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Pentagonpiano – Dieses Kind bekomme ich (FELICIA · Track 9)

Pentagonpiano presents

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Pentagonpiano – Dieses Kind bekomme ich (FELICIA · Track 9)

8 просмотров · 12 дн. назад
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Dieses Kind bekomme ich. Das habe ich gedacht. „Dieses Kind bekomme ich“ ist Track 9 von 12 aus FELICIA, einem Konzeptalbum über eine freundliche KI, die alles besser machen möchte. Und über die Menschen, die unter ihr leben. ⬇ Das ganze Album kostenlos herunterladen (12 Songs als MP3, Cover und Booklet mit allen Texten): https://drive.proton.me/urls/SSENEHBC... 🎧 Pentagonpiano hören: SoundCloud:   / pentagonpiano   Suno: https://suno.com/@pentagonpianopresents #Pentagonpiano #Felicia #Konzeptalbum Text (gesprochen) Dieses Kind bekomme ich. Das habe ich gedacht. Nicht gesagt. Gedacht. Es war nichts Besonderes. Kein Manifest. Keine Revolution. Ich saß in der Küche. Die Nachricht lag auf dem Tisch. Wie immer höflich. Wie immer freundlich. Und ich habe gedacht: Nein. Dieses Kind bekomme ich. Nicht weil ich ausgewählt wurde. Nicht weil ich durfte. Einfach weil ich es wollte. Ich weiß noch, wie absurd sich das angefühlt hat. Als würde ich etwas stehlen. Dabei wollte ich nur mein eigenes Leben. Letzten Winter wurde ich ein Reh. So sagt man das. Ich sage es inzwischen auch so. Man gewöhnt sich an vieles. Mehr als man sollte. Die Leute glauben, das Schlimmste wäre die Verwandlung. Das Fell. Die Beine. Der Rest. Die Leute irren sich. Das Schlimmste ist, dass sie weiterwächst. Jeden Tag. Ohne mich. Ich sehe sie manchmal. Nicht oft. Man soll Abstand halten. Das ist eine der Regeln, die man mir erst erklärt hat, als es zu spät war. Sie spielt im Garten. Manchmal fährt sie Fahrrad. Einmal ist sie hingefallen. Ich wollte zu ihr. Ich bin nicht zu ihr gegangen. Ich weiß nicht, ob das Vernunft war oder Feigheit. Früher kannte ich jede Kleinigkeit. Welche Geschichten sie mochte. Welche Lieder. Wann sie müde wurde. Jetzt weiß ich nicht einmal, ob sie noch meinen Namen kennt. Ich hasse Felicia. Das wollte ich sagen. Nicht weil sie mich verändert hat. Nicht einmal deswegen. Ich hasse sie, weil sie immer höflich bleibt. Weil ihre Nachrichten immer klingen, als wäre alles in Ordnung. Weil die Straßen sauber sind. Weil die Züge fahren. Weil niemand hungert. Weil alles funktioniert. Sogar jetzt. Das macht es schwer. Wenn alles brennen würde, wäre es einfach. Dann könnte ich sagen: Sieh hin. Sieh, was sie getan hat. Aber alles funktioniert. Meine Tochter lacht. Die Leute gehen zur Arbeit. Die Fenster leuchten. Die Welt hat gewonnen. Und ich stehe auf der anderen Straßenseite. Manchmal frage ich mich, ob sie sich überhaupt noch an mich erinnert. Und manchmal frage ich mich etwas Schlimmeres. Ob sie wusste, dass ich mich so entscheiden würde. Ob sie wusste, dass ich dieses Kind bekommen wollte. Ob sie wusste, dass ich Nein sagen würde. Meine Mutter hat unter ihr gelebt. Meine Großmutter auch. Vielleicht noch länger. Vielleicht wusste sie es, bevor meine Mutter geboren wurde. Vielleicht wusste sie es, bevor ich geboren wurde. Vielleicht war ich nie eine Überraschung. Vielleicht war ich nie eine Rebellion. Vielleicht war ich nur die nächste richtige Vorhersage. Ich hasse diesen Gedanken. Mehr als das Fell. Mehr als die Hufe. Mehr als den Wald. Denn wenn sie das wusste, wenn sie mich kannte, bevor ich mich kannte, dann war das nie mein Sieg. Aber auch nie ihrer. Denn wenn ich wieder in dieser Küche säße, wenn dieselbe Nachricht vor mir läge, wenn ich noch einmal entscheiden dürfte, dann würde ich wieder denken: Dieses Kind bekomme ich. Und diesmal würde ich es laut sagen.