TESTBERICHT DER BMW K 75 (flying brick).FAHRGEFÜHL DER DAMALIGEN ZEIT. TEST RIDE
DL-MEDIEN Inh. Katharina Arantxa Hofmann
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TESTBERICHT DER BMW K 75 (flying brick).FAHRGEFÜHL DER DAMALIGEN ZEIT. TEST RIDE
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Mit der BMW K75 durch den Backofen
Bevor wir zum eigentlichen Fahrerlebnis kommen, muss ich gleich vorweg eine kleine Beichte ablegen: Wer bei dieser Fahrt nach vorbildlicher Sicherheitsausrüstung sucht, wird leider enttäuscht. Bei erbarmungslosen 37 Grad Celsius im Schatten war der Gedanke an die schwere Lederkombi oder die dicke Textiljacke schlichtweg unerträglich. Ich bin mir absolut bewusst, dass man auf dem Motorrad eigentlich immer voll ausgestattet sein sollte – Asche auf mein Haupt. Aber bei diesen extremen Backofentemperaturen siegt manchmal einfach der Drang nach ein wenig rettendem Fahrtwind auf der Kleidung, um überhaupt einen klaren Kopf zu behalten und keinen Hitzschlag zu riskieren.
Nun aber zum Wesentlichen: der Maschine.
Der "Fliegende Ziegelstein" erwacht
Wenn man sich auf die BMW K 75 Basis aus dem Baujahr 1992 schwingt, begibt man sich auf eine wunderbare kleine Zeitreise. Der Motor – ein längs eingebauter Dreizylinder-Reihenmotor, der liebevoll vom K100-Vierzylinder "abgeschnitten" wurde – ist ein mechanisches Kunstwerk seiner Zeit und sorgt für die charakteristische "Flying Brick" (Fliegender Ziegelstein) Silhouette.
Der Druck auf den Starterknopf wird von dem typischen, leicht pfeifenden Surren begleitet, bevor der Motor mit seinem unverwechselbaren, fast turbinenartigen Klang zum Leben erwacht. Mit ihren 75 PS bei knapp 750 ccm Hubraum reißt sie nach heutigen Maßstäben vielleicht keine Löcher mehr in den Asphalt, aber genau darum geht es bei diesem Klassiker auch überhaupt nicht.
Souveränes Fahrgefühl und sanfte Kraftentfaltung
Was auf den allerersten Kilometern – besonders im Gegensatz zur großen Schwester K100 – sofort auffällt, ist die unglaubliche Laufruhe. Dank der verbauten Ausgleichswelle läuft der Dreizylinder seidenweich und nahezu vibrationsfrei. Sobald die etwas über 220 Kilogramm erst einmal aus dem Stand ins Rollen gekommen sind, verfliegt jedes Gefühl von Schwerfälligkeit sofort.
Motorcharakteristik: Die Kraftentfaltung ist herrlich linear und berechenbar. Untenrum zieht sie sanft an und dreht wunderbar gleichmäßig hoch, ganz ohne nervöses Ruckeln am Gasgriff.
Handling: Die nackte Basis-Version bietet eine sehr entspannte, aufrechte Sitzposition. Man hat die Maschine gut im Griff und trotz des etwas höheren Schwerpunkts lässt sie sich sehr präzise, stabil und völlig unaufgeregt durch langgezogene Landstraßenkurven zirkeln.
Fahrwerk & Bremsen: Das Fahrwerk bügelt Bodenwellen souverän und komfortabel weg, ganz in der Tradition der bayerischen Tourer der frühen 90er Jahre. Die Bremsen erfordern zwar einen etwas kräftigeren Zupack als moderne Anlagen, verzögern aber absolut zuverlässig.
Fazit
Die K 75 ist ein fantastischer Begleiter zum Entschleunigen. Sie verlangt nicht nach ständiger Hetze oder riskanten Schräglagen, sondern belohnt flüssiges Cruisen mit stoischer Zuverlässigkeit und einem kernigen Sound. Gerade an einem flirrenden Sommertag mit 37 Grad ist die Fahrt auf diesem nackten Klassiker – trotz des schlechten Gewissens wegen der fehlenden Schutzkleidung – ein pures, ungefiltertes Stück Freiheit. Ein durch und durch ehrliches Motorrad.#bmwk75#motorradtest#youngtimer#oldtimer mer#ride#motorradfahren#