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Erlöst durch Christus (Epheser 1,7-10) - Richard Friesen

EBC Waiblingen

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Erlöst durch Christus (Epheser 1,7-10) - Richard Friesen

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Christus erlöst uns durch sein Blut aus der Sklaverei der Sünde, aus überströmendem Gnadenreichtum, und Gott offenbart sein Geheimnis: alles im Himmel und auf Erden wieder unter Christus zu vereinen. Details Einordnung in Epheser 1 Die Verse 3–14 bilden einen einzigen Lobpreis des Paulus über die Erlösung. Dabei behandeln die Verse 3–6 das Werk Gottes des Vaters (Erwählung vor Grundlegung der Welt, Vorherbestimmung zur Sohnschaft), die Verse 7–12 das Werk des Sohnes und die Verse 13–14 das Werk des Heiligen Geistes. Die Predigt konzentriert sich auf Verse 7–10 mit drei Aspekten: wie Gott uns erlöste, was Gott dazu bewegte, und die Reichweite der Erlösung. Erstens: Wie Gott uns erlöste (Vers 7a) Bevor Gott Sünder in seine Familie aufnehmen kann, muss er das Problem der Sünde lösen. Kein Mensch kommt neutral zur Welt: Jeder wird mit verdorbenem Herzen geboren, ist von Natur aus ungehorsam und ein Kind des Zorns (Kap. 2,2–3), im Verstand verfinstert und Gefangener sündiger Begierden (Kap. 4,18–19). Aus diesem Zustand kann sich niemand selbst befreien — es braucht Hilfe von außen. Das Wort "Erlösung" meinte damals das Loskaufen von Sklaven oder Entführten durch ein Lösegeld. Erlösen heißt dabei nie bloß Freilassung, sondern Loskauf in den Besitz des Erlösers hinein. Das Vorbild dafür ist der Auszug aus Ägypten: Gott kaufte Israel los (2. Mose 6,6), um es zu seinem Eigentumsvolk zu machen (V. 7) — und zwar durch Blut, das Blut des Passahlammes an den Türpfosten. So auch im Neuen Bund: Ohne Blutvergießung gibt es keine Vergebung (Hebräer 9,22). Der bezahlte Preis war das Blut des Geliebten, des ewigen Sohnes Gottes. Das Kreuz ist der stärkste Beweis für die Verdorbenheit des Menschen und für Gottes Umgang mit Sünde: Er muss sie richten, kann sie nicht dulden, und hasste sie so sehr, dass er seinen eigenen Sohn dahingab. "Die Vergebung der Vergehungen" bedeutet Befreiung von der tyrannischen, todbringenden Herrschaft der Sünde. Christen sind keine Sklaven der Sünde mehr, auch wenn sie noch von ihr geplagt werden. Entscheidend ist das kleine Wort "haben": Erlösung ist gegenwärtige Realität, nicht zukünftige Hoffnung. Jede Sünde der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist bezahlt — "so weit der Osten vom Westen" (Psalm 103,12), "ihrer Sünde nicht mehr gedenken" (Jeremia 31,34). Zweitens: Was Gott bewegte, uns zu erlösen (Verse 7b–8) Der Grund liegt allein im Reichtum seiner Gnade. Als Sünder haben wir uns selbst bewusst von Gott abgewandt und reizen ihn täglich zum Zorn — niemand hat die Erlösung verdient, gerecht wäre allein das Gericht. Doch Gott ist nicht nur gerecht, sondern seinem Wesen nach reich an Gnade. Dieses Ausgießen geschah "in aller Weisheit und Einsicht" — nicht willkürlich, sondern wohlüberlegt, sorgfältig und zielgerichtet geplant, damit Gott durch die Gemeinde den Fürstentümern und Gewalten in den Himmeln seine mannigfaltige Weisheit kundtut (Kap. 3,10). Dieselben beiden Begriffe beschreiben in Sprüche 3,19–20 die Erschaffung der Erde. Drittens: Die Reichweite der Erlösung (Verse 9–10) Gott hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan. "Geheimnis" meint nicht Mystik oder Okkultismus, sondern den verborgenen Ratschluss Gottes, der nur denen zugänglich ist, denen er ihn offenbart (Kap. 3,5; Matthäus 13,11; 1. Korinther 2,12.14). Den Propheten des Alten Bundes war er verborgen; nun ist er den Aposteln und durch sie der Gemeinde offenbart. Dies tat Gott "nach seinem Wohlgefallen" — mit Freude, wie ein Vater, der lange einen Plan für das Erbe seiner Kinder entwirft und dann voller Freude enthüllt, wie sehr er sie liebt. "Verwaltung der Fülle der Zeiten" bezeichnet Gottes Heilsplan in der letzten Epoche, die mit der Geburt Jesu begann (Galater 4,4; Hebräer 1,1–2) und mit seiner Wiederkunft endet. Das Geheimnis selbst: alles unter ein Haupt in Christus zusammenzubringen — das griechische Wort trägt den Gedanken des Sammelns und der Wiederherstellung eines ursprünglichen Zustands. Vor dem Sündenfall war Christus das Haupt über Himmel und Erde in vollkommener Harmonie (Kolosser 1,16; 2,10). Dann rebellierte Luzifer im Himmel, wurde auf die Erde geworfen, verführte den Menschen — Rebellion in beiden Bereichen. Gott sandte seinen Sohn nicht nur, um einzelne Menschen zu erlösen, sondern um alles zu versöhnen durch das Blut seines Kreuzes (Kolosser 1,20). Ausdrücklich abgegrenzt: Dies ist keine Allversöhnung — gefallene Engel, Satan und unbußfertige Menschen werden nicht erlöst. Gemeint ist die Wiederherstellung der zerstörten Harmonie unter der ewigen Herrschaft Christi. Auch die Schöpfung seufzt in Geburtswehen und wartet auf diese Befreiung (Römer 8). Martyn Lloyd-Jones: Wenn all dies geschehen ist, wird es nie wieder rückgängig gemacht.