Günther Viezenz: Der Infanterist, der 21 Panzer im Nahkampf vernichtete | Doku
Geschichte ohne Mythen | Der Zweite Weltkrieg
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Günther Viezenz: Der Infanterist, der 21 Panzer im Nahkampf vernichtete | Doku
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21 Panzer im Nahkampf, mehr als jeder andere deutsche Soldat im Zweiten Weltkrieg: So steht es über Günther Viezenz in Lexika, Ordenslisten, bei Wikipedia und sogar in der Werbung für Zinnfiguren. Nur ein einziger Mensch hat dieser Zahl widersprochen – Viezenz selbst. In dieser Dokumentation prüfen wir, was über den angeblichen Rekordhalter des Panzervernichtungsabzeichens wirklich belegt ist.
Wie kam ein Oberleutnant von 22 Jahren im Herbst 1943 an die Spitze eines ganzen Bataillons? Die Antwort liegt bei Jelnja: Ab dem 6. August 1943 verlor das Grenadier-Regiment 7 der 252. Infanterie-Division 37 von 40 Offizieren. Danach führt der Weg in das Seen- und Sumpfland zwischen Newel, Gorodok und Witebsk, wo die Rote Armee im Oktober und November 1943 die Front zwischen den Heeresgruppen Nord und Mitte aufriss und Hitler die Kämpfe eine „Schweinerei“ nannte.
Wir zeigen, wie ein Infanterist an der Ostfront überhaupt einen T-34 bekämpfen sollte: mit geballter Ladung, Hafthohlladung und Tellermine, aus dem toten Raum von 20 Metern um den Panzer, so wie es die Richtlinien für den Panzernahkampf von 1942 verlangten. Danach rekonstruieren wir die 3 Tage an einer Rollbahn im Spätherbst 1943, für die Viezenz am 7. Januar 1944 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt – und sagen offen, was an dieser Darstellung belegt ist und was nicht.
Anschließend verfolgen wir den Weg der 252. Infanterie-Division über die Gorodok-Operation im Dezember 1943, die sowjetische Sommeroffensive 1944 und den Rückzug bis Danzig 1945 sowie die Laufbahn von Viezenz in der Bundeswehr ab 1956 bis zum Oberst und Inspizienten der Infanterie.
Im Mittelpunkt steht die Frage: Woher stammt die Zahl 21? Wir prüfen die Regeln des Panzervernichtungsabzeichens und seiner goldenen Stufe vom 18. Dezember 1943, Fotos aus dem Krieg und aus der Bundeswehr, die Aussage von Viezenz selbst und den Eintrag in seinem Soldbuch. Außerdem: wer nach heutigem Forschungsstand der erfolgreichste „Panzerknacker“ der Wehrmacht war, warum auch andere Rekorde wie die von Friedrich Anding und Walter Voigt aufgebläht wurden und wie sich eine falsche Zahl seit 1987 von Liste zu Liste verbreitet hat.
Diese Dokumentation stützt sich unter anderem auf die Werke von David Glantz, Earl Ziemke, Samuel Mitcham, Steven Zaloga und John Angolia, auf deutsche Vorschriften zum Panzernahkampf von 1942, amerikanische Nachrichtenberichte von 1943 sowie auf das Buch „Panzerknacker“ von Hagen Berger. Wo die Quellen einander widersprechen, nennen wir beide Seiten.
Dieses Video dient ausschließlich der historischen Bildung und Aufarbeitung. Es verherrlicht weder Krieg noch Nationalsozialismus.