars sowie die noch älteren Heiligenfiguren wurden 1944 in der dortigen Bombardierung vernichtet, nur der nach Ernsthofen ausgelagerte Schrein blieb im Original erhalten (die Flügel wurden in den 1970ern anhand von Fotos rekonstruiert). Die Sanierung erfolgte bis 1949, drei Jahre später wurde die Kapelle an die Stadt verkauft; ein 1986 unterzeichneten Nutzungsvertrag garantiert der Kirchengemeinde die Nutzung als Winterkirche, für besondere Gottesdienste und kulturelle Zwecke. In dieser Zeit fanden auch umfassende rekonstruktivistische Restaurierungen statt, die den Magistrat 1,5 Mio. DM kosteten. Dabei wurde die Erweiterung der Nordempore von 1895 entfernt und ein neuer Zugang zum Nordanbau geschaffen.