Kalte Füße im Winter? Unter Ihrem Boden ist die Decke nackt — 175 € im Jahr, ein Samstag
Meister Konrad
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Kalte Füße im Winter? Unter Ihrem Boden ist die Decke nackt — 175 € im Jahr, ein Samstag
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Meister Konrad
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Wenn Sie im Winter kalte Füße haben, liegt das nicht an Ihren Socken. Mit der Wärmebildkamera vom Gerd sieht man es in Farbe: ein blauer Streifen auf dem Boden an der Außenwand, genau da, wo mein Sessel steht. Eine Etage tiefer, im Licht der Taschenlampe, liegt der Grund: eine nackte Kellerdecke. Grauer Beton, alte Farbe, Spinnweben — wie in den meisten Kellern.
Durch meine 35 Quadratmeter gingen knapp 1.500 Kilowattstunden im Jahr nach unten in den Keller, rund 175 Euro. Kellerdeckenplatten kosten rund 10 Euro den Quadratmeter, und mit dem Jonas war es ein Samstag über Kopf.
Ich bin Konrad, Schreiner. Es kostet wieder richtiges Geld, rund 420 Euro, und es dauert länger als
oben unterm Dach, bis das Geld zurück ist. Das sage ich Ihnen gleich am Anfang. Und am Ende sage ich
Ihnen, in welchen fünf Fällen Sie es lassen sollten.
00:00 Kalte Füße, ein blauer Streifen — und eine nackte Kellerdecke
01:50 Wieder richtiges Geld: rund 420 Euro — und wann Sie es lassen
02:11 Das Gerät vom Gerd und warum die Wärme nach unten geht
03:04 Die Rechnung: knapp 1.500 Kilowattstunden, rund 175 Euro im Jahr
04:15 Schritt 1: die Taschenlampe flach an die Decke — vier Fragen
06:26 Schritt 2: messen und kaufen — Kellerdeckenplatte, Kleber, kein Bauschaum
08:40 Zu zweit über Kopf: die erste Reihe, Kleber und Stütze
11:18 Das Wichtigste: Kabel, Dosen und Rohre bleiben frei
12:44 Ein Samstag später: 17 → 19 Grad am Boden
15:28 Die Rechnung danach: 100 Euro im Jahr, gut vier Winter
16:54 Fünf Fälle, in denen Sie es lassen sollten
18:32 Fünf Fehler, der Marder und der Stand nach sieben Videos
Die Rechnung, knapp gerechnet wie immer. Eine nackte Betondecke mit Estrich und Dielen liegt ehrlich
bei einem U-Wert von 1,5, ich rechne mit 1. Der Keller ist wärmer als draußen, deshalb nehme ich nur
die Hälfte der Gradstunden, 42.000. 1 mal 35 mal 42.000 sind knapp 1.500 Kilowattstunden, bei zwölf
Cent rund 175 Euro im Jahr. Mit 8 Zentimetern Hartschaum der Klasse 0,035 liegt die Decke bei rund
0,30, es bleiben rund 450. Gespart sind rund 1.000 — die tausend aus dem letzten Video. Davon ziehe
ich 10 Prozent ab für Rohre, Kabel, Ränder und Fenster: rund 900 Kilowattstunden, 108 Euro. Ich sage
100. Bezahlt sind rund 420 Euro: 12 Packungen Platten für 360, 4 Dosen Dämmstoffkleber und eine
Pistole. Das ist nach gut vier Wintern wieder da. Oben unterm Dach waren es zwei, und diesen
Unterschied verschweige ich Ihnen nicht. Der Beweis: dasselbe Thermometer, dasselbe Kreuz auf der
Diele, vorher 17 Grad am Boden, nachher 19. Und auf dem Bild vom Gerd ist der blaue Streifen fast weg.
Die Regeln, ohne die es schiefgeht. Dämmstoffkleber aus der Dose, kein Bauschaum — der geht auf und
drückt die Platten wieder ab. Die Schutzbrille ist Pflicht, über Kopf tropft der Kleber. Rohre
bleiben frei, mit einem Finger Luft, und an ein Rohr wird nie etwas geklebt. Über dem Heizkessel und
am Schornstein kein Hartschaum, sondern Mineralfaserplatten, die nicht brennen; im Mehrfamilienhaus
vorher fragen, was vorgeschrieben ist. Kellerfenster und Lüftung bleiben frei: Ein kälterer Keller
braucht seine Luft noch mehr. Hängen Sie einen Feuchtemesser auf — bleibt er unter 70 Prozent, ist
alles gut.
Strom und Kabel: Die Kabel an der Decke fassen Sie nicht an. Die Platten enden links und rechts
davon, Dosen und Lampe bleiben frei, mit einem Fenster in der Platte. Ist ein Kabel im Weg oder soll
etwas verlegt werden, macht das ein Elektriker. Wer dübeln muss, sucht vorher mit einem
Leitungssucher nach Leitungen in der Decke.
Zur Sicherheit: Über Kopf arbeitet man besser zu zweit. Mit 71 steht man nicht gern den ganzen Tag
auf einem Tritt — wer allein ist, macht jeden Tag ein Stück.
Der Stand nach sieben Videos: rund 480 Euro im Jahr für zusammen rund 835 Euro einmalig, rund 40
Prozent Ihrer Rechnung. Oben der Deckel, unten der Boden.
Hinweis: Das sind allgemeine Tipps aus der Praxis und keine Begutachtung Ihres Hauses. Sehen Sie an
der Decke alte Platten, graue Faserplatten, alte Pappe oder eine Schnur um ein Rohr: nicht anfassen,
nicht bohren, nicht abschlagen, nicht kehren. In Häusern bis in die Achtziger kann da Asbest drin
sein. Machen Sie ein Foto und fragen Sie einen Fachmann. Ein nasser Keller mit Salz, Flecken oder
Schimmel wird zuerst trocken, erst dann gedämmt. Für die oberste Geschossdecke gibt es eine Pflicht,
für die Kellerdecke nach meinem Wissen nicht. Das ist kein juristischer Rat, ich bin Schreiner, kein
Anwalt — fragen Sie einen Energieberater. Und wohnen Sie im Erdgeschoss zur Miete, ist das nicht Ihre
Decke: oben wie unten nichts anfassen, sondern der Hausverwaltung schreiben. Ein Brief kostet nichts.