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Malchin - Glocken der evang. Stadtkirche St. Johannis

Dreikönigsglocke

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Malchin - Glocken der evang. Stadtkirche St. Johannis

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Dreikönigsglocke
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Vorstellung der drei Bronzeglocken der evangelischen Stadtkirche St. Johannis zu Malchin. (MV/MSE) KAPITEL: 00:00 Bilder der Kirche 00:40 Glocke 3 02:40 Glocke 2 05:15 Glocke 1 07:33 Plenum --- GLOCKE 1 Schlagton: cis' Gießer und Gussjahr: Matthäus Matz, 1562 Durchmesser und Gewicht: 1425mm, 1300kg GLOCKE 2 Schlagton: dis' Gießer und Gussjahr: Rickert de Monkehagen, 1. H. d. 15. Jhd Durchmesser und Gewicht: 1415mm, 2200kg GLOCKE 3 Schlagton: g' Gießer und Gussjahr: Andreas Ribe., 1481 Durchmesser und Gewicht: 1105mm, 800kg --- Die Landstadt Malchin hat heute rund 6.600 Einwohner. Dabei galt Malchin im 14. Jahrhundert noch als die viertgrößte Stadt und eine der reichsten Ackerbürgerstädte Mecklenburgs. Erstmalig wird der Ort in einer Schenkungsurkunde des Herzogs Kasimar von Pommern erwähnt. Das Schweriner Stadtrecht bekam Malchin am 7. April 1236. Von 1621 bis 1918 fanden in Malchin, im Wechsel mit Sternberg, die Mecklenburger Landtage statt. Im Jahr 1926 wurde Malchin zu einer Kreisstadt ernannt und etablierte sich als Verwaltungssitz. Allerdings erlitt die Stadt, wie viele andere, starke Kriegszerstörungen welche man heute noch erkennen kann. Die Stadtkirche ist, so gesehen ein Denkmal des einstigen großen und reichen Malchins. --- Zehn Jahre nachdem Malchin das Stadtrecht verliehen wurde, begann der Bau einer ersten Kirche. Es handelte sich um einen dreischiffigen, romanischen Hallenkirchenbau. In Folge eines Stadtbrands 1397 wurde dieser Kirchbau nahezu völlig zerstört. An der südlichen und westlichen Kirchenmauer lassen sich heute allerdings noch romanische Ornamente finden. Kurz danach wurde durch einen verliehenden Ablaß von Johann Bischof von Garda und Johann von Cammin ein Wiederaufbau gestartet. 1440 wurde bereits der neue, gotische Bau eingewiht. Bis heute unklar ist der Bau der Marienkapelle und des Turmes. Die Kapelle wurde gen Süden ausgerichtet und der Turm nördlich davon versetzt, sodass von der Westseite aus betrachtet, der Anschein aufkommt, der Turm und die Kapelle seien die eigentliche Kirche. Die urspüngliche gotische Turmspitze ist 1648 heruntergestürzt. Als Ersatz bekam der Turm eine barocke Haube. Die heutige geht aus dieser hervor, wurde allerdings 1897 etwas verändert. Beim Betreten der Kirche fällt sofort der prächtige, gotische Innenraum auf. Der klassizistisch-romantische Altar wurde 1824 von F. Schlie entworfen. Auf der Westempore blickt man auf ein gewaltiges barockes Orgelprospekt, welches von dem Orgelbauer Friedrich Friese im Jahr 1877 erbaut wurde. Friese war der Großherzögliche Orgelbauer Schwerins. In der Marienkapelle, an der südliche Kirchenseite, befindet such der wertvolle Marienaltar aus dem 15. Jahrhundert. Hier befindet sich auch eine kleinere Orgel aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde von Lütkemüller erbaut. --- Im Turm der Stadtkirche hängt ein historisches Geläuteensemble, bestehend aus drei Bronzeglocken. Zwei Glocken stammen aus dem 15. und eine aus dem 16. Jahrhundert. Das benannte Exemplar aus dem 16. Jahrhundert ist zu dem ein Kuriosum, da es sich hierbei vermutlich um die ursprüngliche Uhrschlagglocke der Kirche handelt. Dies erkennt man vorallem durch ihre gedrunge und verkrümmente Glockenform und den leicht "schmetternden" Klangcharakter. Eine weitere Besonderheit ist die mittlere Glocke, da sie ein Werk des wohl geschätzen, regional ansässigen, mittelalterlichen Glockengießers Rickert de Monkehagen ist. Von ihm sind im Mecklenburg-Vorpommerischen Raum nur noch eine handvoll Exemplare zu finden. Werke von ihm befinden sich des weiteren zum Beispiel in Altentreptow, in Anklam oder in Rostock. Auch die dritte Glocke ist ein klanglich und optisch herausragendes mittelalterliches Werk. Hier ist allerdings der Gießer unbekannt. Auf der Glocke befindet sich eine kunsthistorisch bedeutsame Ritzzeichnung, die unter anderem von Kunsthistorikern gewürdigt wurde. Des Weiteren befindet sich ein leeres Gefach neben der dritten Glocke. Hier befand sich wahrscheinlich ein Exemplar des Stettiner Glockengießers C. Voß aus dem Jahr 1924, welches allerdings zum 2. Weltkrieg hin eingeschmolzen wurde. Heute ist nur noch das Holzjoch dieser Glocke übrig. Trotz aller Euphorie befindet sich die Anlage in einem miserablen Zustand und bedarf dringend einer Sanierung um die bestehenden historischen Exemplare zu erhalten. Aufnahmedatum: 15. Juni 2026 Vielen Dank an den Pfarrer Hasenpusch und die Kirchengemeinde für die Aufnahmeermöglichung. Und Nat und Neo fürs Begleiten! Q: - Begleitheft "St. Johannis zu Malchin", Volker Mischok, 2001 https://createsoundscape.de/glocken-f... Eine Weiterverwendung jeglicher Art unterliegt meiner Erlaubnis! (c)Dreikönigsglocke 2026