Перейти к содержимому

Jakobsweg, Rosenstadt Putbus, ehemaliges Schloss, der Rasende Roland, traumhafte Strände.

Wege mit Geschichte für Körper, Kopf & Seele

0:00 / 0:00

Jakobsweg, Rosenstadt Putbus, ehemaliges Schloss, der Rasende Roland, traumhafte Strände.

129 просмотров · 2 мес. назад
Wege mit Geschichte für Körper, Kopf & Seele
883 подписчика
129 просмотров · 2 мес. назад
Gepilgert am 06.08.2024 Gemeinsam mit Ruth startete ich zu einer besonderen Pilgerwanderung auf der Ostseeinsel Rügen. Ausgangspunkt war Bergen auf Rügen, die geschichtsträchtige Stadt im Herzen der Insel. Bergen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Besonders sehenswert ist die St. Marien Kirche, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Sie gehört zu den ältesten Backsteinbauten Norddeutschlands. Auch im historischen Stadtkern mit seinen alten Häusern und kleinen Strassen lässt sich einiges aus vergangenen Zeiten entdecken. Für uns war Bergen der Ausgangspunkt unserer Wanderung auf dem Jakobsweg. Schon bald liessen wir die Stadt hinter uns und machten uns auf den Weg hinaus in die Landschaft Rügens. Der Beginn verlangte etwas Geduld. Über längere Zeit führte der Pilgerweg über grosse Betonplatten. Ein solcher Untergrund mag praktisch sein, zum Pilgern ist er aber nicht besonders angenehm. Dafür konnten wir die weite Landschaft geniessen. Rechts und links erstreckten sich grosse Getreidefelder. Wir kamen an einem Bauernhof vorbei und näherten uns schliesslich einem ausgedehnten Wald. Kurz vor dem Wald entdeckten wir ein kleines Rasthäuschen und legten eine Pause ein. Danach machten wir uns wieder auf den Weg. Doch schon kurze Zeit später bemerkte ich, dass etwas fehlte. Meine Brille! Ich hatte sie tatsächlich im Rasthäuschen liegen gelassen. Also musste ich umdrehen, während Ruth bereits weiterpilgerte. So bekam ich auf dem Jakobsweg unverhofft einige zusätzliche Meter geschenkt. Pilgern soll ja bekanntlich entschleunigen. Wegen meiner vergessenen Brille musste ich für einmal allerdings das Gegenteil tun. Zum Glück lag sie noch dort. Mit meiner Brille machte ich mich erneut auf den Weg und konnte Ruth etwas weiter vorne wieder einholen. Gemeinsam ging es durch den langen Wald, bis wir Putbus erreichten. Das kleine Städtchen wird auch Rosen und die Weisse Stadt genannt. Viele klassizistische Gebäude leuchten in strahlendem Weiss. Besonders schön fanden wir die vielen Rosen vor den weissen Häusern. Nicht umsonst wird Putbus auch Rosenstadt genannt. Putbus ist die jüngste Stadt Rügens und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus als Residenzstadt ausgebaut. Bekannt ist auch der Circus, ein kreisrunder Platz mit weissen klassizistischen Gebäuden. Wir durchquerten das Städtchen und erreichten den wunderschönen Schlosspark, der Ruth und mir sehr gut gefiel. Grosse alte Bäume, weite Wiesen und viel Ruhe prägen die Anlage. Nur eines fehlt heute: das Schloss. Das Schloss Putbus war einst Sitz der Fürsten zu Putbus. Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel es zunehmend. Im Jahr 1962 wurde es gesprengt und bis 1964 vollständig abgetragen. Heute braucht es etwas Vorstellungskraft, um sich auszumalen, wie die Anlage mit ihrem Schloss einmal ausgesehen hat. Danach führte uns der Weg zum Bahnhof von Putbus. Dort wartete bereits der Rasende Roland auf uns. Die historische Schmalspurbahn mit ihren dampfbetriebenen Zügen gehört zu den bekanntesten Attraktionen Rügens. Das Stampfen und Zischen der Dampflok lässt einen für einen Moment in eine andere Zeit eintauchen. Nun durften unsere Wanderschuhe eine Pause machen. Mit dem Rasenden Roland fuhren wir nach Binz, einem der bekanntesten Ostseebäder Rügens. Der breite Sandstrand, die Promenade, die weissen Häuser der Bäderarchitektur und die Seebrücke verleihen Binz seinen besonderen Charakter. Nach einem kurzen Aufenthalt wechselten wir vom Land aufs Wasser. Mit dem Schiff fuhren Ruth und ich über die Ostsee nach Sassnitz. Wind, Wasser und der Blick auf die Küste bildeten einen wunderschönen Abschluss unseres Tages. In Sassnitz verbrachten wir unsere letzte Nacht auf Rügen. Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen und wir reisten zurück in die Schweiz. Wenn ich auf diesen Pilgerweg zurückblicke, sind es die vielen unterschiedlichen Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben. Bergen mit seiner Geschichte, der mühsame Betonweg, die weiten Getreidefelder, meine Extrarunde wegen der vergessenen Brille, der lange Wald, die Rosen und weissen Häuser von Putbus, der Schlosspark, die Fahrt mit dem Rasenden Roland, Binz und schliesslich die Schifffahrt nach Sassnitz. Vielleicht ist genau das Pilgern. Nicht jeder Weg ist angenehm und nicht alles läuft nach Plan. Manchmal muss man sogar zurückgehen, weil die Brille irgendwo liegen geblieben ist. Doch gerade diese kleinen Geschichten und unerwarteten Momente machen einen Pilgerweg besonders und unvergesslich. Für Ruth und mich bleibt die Erinnerung an einen wunderschönen gemeinsamen Pilgertag auf Rügen. Länge der Pilgerreise ca.: 13,4 km Bergauf ca.: 180 m Bergab ca.: 120 m MUSIC CREATED WITH SUNO