Tieschen (A-SO) - Die Glocken der Pfarrkirche zur hlgst. Dreifaltigkeit
Glockenmike015
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#glocken #steiermark #tieschen
Es sind die drei Stahlglocken der Pfarrkirche zur hlgst. Dreifaltigkeit aus Tieschen in der Südoststeiermark zu sehen und zu hören.
Programm:
00:00 Stundenschlag
01:05 Glocke 3
02:12 Glocke 2
03:21 Glocke 1
04:51 Vollgeläute
Die Marktgemeinde Tieschen liegt im südoststeirischen Hügelland im Tal des Drauchenbaches unweit der slowenischen Grenze entfernt. Im Ortskern steht auf einer Anhöhe majestätisch die Pfarrkirche zur hlgst. Dreifaltigkeit.
Die heutige Kirche entstand aus einer kleinen Kapelle. Im Jahr 1862 wurde der Bau einer Kapelle genehmigt, die 1863 eingeweiht wurde. Da die Kapelle für die wachsende Bevölkerung bald zu klein war, wurde sie ab 1894 zu einer größeren Kirche erweitert. Das Langhaus wurde 1895 angebaut, während die alte Kapelle mit ihrem Chor, der Sakristei und Teilen des alten Turms erhalten blieb. Die feierliche Weihe der erweiterten Kirche fand am 6. September 1899 statt. Im Jahr 1902 wurde Tieschen schließlich zur selbstständigen Pfarre erhoben. Architektonisch ist die Kirche dem Historismus zuzuordnen. Das Langhaus besitzt einen einfachen, saalartigen Innenraum mit einer Flachdecke und Wandpilastern. Der ältere Chor ist dreijochig und besitzt einen 3/8-Schluss mit einem Stichkappengewölbe. An der Nordseite der Kirche befindet sich außerdem das ehemalige Franziskanerkloster, das direkt mit dem Kirchengebäude verbunden ist. Besonders interessant ist die Innenausstattung, die überwiegend aus dem 19. Jahrhundert stammt und neobarock gestaltet ist. Der Hochaltar wurde bereits 1866 für die ursprüngliche Kapelle geschaffen und später in die größere Kirche übernommen. Das Hochaltarbild stellt die Heiligste Dreifaltigkeit dar, also Gottvater und Gottsohn mit dem Heiligen Geist in Gestalt einer Taube. Im Jahr 1899 wurden zusätzlich Figuren des heiligen Franz von Assisi und des heiligen Antonius von Padua sowie ein Tabernakel ergänzt. An den Seiten des Altarraumes befinden sich zwei Seitenaltäre. Der Marien- beziehungsweise Antoniusaltar zeigt Maria mit dem Jesuskind und dem heiligen Antonius von Padua. Das Bild wurde 1898 von Jan von Rotky gemalt. Die Figuren stellen unter anderem den heiligen Bonaventura und die heilige Klara von Assisi dar. Der gegenüberliegende Josefsaltar zeigt den Tod des heiligen Josef und wird von weiteren Heiligenfiguren begleitet. Besonders auffällig sind auch die beiden farbigen Glasfenster im Presbyterium, die 1905 von Ferdinand Koller aus Graz geschaffen wurden. Nachdem die alte Orgel von Matthäus Mauracher aus dem Jahr 1899 im Jahr 1980 um ein Rückpositiv erweitert und "aufgenordet" wurde, entschloss man sich 1998 für den Neubau der Orgel durch die Firma Krenn aus Graz.
Der heutige quadratische Glockenturm wurde 1907 an der Nordseite errichtet und besitzt einen charakteristischen Pyramidenhelm. Schon 1866 gab es in der alten Kapelle in Tieschen zwei Glocken, die dann in den neuen Kirchturm übertragen wurden. 1912 wurden vier neue Bronzeglocken angeschafft, die nur wenige Jahre später durch den ersten Weltkrieg zerstört wurden. 1919 kaufte man drei Stahlglocken aus Kapfenberg als Ersatz an, wobei diese 1927 durch drei neue Stahlglocken ersetzt wurden. Diese von Böhler gegossenen Glocken gehören zu den jüngsten erhaltenen Glocken dieser Gießerei, die es noch in der Steiermark gibt. Während die beiden kleinen Glocken in B2-Rippe gegossen wurden, ist die Große in der Quart-Rippe gegossen; dadurch ergibt sich der etwas verzogene Gesamtklang des Geläutes. Eine erste elektrische Läuteanlage mit Klöppelfangmechanismus wurde 1963 installiert, die Fänger sind jedoch nicht mehr erhalten.
Kurios ist auch das Loch in der großen Glocke, welches wohl in den Gefechten des zweiten Weltkrieges entstand. Dies tut der Glocke allerdings garnichts, da sie auch heute noch problemlos läutet und klingt - eben eine Stahlglocke... ;)
Die Glocken:
1: Gebrüder Böhler, Kapfenberg - 1927 - f'+ (fis')
2: Gebrüder Böhler, Kapfenberg - 1927 - g'
3: Gebrüder Böhler, Kapfenberg - 1927 - a'
Ein herzliches "Vergelts Gott" sei der Pfarre Tieschen und besonders Herrn Treichler für die Ermöglichung der Dokumentation und das nette Gespräch im Anschluss, sowie meinem Begleiter gesagt!
Fotos, Video- und Tonaufnahme: M. R.
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Quellen:
Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Pfarrki...
Jörg Wernisch: Glockenkunde von Österreich
Eigene Sichtung 2026
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