Adorf und Bahnbetriebswerk Adorf, 08.05.2021
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Mit der Phantom 4 über Adorf / Vogtland und dem ehemaligen Bahnbetriebswerk Adorf unterwegs.
Bahnbetriebswerk Adorf
Das Bahnbetriebswerk Adorf entstand aus der Lokstation Adorf, welche nach dem Bau eines sechsständigen Heizhauses von 1877 bis 1880 eingerichtet wurde. Zuvor besaß lediglich die Haltestelle Adorf der CAAE ein zweiständiges Heizhaus.[4]
Bereits nach der Verstaatlichung der CAAE war die Errichtung eines Heizhauses im Adorfer Bahnhof angedacht, aus Kostengründen wurde die Planung aber verworfen. Vier Jahre später wurde dann in unmittelbarer Nähe des Empfangsgebäudes ein Heizhaus errichtet. Wegen der beengten Verhältnisse musste es lang und schmal ausgeführt werden, auf den nur zwei Gleisen hatten insgesamt sechs Lokomotiven Platz, auch wurden eine Wasserstation, eine Werkstatt und ein Kohleschuppen errichtet. Da die Anlagen in unmittelbarer Stadtnähe lagen, gab es zahlreiche Beschwerden der Bevölkerung wegen Rauchbelästigung.
Da die Anlagen wegen Platzmangel nicht erweitert werden konnten, wurde im Zuge des Bahnhofumbaus 1905 bis 1912 außerhalb des Bahnhofsgeländes am Kaltenbach bei Streckenkilometer 31,86 der Bahnstrecke Plauen–Eger (vom Bahnhof Adorf in Richtung Plauen/Roßbach gelegen) ab März 1906 neue Anlagen errichtet. Die Arbeiten konnten im Juni 1909 beendet werden, gebaut worden waren ein fünfzehnständiges Halbrundlokschuppen mit einer 20 m-Drehscheibe und ein Verwaltungsgebäude.[2]
Von 1928 bis 1933 wurden die Anlagen nochmals vergrößert. Es entstanden zwei neue Schuppengleise, die Werkstatt wurde erweitert sowie Arbeitserleichterungen – Bau einer Achssenke, Verbesserung der sanitären Einrichtungen, Bau eines Kohlenkranes – für das Personal geschaffen.
1948/49 sollte des Bahnbetriebswerk bereits wegen verlängerter Lokumlaufpläne aufgelöst werden, der Plan wurde aber nicht realisiert. Das Bahnbetriebswerk Adorf wurde am 30. Juni 1969 als eigenständige Dienststelle aufgelöst und als Triebfahrzeugeinsatzstelle dem Bahnbetriebswerk Reichenbach angegliedert.[5]
Die Triebfahrzeugeinsatzstelle wurde am 30. November 1992 in eine reine Personaleinsatzstelle umgewandelt, endgültig geschlossen wurde diese 1997.[6] Derzeit nutzt der Vogtländische Eisenbahnverein Adorf die Anlagen und erhält einige Fahrzeuge (u. a. die 86 607 und eine ELNA 1) museal.
Lokomotiveinsatz
Anfangs wurden die Gattungen H VII, H IIIb T, H V T und IV T in Adorf stationiert. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden diese noch um die Gattungen V V, I V, XI HV, XI H, XI HV, XII H2 (spätere Baureihe 38.2–3) sowie XI HT (Baureihe 94.19–21) ergänzt. Nach dem Ersten Weltkrieg kam erstmals die Gattungen XIII H (Baureihe 58.4) im Güterzugdienst zum Einsatz.[7]
Waren bis Ende der 1920er Jahre fast ausschließlich Lokomotiven der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen eingesetzt, so kamen nun vereinzelt andere Fahrzeuge dazu. Die sächsischen Länderbahnlokomotiven blieben aber mindestens bis 1965. Nur kurzzeitig wurde von Adorf die Baureihe 75.5 eingesetzt, als Ersatz erhielt man Ende der 1920er Jahre mehrere fabrikneue Exemplare der Baureihe 86. Die Baureihe 38.2–3 wurde um gleich einsetzbare Fahrzeuge der Baureihe 38.10–40 ergänzt. Auch kamen zahlreiche Lokomotiven der zur Baureihe 58.4 baugleichen Baureihe 58.10–21 ins Vogtland.[7]
Im Zweiten Weltkrieg waren in Adorf einige Loks der Baureihe 50 stationiert, die aber noch vor Kriegsende durch die Baureihe 52 ersetzt wurden. Bei Kriegsende waren im Bahnbetriebswerk die Baureihe 38.2–3, 52, 58, 75.5, 86 und 94.19–21 vorhanden. Hinzu kamen einzelne Loks der Baureihen 53, 54.15–17, 91 und 56.34–35, die aber bald nach Kriegsende ausgemustert oder an andere Dienststellen abgegeben wurden. Die Schlepptenderlokomotiven wurden ebenfalls abgegeben, stattdessen erhielt Adorf weitere Tenderlokomotiven der Baureihen 75.5 und 86.[7]
Mit Einsetzen des Uranbergbaus erhielt Adorf wieder die Baureihe 58.4, die fortan auch Schnellzüge – unter anderem den Karlex – sowie überschwere Güterzüge bespannte. Hinzu kam ab Mitte der 1950er Jahre die Baureihe 50.
1968 wurde mit der Baureihe V 200 erstmals Diesellokomotiven in Adorf stationiert, der Traktionswandel war 1971 abgeschlossen. Seitdem kamen bis zur Schließung der Triebfahrzeugeinsatzstelle ausschließlich Dieselfahrzeuge zum Einsatz.
Neben der Baureihe V 60 wurden von Adorf auch die Baureihen V 180 und 130/131/132 eingesetzt.
Quelle : Wikipedia