Alpabzug mit «Meien», Chästeilet, Alphorn, d’Chäslaibe usegäh fast 300jährige Tradition Justistal🇨🇭
Stev
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Alpabzug mit «Meien», Chästeilet, Alphorn, d’Chäslaibe usegäh fast 300jährige Tradition Justistal🇨🇭
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Die traditionelle Chäseteilet, bei welcher der über den Alpsommer produzierte Käse gerecht der Milchleistung der Kühe unter den Bauern aufgeteilt wird. Neun Alpen (Alpgenossenschaften) sind hier beteiligt.
Ein goldener Septembermorgen begrüsst uns im Justistal, ein abgelegenes Alpental oberhalb des Thunersees, das seit fast 300 Jahren Schauplatz eines ganz besonderen Brauchtums ist.
Schon früh strömen Einheimische und Gäste ins Tal, um die Chästeilet 2025 mitzuerleben. Die traditionelle Chäseteilet, bei welcher der über den Alpsommer produzierte Käse gerecht der Milchleistung der Kühe unter den Bauern aufgeteilt wird. Neun Alpen (Alpgenossenschaften) sind hier beteiligt. Bereits am Taleingang, bei der vordersten Alp Grön, liegt Feststimmung in der Luft: Dort wird der Alpkäse direkt vor Ort geteilt und tatsächlich hört man schon um 9 Uhr fröhliche Jodelklänge von der Alphütte herüber.
Hier stehen in einer malerischen Alpwiese vier alte Käsespeicher aus Holz. In diesen Speichern teilen sieben der neun Alpgenossenschaften ihren Käse, zwei Alpen, eben das erwähnte Grön sowie die Alpgenossenschaft Spycherberg selbst, führen die Teilung bei ihren eigenen Hütten durch.
Beim Spycherbergplatz angekommen, werden wir sogleich von Alphornklängen empfangen.
Rund um die Speicher herrscht buntes Treiben: Älpler in ihrer Chüjermutz begrüssen Freunde und Familien, neugierige Besucher bestaunen die Umgebung, und überall duftet es nach würzigem Käse.
Eine kleine Festwirtschaft hat geöffnet und bietet lokale Spezialitäten an.
Vom knusprigen Zopf mit Hobelkäse bis zum wärmenden Kräutertee ist für das Wohl gesorgt.
Viele Bergrechtler haben ausserdem für ihre Helfer und Gäste eigene Picknicks mitgebracht.
Die Stimmung ist gelassen und erwartungsvoll, es wird gelacht, geplaudert und hier und da sogar spontan musiziert:
Immer wieder stimmen Älpler mit den Besuchern ein Jodellied an, und auch die typischen Klänge des Schwyzerörgelis (Handörgeli) sind zu hören. Dieses ungeplante Zusammenspiel von Musik, Natur und Menschen verleiht dem Anlass eine einzigartige Atmosphäre, die gleichzeitig authentisch und feierlich
Traditionelles Ritual: Käse in neun Teilen
Um 10:30 liegt das Tal noch im Schatten des Niederhorns. Die Sonne lässt auf sich warten, doch das tut der Feststimmung keinen Abbruch. Der Platz füllt sich bereits mit erwartungsvollen Gesichtern, bei diesem sonnigen Septembertag am 18.09.2026 haben sich Schätzungen zufolge bis zu 4’000 Menschen im Justistal eingefunden. Einheimische, Neugierige und Gäste
11 Uhr ist es dann so weit: Unter dem Jubel der Anwesenden öffnen die Sennen und Sennerinnen die Türen der kühlen Speicher.
Jetzt werden „d’Chäslaibe usegäh“ die schweren Laibe werden herausgenommen, einer nach dem anderen.
In kräftigen Händen werden die goldgelben Käselaibe von einem zum nächsten gereicht. Teamarbeit wie auf einer stillen Kette.
Stück für Stück entstehen auf den hölzernen Latten sorgfältig geschichtete Stapel, jeder ein eigenes Los. In diesem Jahr kommen 94 Lose beim grossen Mittelberg zusammen, ein eindrückliches Bild, wie die über 600 Laibe Alpkäse vor dem urchigen Spycher sorgfältig aufgeschichtet werden.
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