Die 12 BESTEN sowjetischen HiFi-Marken aller Zeiten (von allen hast du nie gehört)
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Die 12 BESTEN sowjetischen HiFi-Marken aller Zeiten (von allen hast du nie gehört)
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Kiew, 1944. In einer Halle, in der bis vor kurzem Straßenminen gestempelt wurden, beugen sich Männer über Geigen und Ziehharmonikas und leimen Holz. Sechs Jahre später läuft aus genau dieser Halle das erste sowjetische Tonbandgerät. Heute rollen aus demselben Tor Mörser. Welches Werk das ist, klärt sich am Ende dieses Videos.
Sowjetisches HiFi kam fast nie von einer HiFi-Firma. Es kam aus Werken für Sonar, Flugabwehr, Artillerieoptik und Atomtechnik, für die Konsumgüter eine lästige Auflage von oben waren, eine Stückzahl im Plan und nichts weiter. Genau deshalb wiegen diese Geräte so viel. Genau deshalb sitzen darin überdimensionierte Netzteile, dicke Bleche und Schalter mit vergoldeten Kontakten, wie man sie in einem Haushaltsgerät nie erwarten würde. Wer Technik liefert, die im Ernstfall funktionieren muss, kennt keine andere Bauweise.
In diesem Video gehen wir 12 Marken durch, von hinten nach vorn. Es geht um ein Rigaer Radiowerk, das unter deutscher Besatzung als Zweigwerk von Telefunken militärische Nachrichtentechnik und Artillerieoptik baute, in den achtziger Jahren 16.000 Menschen beschäftigte und 2022 noch genau 11. Es geht um ein Werk an der Wolga, dessen Bandmaschine einer japanischen Konstruktion auf Augenhöhe begegnen sollte, während der Mutterbetrieb Panzerzielfernrohre lieferte und heute Leitwerk für ein Flugabwehrsystem ist. Es geht um ein sibirisches Werk, dessen Geräte in 26 Länder exportiert wurden und das innerhalb von sieben Jahren verschwand. Und es geht um einen Kiewer Verstärker mit 16 Kilogramm Lebendgewicht, 50 Watt je Kanal und einem stabilisierten Netzteil, gebaut von einem Betrieb, dessen eigentliche Aufgabe Messgeräte für die Atomindustrie waren.
Zwei Namen in dieser Liste, die in jedem Gespräch über sowjetisches HiFi fallen, kamen nicht nur aus derselben Stadt, sondern aus demselben Gebäude. Dieses Gebäude gehörte weder der Radioindustrie noch dem Handel. Es gehörte dem Schiffbau, und seine Hauptaufgabe waren die Ohren sowjetischer U-Boote. Die Leute, die morgens an Ortungsanlagen für Atom-U-Boote arbeiteten, entwickelten nachmittags Lautsprecher fürs Wohnzimmer. Einer ihrer Verstärker kostete 625 Rubel, war in Moskau nur mit 25 Rubel Aufschlag unter dem Tisch zu bekommen, gewann eine Goldmedaille in Leipzig und ging nach Frankreich und Australien.
An ein paar Stellen widersprechen sich die Quellen, beim Gründungsjahr eines Werks ebenso wie beim Startjahr einer Serie. Das sage ich im Video offen, statt eine Zahl zu erfinden. Was sich dagegen sehr genau belegen lässt, ist der Schluss. Das Werk auf Platz eins hat den vollen Kreis gedreht: Minen, dann Musikinstrumente, dann vierzig Jahre Tonbandgeräte und Kassettendecks mit 40.000 Stück im Jahr, und seit 2008 wieder Waffen, in denselben Hallen und an teilweise denselben alten Maschinen.
Schreib in die Kommentare, welche dieser Marken du kanntest, welche in dieser Liste zu hoch steht und welche fehlt. Und wenn bei dir zu Hause noch so ein Gerät steht, schreib dazu, welches. Abonnier den Kanal für weitere Geschichten über Marken, die einmal alles waren und heute nur noch ein Name sind.