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Lebenswichtige Warnung bei Fehldiagnose zwischen Morbus Parkinson und Lewy-ody-Demenz

DemenzABC

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Lebenswichtige Warnung bei Fehldiagnose zwischen Morbus Parkinson und Lewy-ody-Demenz

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Eine Fehldiagnose zwischen dem idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS) und der Lewy-Body-Demenz (LBD / DLB) kommt in der Praxis sehr häufig vor, da beide Erkrankungen zu derselben Gruppe von neurodegenerativen Störungen gehören (den sogenannten Synukleinopathien). Sie teilen sich dieselben krankhaften Eiweißablagerungen (Lewy-Körperchen) im Gehirn. Die Verwechslung hat jedoch gravierende Folgen für die Therapie. Der entscheidende Schlüssel zur Vermeidung einer Fehldiagnose liegt fast ausschließlich im zeitlichen Verlauf der ersten Symptome. Die goldene Trennlinie: Die „Ein-Jahres-Regel“ In der Medizin unterscheidet man die beiden Erkrankungen anhand der Reihenfolge, in der Bewegungsstörungen und geistiger Abbau auftreten: • Lewy-Body-Demenz (LBD): Die geistigen Einschränkungen beginnen zuerst oder treten innerhalb von 12 Monaten nach den ersten Parkinson-Symptomen auf. • Morbus Parkinson: Hier stehen jahrelang rein motorische Störungen (Zittern, Steifigkeit) im Vordergrund. Entwickelt sich erst nach vielen Jahren eine Demenz, spricht man von einer Parkinson-Demenz (PDD). Warum es so oft zu Fehldiagnosen kommt 1. Gleiche motorische Symptome: Beide Krankheiten zeigen das typische Parkinson-Muster: verlangsamte Bewegungen (Bradykinese), Muskelsteifigkeit (Rigor), nach vorn gebeugte Haltung und Gangunsicherheit. 2. Fehlender Ruhetremor bei LBD: Während das klassische Zittern in Ruhe (Ruhetremor) typisch für Parkinson ist, fehlt es bei der Lewy-Body-Demenz oft völlig oder ist nur schwach ausgeprägt. Dies führt fälschlicherweise oft zur Diagnose eines „atypischen“ Parkinsons. 3. Unbemerkte kognitive Frühsymptome: Bei der LBD ist das Gedächtnis anfangs oft noch gut. Stattdessen schwinden die Aufmerksamkeit, das Organisationstalent und das räumliche Sehen. Da dies im Alltag oft spät bemerkt wird, wird die LBD anfänglich rein als Parkinson fehldiagnostiziert. Typische Warnzeichen, die für eine Lewy-Body-Demenz sprechen Wenn bei einem vermeintlichen Parkinson-Patienten folgende Symptome früh auftreten, liegt wahrscheinlich eine LBD vor: • Starke Schwankungen: Die geistige Leistungsfähigkeit und Wachheit verändern sich massiv von Stunde zu Stunde oder Tag zu Tag. • Frühe visuelle Halluzinationen: Patienten sehen oft detailreiche, plastische Dinge (z. B. Tiere oder Personen im Raum), die nicht da sind. • Ausgeprägte REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Patienten „durchleben“ ihre Träume lebhaft, schlagen im Schlaf um sich oder rufen laut. • Extreme Überempfindlichkeit gegen Neuroleptika: Bestimmte Psychopharmaka (Antipsychotika) können bei LBD-Patienten lebensgefährliche, irreversible Verschlechterungen der Motorik auslösen. Medizinische Abklärung zur Absicherung Um Fehldiagnosen zu minimieren, nutzen Neurologen heute spezialisierte Verfahren: • DaTSCAN (SPECT): Zeigt den Verlust von Dopamin-Transportern im Gehirn (hilft zur Abgrenzung gegenüber Alzheimer, unterscheidet aber LBD nicht von Parkinson). • FDG-PET: Macht den Energiestoffwechsel des Gehirns sichtbar. Bei der LBD zeigt sich meist ein charakteristischer Stoffwechselaufbrauch in den Sehzentren (Okzipitallappen). • Ausführliche Neuropsychologie: Spezielle Tests für Aufmerksamkeit und visuell-räumliche Funktionen.