Wohnungsbau in der Stadt: Hohe Bodenpreise treiben die Baukosten neuer Wohnungen
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Wohnungsbau in der Stadt: Hohe Bodenpreise treiben die Baukosten neuer Wohnungen
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Bauen kostet in der Schweiz überall ähnlich viel, den Unterschied macht das Land: In Städten liegt der Bodenanteil bei rund 50 Prozent der Gesamtkosten. Für Adrian Wyss, Head Division Buildings bei Implenia, liegt das Problem deshalb beim Boden. Genossenschaften bauen aus seiner Sicht nicht günstiger als Private, sie haben günstigeres Land. Und serielles Bauen ist nach rund 1000 Einheiten gleich teuer wie konventionelles, also noch keine Lösung für preisgünstiges Wohnen.
Laut Sorgenbarometer nennen im Jahr 2025 24 Prozent der Befragten steigende Wohnkosten als eines der fünf grössten Probleme der Schweiz. Gleichzeitig sind laut der nationalen Wohnstudie rund 70 Prozent der Bevölkerung mit ihrer eigenen Wohnsituation sehr zufrieden. Wyss erklärt diesen Gegensatz unter anderem mit Wohnungswechsel und Wohnfläche: Wer nach dem Auszug der Kinder in einer günstigen, zu grossen Wohnung lebt, bleibt dort, wenn eine kleinere Wohnung teurer wäre. Diese Fehlallokation geht zulasten junger Familien.
Zum Thema serielles Bauen und Bodenanteil: Die vorfabrizierte Systembauweise hält Wyss für wirtschaftlich und mit Holz für nachhaltig, nur eben nicht für billiger.
Weitere Themen: die Umnutzung eines Bürogebäudes an der Zypressenstrasse in Zürich in 55 Wohnungen, bewilligt innert viereinhalb Monaten; langwierige Verfahren und missbräuchliche Einsprachen; das geringe Vertrauen der Bevölkerung in Immobilienfirmen; und die Rolle der Landverkäufer. Erbengemeinschaften könnten an Käufer verkaufen, die mehr preisgünstigen Wohnraum bauen und dafür vielleicht 20 Prozent weniger zahlen.
Zu Gast: Adrian Wyss, Head Division Buildings, Implenia
Hosts: Lukas Golder, Jenny Roberts
Links zu erwähnten Studien und Quellen:
UBS Sorgenbarometer: https://www.gfsbern.ch/de/news/ubs-so...
Inhalt:
00:00:00 Lukas: Begrüssung; zu Gast ist Adrian Wyss, Head Division Buildings bei Implenia.
00:00:29 Lukas: Zypressenstrasse Zürich, 55 Wohnungen statt Büros, wo liegt der Hebel? Adrian: Die Umnutzung schafft Wohnraum an zentraler Lage und erhält den Bestand.
00:01:34 Corina: 70 Prozent der Bevölkerung sind sehr zufrieden, 24 Prozent der Befragten sorgen sich 2025 um Wohnkosten.
00:03:38 Adrian: Wer lange in einer Wohnung lebt, hat andere Probleme als Suchende.
00:04:14 Adrian: Wer nach dem Auszug der Kinder günstig und gross wohnt, bleibt, weil kleinere Wohnungen teurer sind, das ist eine Fehlallokation.
00:07:08 Adrian: In der Stadt fehlt Bauland, auf dem Land wächst der Pendelverkehr.
00:07:15 Lukas: Wo liegen die Probleme? Adrian: Lange, unsichere Bewilligungsverfahren in der Stadt.
00:08:23 Lukas: Ist die Agglomeration einfacher? Adrian: Tendenziell ja, aber die Flächen sind begrenzt.
00:09:06 Lukas: Wer trägt die Last? Adrian: Gutverdienende Zuziehende heizen den Markt an, Durchmischung ist wichtig.
00:10:35 Lukas: Was bringt Standardisierung? Adrian: Genossenschaften bauen nicht günstiger, sie haben günstigeres Land.
00:12:03 Lukas: Was kommt bei der Miete an? Adrian: Der Boden macht in der Stadt 50 Prozent der Gesamtkosten aus, Systembau ist gleich teuer wie konventionelles Bauen.
00:13:21 Lukas: Gibt es einen Anreiz, teuer zu bauen? Adrian: Ganz teure Wohnungen stehen öfter leer, er setzt auf durchmischte Projekte.
00:16:26 Corina: Bezahlbar und nachhaltig zugleich? Adrian: Mit Holzsystembau kein Widerspruch, aber nicht zum halben Preis.
00:19:56 Lukas: Ist Umnutzung skalierbar? Adrian: Bewilligung in viereinhalb Monaten, aber nur in Wohnzonen.
00:21:37 Lukas: Was ist mit der grünen Wiese? Adrian: Weiterbauen, Umbauen, Neubau und zentrumsnahe Einzonungen.
00:23:04 Lukas: Wo wünschst du dir Bewegung? Adrian: Schnellere Verfahren, weniger missbräuchliche Einsprachen.
00:25:17 Lukas: Gibt es erpresserische Einsprachen? Adrian: Ja, ein Fall wurde vor Gericht durchgesetzt.
00:26:29 Corina: Immobilienfirmen geniessen am wenigsten Vertrauen. Adrian: Alle Akteure tragen Verantwortung.
00:32:42 Lukas: Staatliche Vorgaben? Adrian: 30 Prozent preisgünstig sind okay, wenn das im Kaufpreis eingerechnet ist.
00:34:02 Adrian: Erbengemeinschaften könnten für vielleicht 20 Prozent weniger an Konzepte mit preisgünstigem Wohnen verkaufen.
00:35:20 Lukas: 88 Prozent der 35 Bundesmassnahmen sind umgesetzt. Adrian: Die Wirkung ist offen.
00:37:19 Lukas: Wie sieht es in fünf Jahren aus? Adrian: Bei Planbarkeit eher Entspannung, die Zentren bleiben angespannt.
00:38:40 Verabschiedung und Hinweis auf die Studien in den Show Notes.