Geras (A-HO) Glocken der Stiftsbasilika Mariä Geburt
Josefglocke
0:00 / 0:00
Geras (A-HO) Glocken der Stiftsbasilika Mariä Geburt
255 просмотров · 14 ч назад
Josefglocke
647 подписчиков
255 просмотров · 14 ч назад
Es läuten die Glocken der Stiftskirche Basilica minor Mariä Geburt in Geras im niederösterreichischen Waldviertel.
Aus Platzgründen verweise ich für Informationen zum Stift und zur Kirche auf die Website des Stifts und Wikipedia.
Den Abschluss einer Generalsanierung des gesamten Prämonstratenserstifts bildete 1994 die Weihe der vier neuen Glocken, die drei Pfundnerglocken von 1949 ersetzen. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde 1665-67 der heutige Turm errichtet und unter Abt Johann Westhaus mit der heutigen Glocke 2 ausgestattet. Sie wurde, wohl aus Kostengründen, in sehr leichter Rippe vom lothringischen Wandergießer Stephan Mollot gegossen und blieb bis 1776 die einzige Glocke des Stifts. Im eben genannten Jahr wurden vier Glocken durch Johann Georg Scheichel in Znaim (heute Znojmo, CZ) gegossen und mit der bestehenden sog. Todesangstglocke zu einem fünfstimmigen Geläute mit den (vermutlichen) Tönen c' es' (+) g' c" es" gegossen, wovon Glocke 4 1854 durch Josef Hilzer aus Iglau - wohl zu einer wesentlich schwereren Glocke - umgegossen wurde. Ebenso waren bis zum Ersten Weltkrieg zwei kleine Glocken - eine mit 60 kg von Ignaz Begl in Znaim 1757 gegossen, die andere mit 44 kg 1760 von Martin Feltl, Graz - vorhanden. Der Krieg beließ nur die ehemaligen Glocken 2 und 3 (es' (+) g'), die 1925 von Pfundner um zwei Glocken (c" e") ergänzt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurden die drei kleineren Glocken abgenommen; die Todesangstglocke blieb wiederum allein im Turm zurück. 1949/50 konnten wieder neue Glocken gegossen werden, ebenso von Pfundner, jedoch in einem wahrscheinlich recht stark verstimmten und nicht sonderlich klangschönen Dur-Quartsextakkord basierend auf der historischen Glocke. Die drei kleineren Glocken wurden zudem in zinnarmer Sonderbronze gegossen und überzeugten - im Gegensatz zur erstklassigen Glocke 2 - klanglich nicht. Im Zuge der Generalsanierung des Stifts wurde die Neuanschaffung des Geläuts ins Auge gefasst. Die beiden ehemaligen großen Glocken sollten in das neue Geläute miteinbezogen werden, geplant waren wohl des' es' f' as' b' des". Die Austria Collegialität-Versicherung (heute bekannt als UNIQA) finanzierte die drei großen Glocken, die Frauen der Pfarre Geras die kleinste.
Das neue Geläute darf sich zweifelsohne zu den schönsten Geläuten Niederösterreichs zählen und ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass (zumindest bei den Glocken 1 und 3) die Armaturen von außen klanglich nicht unbedingt erkennbar sind. Die historische Todesangstglocke verhält sich trotz ihrer leichten Rippe nicht allzu sehr im Hintergrund und verleiht dem Geläute eine charaktervolle Note, jedoch vermögen es die anderen Glocken ihre klanglichen Schwächen gekonnt zu kaschieren.
Glocke 1
Name: Hl. Augustinus
Schlagton: cis'-4
Gewicht: 1998 kg
Durchmesser: 146 cm
Inschrift:
am Hals: REGULAM PATRIS AUGUSTINI SEQUAMUR GRATI: IOACHIM ABBAS CONVENTUSQUE GERUSENUS.
ü. d. Schlagring: GESTIFTET VON DER AUSTRIA-COLLEGIALITÄT.
Abbildungen: Hl. Augustinus und Gießerwappen.
Glocke 2
Name: Todesangst- oder Westhausglocke, Hl. Maria
Schlagton: e'-6
Gewicht: ca. 800 kg
Durchmesser: 114.5 cm
Inschrift:
AD LAVDEM DEI OMNIPOTENTIS B. M. V. TVTELARIS PATRONAE ECCLES. GERVSENSIS FUSA SVM A. D. M. D. C. LXVIII. * I - H - S * JOANNES WESTHAUS ABBAS. - STEPHANVS MOLLOT ME FECIT
Abbildungen: Hl. Maria, Kreuz.
Glocke 3
Name: Hl. Norbertus
Schlagton: fis'-4
Gewicht: 854 kg
Durchmesser: 116 cm
Inschrift:
am Hals: SANCTE PATER NORBERTE ORA PRO FILIIS GERASENSIBUS.
ü. d. Schlagring: GESTIFTET VON DER AUSTRIA-COLLEGIALITÄT.
Abbildungen: Hl. Norbert und Gießerwappen.
Glocke 4
Name: Hll. Petrus und Paulus
Schlagton: gis'-4
Gewicht: 603 kg
Durchmesser: 99.2 cm
Inschrift:
am Hals: ST. PETRE ET PAULE ORATE PRO NOBIS + CANONIA GERUSENA 1949 +
Abbildungen: Hll. Petrus & Paulus, Stiftswappen und Gießersiegel.
Glocke 5
Name: Hl. Josef
Schlagton: h'-4
Gewicht: 333 kg
Durchmesser: 86 cm
Inschrift:
am Hals: S. IOSEPHUS LABORES ACCOOPERATORES NOSTROS PROTEGAT.
ü. d. Schlagring: GESTIFTET VON DER AUSTRIA-COLLEGIALITÄT.
Abbildungen: Hl. Josef und Gießerwappen.
Glocke 6
Name: Hl. Monika
Schlagton: cis"-4
Gewicht: 242 kg
Durchmesser: 71 cm
Inschrift:
am Hals: SANCTA MATER MONICA ORA PRO MULIERIBUS BARUMQUE FAMILIIS.
Abbildungen: Frau vor Christus kniend und Gießerwappen.
Gießer & Gussjahr:
1/3/5/6 - Glockengießerei Grassmayr, Innsbruck 1994
2 - Stephan Mollot, Geras 1668
4 - Josef Pfundner, Wien 1949
Ich bedanke mich herzlichst beim Konvent des Stiftes Geras für die Gastfreundschaft und die Ermöglichung der Aufnahme, bei @wimsbacha für die Organisation sowie bei @kirchenglockentv fürs Dabeisein!
Abschnitte:
0:00 Intro mit sim. Teilmotiven
2:48 Glocke 6
3:47 Glocke 5
5:08 Glocke 4
6:37 Glocke 3
8:18 Glocke 2
9:49 Glocke 1
11:30 Plenum
________________________
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_G...
Dr. Wernisch, Jörg: Glockenkunde von Österreich und Glockenverzeichnis von Österreich