ZWISCHEN17&18UHR
Projekt Engel
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Projekt Engel
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ZWISCHEN 17 UND 18 UHR | Projekt Engel – Miguel Parada × Damyeong Yoo
Ein experimentelles Video, inspiriert von Damyeong Yoos gleichnamigem Gedicht „Zwischen 17 und 18 Uhr“.
Projekt Engel ist eine Zusammenarbeit von Miguel Parada und Damyeong Yoo.
Performerinnen: Damyeong Yoo und Henrike Erhardt
Produktion und Live-Painting: Damyeong Yoo
Kamera, Regie und Schnitt: Miguel Parada
Musik: Juan Carlos Mendizabal (Radio Free Clear Light)
2026
__________
zwischen 17 und 18 Uhr
Ich stehe zwischen 17 und 18 Uhr.
18 Uhr sagt zu mir
Wir sind verabredet.
Eine unreife Vergangenheit,
meiner Hand entglitten,
kehrt zurück
und sagt:
Lass uns die Geschichte zu Ende bringen.
Eine Zeit, in der die Intensität von Rosa
nicht mehr Spiel ist,
sondern Leben oder Tod.
Eine Zeit, von der ich nicht weiß,
ob sie mich liebt oder hasst –
und doch hat sie mich um ein Treffen gebeten.
Wenn 8 Uhr Aufregung ist,
dann trägt 17 Uhr eine Ungeduld in sich.
Zum Glück ist es nicht
die leichtfertige 12 Uhr.
Oder vielleicht ist 12 Uhr
eine beschwingte Ungeduld.
Damals kannte ich das Überleben
noch nicht.
Der lange, müde Lärm des Nachmittags
reißt plötzlich die Augen auf.
17 Uhr schaut nach vorn.
Eine Lebenskraft, neu unaufhaltsam wachsend
Eine Lebenskraft, die ich allein nicht ertragen kann
Eine Lebenskraft, die 18 Uhr bereits kennt.
Eine Zeit, in der die Faulheit,
die noch einmal den Kopf senken
und heimlich so tun will,
als sei es bloß Nachmittag,
keinen Platz mehr findet.
Denn mein Körper
muss sich teilen.
Ich glaube nicht,
dass der sich Rot färbende Himmel dort
derselbe Himmel ist
wie diese fade siebzehnte Stunde.
Es gibt Stunden,
in denen die Torheit flüstert.
9 Uhr ist töricht
Wegen der Kluft
zwischen dem Gewicht der Zeit
und meinem eigenen.
17 Uhr ist törcht
Wegen des verlorenen Gedächtnises
und der alten Gewohnheiten
Zwischen 17 und 18 Uhr
verirrt man sich.
Und es ist ausdrücklich erlaubt.
Eine Zeit,
in der die Sonne,
die für mich schien,
plötzlich für anderes scheint.
Eine Zeit,
in der das Treiben
der Vorbereitung auf das Abendmahl
nichts mehr mit mir zu tun
zu haben scheint.
Dort drüben
sehe ich 18 Uhr.
Zum Greifen nah –
und doch von einer Menge umringt,
unerreichbar.
Die Zeit fließt unaufhaltsam,
aber warum ist der Weg
bis 18 Uhr so weit?
Wenn ich die Stunden,
die ich fortgeworfen habe,
einsammelte
und Masche für Masche verstrickte –
entstünde vielleicht
eine Decke,
groß genug,
um dich zu wärmen?
Diese berühmte 18 Uhr
hat versprochen,
sich mit mir zu treffen.
Egal, ob ich mich verirre.
Egal, wie lange es dauert.
Sie sagt,
sie wartet
auf mich
(Damyeong Yoo)