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Dietrich Fischer-Dieskau - Mörike-Lieder - 1987 (1 of 9)

WunderhornKnabe

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Dietrich Fischer-Dieskau - Mörike-Lieder - 1987 (1 of 9)

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Hugo Wolf: Mörike-Lieder Der Genesene an die Hoffnung In der Frühe Fussreise Dietrich Fischer-Dieskau, baritone Hartmut Höll, piano rec. 1987 (Baden-Baden) DER GENESENE AN DIE HOFFNUNG Tödtlich graute mir der Morgen: Doch schon lag mein Haupt, wie süß! Hoffnung, dir im Schoß verborgen, bis der Sieg gewonnen hieß. Opfer bracht' ich allen Göttern, Doch vergessen warest du; Seitwärts von den ew'gen Rettern Sahest du dem Feste zu. O, vergieb, du Vielgetreue! Tritt aus deinem Dämmerlicht, Daß ich dir in's ewig neue, Mondenhelle Angesicht Einmal schaue, recht von Herzen, Wie ein Kind und sonder Harm; Ach, nur Einmal ohne Schmerzen schließe mich in deinen Arm! IN DER FRÜHE Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir, Dort gehet schon der Tag herfür An meinem Kammerfenster. Es wühlet mein verstörter Sinn Noch zwischen Zweifeln her und hin Und schaffet Nachtgespenster. Ängste, quäle dich nicht länger, meine Seele! Freu' dich! Schon sind da und dorten Morgenglocken wach geworden. FUSSREISE Am frischgeschnittnen Wanderstab, Wenn ich in der Frühe So durch Wälder ziehe, Hügel auf und ab: Dann, wie's Vöglein im Laube Singet und sich rührt, Oder wie die gold'ne Traube Wonnegeister spürt In der ersten Morgensonne: So fühlt auch mein alter, lieber Adam Herbst und Frühlingsfieber, Gottbeherzte, Nie verscherzte Erstlings Paradiseswonne. Also bist du nicht so schlimm, o alter Adam, wie die strengen Lehrer sagen; Liebst und lobst du immer doch, Singst und preisest immer noch, Wie an ewig neuen Schöpfungstagen, Deinen lieben Schöpfer und Erhalter. Möcht' es dieser geben Und mein ganzes Leben Wär' im leichten Wanderschweiße Eine solche Morgenreise!