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260927 26. Sonntag LJ A, Lesejahr A

Matthias Schmitz

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260927 26. Sonntag LJ A, Lesejahr A

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Matthias Schmitz
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Herzlich willkommen zu den Lesungen am Sonntag. Wir schreiben den 26. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A. Erste Lesung Es geht los mit einem Text aus dem Buch des Propheten Ezechiel. Der Name bedeutet: “Gott stärkt”. Die letzte Silbe von Ezechi-El, El, bedeutet Gott. In manchen evangelischen Bibelübersetzungen wird der Name als “Hesekiel” angegeben. Der Unterschied kommt dadurch zustande, dass man die Buchstaben des hebräischen Alphabets nicht so eindeutig in unsere Schreibweise übertragen kann. Das braucht uns aber nicht weiter zu belasten. Ezechiel lebte während der großen Zeitenwende im Alten Testament, während des Exils von Babylonien. Er gehörte zur ersten Gruppe, die aus Jerusalem verschleppt wurde. Seine gesamte Tätigkeit fand deshalb auch im Exil statt, wo er auch starb. Thema der Lesung ist die Frage: Wenn ich bislang mein Leben schlecht gelebt habe, wenn ich bislang anderen Menschen viel zu leiden gab, und ich mein Leben jetzt ändere, kann ich dann darauf hoffen, dass ich bei Gott eine neue Chance bekomme? Ezechiel gibt die Antwort: Ganz genau. So ist es. Man hätte denken können, dass Gott es so macht wie manche Menschen: Wer einmal bei ihm verspielt hat, hat für immer verspielt. Ezechiel ist anderer Ansicht: Wer sein Leben ändert, kommt wieder in Gottes Gnade. Ich stelle es mir so vor wie bei einem Menschen, der viele Jahre lang stark geraucht hat. Der könnte sagen: Jetzt aufhören bringt auch nichts mehr. Aber Studien besagen: Nach drei Monaten hat die Lunge wieder ein Drittel mehr Luft, und nach fünf Jahren ist das Risiko für einen Herzinfarkt um die Hälfte gesunken. Bei Gott läuft das offensichtlich ähnlich. Jesus ist übrigens auch dieser Meinung. Das sehen wir nachher im Evangelium. Antwortpsalm Lassen Sie uns zuerst noch auf den Psalm schauen. Das ist diesmal die Nummer 25. Der Psalm feiert zwei grundlegende Aussagen über Gott: Erstens: Gott lässt mich wissen, was ich tun soll. Er lässt mich nicht im Trüben fischen, sondern führt mich durch seine Weisung. Die zweite Aussage ist das Erbarmen. Gott legt mich nicht fest auf das Übelste, was ich je getan habe, sondern beurteilt mich nach seiner Liebe. Wegen dieser beiden wundervollen Aussagen finde ich es jammerschade, wenn der Psalm durch irgendein Lied ersetzt wird. Wenn niemand da ist, der den Psalm singen kann, kann er ohne Weiteres vom Lektorendienst auch vorgelesen werden, und die Gemeinde klinkt sich mit dem Kehrvers ein, ebenfalls gesprochen. Das ist tausendmal besser als zu sagen: “Ach, Psalm, wissen wir nicht, wie das geht. Wir singen irgendein Lied.” Das würden wir ja mit dem Vaterunser auch nicht machen. Evangelium Passend dazu das Evangelium. Da kommt zuerst das Gleichnis von den zwei Söhnen, es hätten auch Töchter sein können, die beide etwas schräg drauf sind. Aber der eine kriegt dann wenigstens zum Ende hin noch die Kurve. Nach dem Gleichnis werden wir dann noch Zeugen, wie Jesus seinen ganzen Ärger über die ach so klugen Gelehrten seiner Zeit zum Ausbruch bringt. Ich denke, wir verstehen, was wir tun können, um Jesus keinen Grund zu geben, über uns ähnlich zu denken. Zweite Lesung Die zweite Lesung führt uns weiter durch den Philipperbrief. Diesmal gibt es da eine Langfassung und eine Kurzfassung. Welche sollte man denn nehmen? In diesem Fall würde ich stark für die lange Version plädieren, denn da finden wir die Begründung für das, was Paulus vorher von der Gemeinde verlangt. Er verlangt ja, dass die Streitsucht endet, und die Prahlerei. Offenbar gab es das damals in der Gemeinde, und uns ist das auch nicht unbekannt. Rechthaberei unter Christen ist weit verbreitet. Die Langfassung zeigt: Wer Jesus nachfolgen will, lässt das besser. Dieser zweite Teil ist eines der ältesten Dichtungen über Jesus. Es könnte sein, dass Paulus diesen Text selbst Jahre vorher kennenlernte. Man könnte sagen: ein ganz ursprüngliches Glaubensbekenntnis, einer der ursprünglichsten Texte im ganzen Neuen Testament. Schon aus diesem Grund würde ich ihn nicht gerne ausfallen lassen. Die zwei Minuten, die er dauert, die sind es wert. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem Wort Gottes.