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Autoritarismus, AfD und Abwanderung: Gilda Sahebi über den Zustand Deutschlands

ASK – Die Kommunikationsagentur

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Autoritarismus, AfD und Abwanderung: Gilda Sahebi über den Zustand Deutschlands

565 просмотров · 9 дней назад
ASK – Die Kommunikationsagentur
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In dieser Episode von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Gilda Sahebi, Journalistin und Autorin. Sie ist in Teheran geboren, ihre Eltern flohen aus politischen Gründen, als sie noch ein Kleinkind war. Sie studierte Medizin in Heidelberg, machte das Physikum, wechselte die Universität und nahm Politik dazu – Neurologin wollte sie werden. Im praktischen Jahr entschied sie sich gegen das System Klinik, Ende 20 war das, spät, wie sie selbst sagt. Eine schwere Erkrankung vor einigen Jahren hat sie noch einmal verändert. Heute arbeitet sie journalistisch, hält Hochzeits- und Trauerreden und versucht, durch die vier Türen zu sprechen: true, kind, necessary, complete. Eine Folge über Polarisierung, Machtgefälle, Emotionen und Autoritarismus und die Frage, warum eine Gesellschaft, die im Alltag erstaunlich gut funktioniert, sich selbst für zerrissen hält. Hauptthemen der Episode: Die Spaltung ist eine Erzählung: warum die Daten keine in zwei Hälften zerfallene Gesellschaft hergeben. Nur 25 Prozent kommentieren online: wie ein winziger Ausschnitt zur gefühlten Realität aller wird. Algorithmen sind Manipulation: was sich seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk verschoben hat. Der Beef mit den Demokraten: warum Sahebi die demokratischen Parteien härter kritisiert als die autoritären Kräfte. 70 Lobbyisten pro Abgeordnetem: wie wenig Einzelne im Finanzausschuss des Bundestages gegen Strukturen ausrichten. Deutschland ist emotional unterentwickelt: warum sie deshalb Hochzeits- und Trauerrednerin geworden ist. Hoffnung gibt es nur in der Gemeinschaft: was das Zusammenkommen im Iran gerade am Leben hält. Wichtige Stellen der Episode: 0:00 Begrüßung 0:16 „Ich glaube nicht an die Guten" 1:08 Die vier Türen: true, kind, necessary, complete 10:17 Warum affektive Polarisierung immer den Autoritären hilft 14:24 Die SPD und die Frage, ob sie es wirklich anders macht 18:09 Der Gedanke, Deutschland zu verlassen 21:32 Was die Parteien zuerst anerkennen müssten 33:45 Machtgefälle und 27 Millionen Ehrenamtliche 40:02 Warum Deutschland emotional unterentwickelt ist 44:16 Teheran, Flucht, Familie: Wer ist Gilda Sahebi? 46:38 Die Erkrankung, die vieles verändert hat 51:03 Die Lage im Iran nach drei Jahren Umbruch 58:39 Im Jahr 2050 am Brandenburger Tor Was wir besprochen haben: Warum Gilda Sahebi nicht an die Guten glaubt, sondern nur an Menschen, die sich öfter dafür entscheiden, gut zu handeln – und warum das niemanden zum besseren Menschen macht. Die vier Türen als persönlicher Maßstab: true, kind, necessary, complete. Für „kind" gibt es im Deutschen kein Wort. Der Verweis auf den Harvard-Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt, nach dem in jeder Gesellschaft 20 bis 30 Prozent der Menschen autoritären Wegen zuneigen – das Problem entsteht erst, wenn demokratische Politiker*innen sich mit ihnen verbünden. Die Beobachtung, dass 30 bis 40 Prozent der Menschen in Deutschland keine Spareinlagen haben und eine kaputte Waschmaschine zur Existenzfrage wird. Deutschland liegt neben Estland an der Spitze der Vermögensungleichheit in Europa – eine Zahl, die aus ihrer Sicht keine Partei ernsthaft anerkennt. Die Szene auf dem Juso-Kongress, nach der ihr ein junger Teilnehmer sagte, sie sei die Einzige auf dem Podium gewesen, die sozialdemokratische Sachen gesagt habe. Der Supermarktbesitzer in Brandenburg, der Senior*innen zehn Prozent Rabatt gibt, außer auf Tabak. Für sie ein Beispiel dafür, wie viele Menschen sich täglich für gutes Handeln entscheiden. Mehmonie: das Zusammenkommen von Familien und Freund*innen im Iran, mit Musik, Tanz und Gesang – eine Lifeline, die wegen der wirtschaftlichen Lage seltener wird. Der Satz, der das Gespräch trägt: „Das kleinste Licht kann eine Dunkelheit erhellen, egal wie klein es ist." Der Blick ins Jahr 2050: Auf die Frage, welches Land sie am Brandenburger Tor sieht, antwortet sie „Das Land, das wir daraus machen." Eine Strategie dafür hat sie nicht – nur die Arbeit am eigenen Schatten und die vier Türen. Links: 🎧 Jetzt auf Spotify hören: https://open.spotify.com/show/1dLFdwU... 🔗 LinkedIn Gilda Sahebi:   / gilda-sahebi-4b850b20a   🔗 LinkedIn Thomas Mühlnickel:   / thomas-m%c3%bchlnickel-75048a176   🌐 ASK Berlin: www.ask-berlin.de Podcast abonnieren: Abonniere „Damit die Guten gewinnen" auf: 🎧 Spotify 🍎 Apple Podcasts ▶️ YouTube und verpasse keine Folge über Menschen, die unsere Gesellschaft positiv verändern.