Bewaffnete Gang in der FAVELA fordert 200$, die ich nicht habe...
Nomadrik
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Bewaffnete Gang in der FAVELA fordert 200$, die ich nicht habe...
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Nomadrik
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Nach 2 Monaten meines Starts ohne eigenes Geld im Norden Südamerikas mit dem Ziel, die südlichste Stadt der Welt zu erreichen und damit den gesamten Kontinent Südamerika zu durchqueren, bin ich nun in Rio de Janeiro gelandet. Ein Zwischenstopp, auf den ich mich sehr gefreut hatte und für den ich extra 100 $ aus Venezuela aufbewahrt habe ... doch wie sich herausstellt, soll Rio zum Wendepunkt der Challenge „Ohne Geld ans Ende der Welt“ werden.
Was genau passiert ist und warum ich am Ende 200 $ zahlen musste, erfährst du weiter unten in der Beschreibung ⬇️
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Die ganze Situation im Detail ⬇️
Daniel war arbeiten, aber ich durfte trotzdem schon mal vorher in seine Wohnung. Er hat mir einen Standort und Instruktionen geschickt, um seine Bude zu erreichen. Er meinte auch, dass er mir ein Mototaxi zahlen würde, damit ich gut ankomme. Naja, ich wollte nicht, dass er für mich zahlt, und meinte, ich komm schon selber hoch. Das Problem war, dass der von ihm genannte Ort (ein Tourispot) leicht mit einem Hostel verwechselt werden konnte. Ich bin also aus Versehen an Daniels Haus vorbei und zum Hostel gelaufen. Naja, und gerade als ich gecheckt habe, dass ich falsch bin und zurückwollte, wurde ich abgefangen. Erst von einer Frau, die aus einem Supermarkt rauskam, dann von den Jungs am Drogentisch, den ich davor völlig übersehen habe. Sie fragten mich, was ich mache, und wollten mir das Mikrofon abnehmen. Ich habe erst verweigert, weil ich die Chancen, das Mikrofon wieder zurückzubekommen, sobald es einmal weg ist, als eher unwahrscheinlich eingeschätzt habe.
Naja, es kamen immer mehr. Wohl gemerkt waren das alles junge Menschen, vielleicht so 20 bis 24 Jahre alt, aber halt mit Waffen, nicht den freudigsten Gesichtern und auf Drogen. Als der Handgriff zur Waffe aggressiver wurde, habe ich das Mikrofon abgegeben, mit dem Gedanken, dass ich es eh nicht mehr bekomme. Ich habe ihnen von meiner Kontaktperson, also Daniel, erzählt, und ab dem Moment lag die Verantwortung auf seinen Schultern. Er als Guide musste den leider hinhalten.
In dem Moment, als ich dort stand, hatte ich irgendwie das Gefühl, die genießen es gerade, mich auszunehmen, und ich war auch etwas abgefuckt von dieser Attitüde. Naja, Daniel musste kommen und ich habe die ersten 80 $ (2 Essenpakete für jeweils 200 Reais) gezahlt.
Ein paar Stunden später hat der Boss der Bande Daniel geschrieben, dass nochmal 3 Essenpakete für je 180 Reais fällig sind (es gibt verschiedene Pakete mit verschiedenen Preisen). Wenn es nach mir ginge, hätte ich auf die zweite Forderung geschissen, aber weil Daniel sein Gesicht hinhalten musste und da er mir sein Haus geöffnet hat, ohne mich davor wirklich gekannt zu haben, konnte ich den Move nicht bringen. Am Ende denke ich, dass die Strafe viel zu hoch war und dass 2 Pakete schon angemessen waren, aber wahrscheinlich wollten die nochmal etwas Geld aus den vermeintlich reichen Deutschen holen ... Übrigens haben die auch ein Bild von mir gemacht und es in ihrer Gruppe gepostet, damit die Leute in der Favela ein Auge auf mich haben. Naja, an sich super interessant, wie sich die Favela selbst organisiert und wie sie aktuell durch Tourismus Geld ranhält.
Kurze andere Story, die ich gar nicht erzählt habe: Eine Nacht waren wir auf einer Favela-Party. Die brasilianische Musik war etwas ungewohnt für mich und ich wusste nicht ganz, wie man dazu tanzen soll. Naja, die Brasilianer wussten es und es war spannend anzusehen. Was auch spannend war, ist, dass jeder Siebte eine Waffe hatte, die er permanent in die Luft streckt. Ab und zu hat man in der Menge ein Stück Eisen an seinem Po oder Bein gespürt, und ich rede von richtigen Sturmgewehren. Naja, Filmen war auch dort nicht erlaubt. Witzig war es trotzdem, auch wenn ich mir oft dachte, dass viele Möchtegern-Gangster in der Menge sind.
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0:00 Intro
01:21 200$ für die Gang
10:42 In der Favela "Rocinha"
13:14 "Cidade de Deus": Eine Favela wie im Film
25:32 Abschied aus der Favela
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