Wie sie Hamburgs U-Bahn unter der Innenstadt bis in die HafenCity bauten
Gebautes Deutschland – Bauwerke & Geschichte
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Zwei Tunnelröhren unter Hamburgs dicht bebauter Innenstadt, in wasserreichem, wechselndem Baugrund, mit dem Ziel, exakt in eine bestehende U-Bahn-Station einzufädeln: Die Verlängerung der Linie U4 von der HafenCity zum Jungfernstieg musste einen Untergrund überwinden, der jede Ungenauigkeit bestrafte. Ein Bogen von mehr als hundertachtzig Grad führte die Trasse um bestehende Leitungen, Tunnel und Fundamente herum, während die Innenstadt darüber ihren Alltag weiterführen sollte.
Für den Vortrieb lieferte Herrenknecht einen Mixshield mit mehr als sechs Metern Schneidraddurchmesser, getauft auf den Namen VERA. Die Maschine stützte die Ortsbrust mit Bentonit-Suspension und setzte hinter sich Ringe aus Stahlbeton-Tübbingen mit einem Toleranzmaß von wenigen Millimetern. Im tonigen Glimmerton verlangsamte sich der erste Vortrieb erheblich, bis eine überarbeitete Maschine und ein angepasster Ablauf die zweite Röhre deutlich schneller ans Ziel brachten.
Am Jungfernstieg wartete keine offene Baugrube, sondern eine bereits in den siebziger Jahren vorbereitete Station der U2 mit alten Verankerungen im Weg. Die Verbindung entstand mit dem Vereisungsverfahren: gefrorener, wasserhaltiger Boden als vorübergehend fester Werkstoff, in dem Querschläge sicher geöffnet werden konnten – eine Technik, die an mehreren Stellen der Strecke zum Einsatz kam und einmal auch ihre eigenen Grenzen zeigte.
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