Fusion Festival 2016 - Kulturkosmos Lärz
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Fusion Festival 2016 - Kulturkosmos Lärz
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Fusion Festival 2016
Das Fusion Musikfestival hat den Ruf eines der saubersten zu sein. Möglicher Grund: Das Besucherspektrum ist Verantwortungsbewusster. Bei einem alternativ ausgerichteten ökologisch/politisch korrektem, veganen etc. Festival durchaus denkbar. Vielleicht ist auch die Abfallbeseitigung einfach nur gut organisiert. Oder aber auch in Anteilen Beides... Wie dem auch sei – es existiert ein Beteiligungssystem um zur Erhöhung der Motivation der Besucher Abfall selbst zu beseitigen beizutragen – Man bezahlt einen Aufschlag auf den Ticketpreis, den man zurückerhält, wenn man ein gewisses Maß an Abfall selbst beseitigt. Konkret heisst das: Man bezahlt 10 Euro mehr und erhält beim betreten des Festivals eine Mülltüte, die man später gefüllt (Idealerweise mit Abfall) gegen den zuvor gezahlten Aufpreis zurücktauschen kann.
Eigentlich recht einfach. Dank übereifriger Mitarbeiter kommt es allerdings anscheinend doch manchmal zu Unstimmigkeiten. Es drängt sich z.B die Frage auf, wann eine Mülltüte eigentlich als angemessen befüllt betrachtet werden kann.
Denkbar ist also die Verweigerung der Rückzahlung des Aufpreises mit der Begründung man hätte nicht ausreichend Abfall gesammelt.
Wenn es also vorkommt daß man sich zu kultiviert verhält und sich nicht benimmt wie ein Schwein am Trog und kaum genug Abfall selbst produziert um die entsprechende Tüte halb zu füllen vergegenwärtigen sich schlagartig Aspekte systematischer Hintergründe der Maßname- Man soll gezwungen/erzogen werden Müll anderer Leute einzusammeln. Für den Grossteil der Besucher mit künstlerischem / Geisteswissenschaftlichen Hintergrund sicherlich eine vernünftige und praktische Berufsvorbereitungsmaßnahme...
Es ist wird aber auch deutlich, daß man die Angelegenheit so interpretieren kann dass man im Grunde anscheinend doch relativ anmaßend bevormundet wird. Man mag noch einsehen, daß es in Ordnung sei seinen eigenen Abfall selbst zu beseitigen. Vielleicht auch noch den von Freunden und Bekannten. Aber wenn man dann trotzdem nicht genug Abfall zusammenbekommen hat und die Annahme des Abfalls mit dem Hinweis verweigert wird doch bitte noch genug Abfall zu sammeln, bis die Tüte angemessen befüllt ist erzeugt das gewissen Widerwillen.
Mit engagierten Fanatikern zu Diskutieren ist in der Regel nicht besonders erfolgsversprechend, nervt und ist zeitraubend – aber wenn man wie ein 5 Jähriger behandelt wird so ist es das mindeste das man sich auch wie einer benimmt: Man tut das Gegenteil von dem man annimmt das es dem Gegenüber genehm ist: Man befüllt die Tüte mit Sand vom Campingplatz, bindet sie so zu daß die eingeschlossene Luft das Volumen der Tüte ausdehnt oder befüllt seine leeren PET Flaschen mit Trinkwasser, das schadet dem Gegenüber sogar doppelt – man verweigert die Teilnahme an der Müllsammeldressur und verschwendet sogar noch Trinkwasser welches der Veranstalter mühsam bereitstellen musste. Es sind sicherlich nur Kleinstmengen, aber der gute Wille zählt. Andererseits will man eigentlich auch selbst kein Wasser verschwenden – wie gesagt – man bezeichnet sich ja kultiviert. Also eifach zur nächsten Müllsammelstelle gehen – das dort arbeitende Mädchen sieht die Sache wesentlich lockerer – Problem gelöst.
Gleichzeitig wird man auf den Umgang mit Behörden vorbereitet. Wenn ein Antrag zurückgewiesen wird einfach mit dem selben Anliegen an einer anderen ebenfalls prinzipiell zuständigen Stelle vorstellig werden und oftmals hat sich das Problem ebenfalls erledigt.
Der Nachbar auf dem Zeltplatz, von der Angelegenheit in Kenntnis gesetzt teilt bei der Gelegenheit mit dieses Problem anders zu lösen: Er kommt mit dem Auto, hat sowiso immer zuviel Platz und bringt sich zur Lösung des selben Problems einen Sack Hausmüll von zu Hause mit. Tja – Und da sagt man die Besucher dieses Festivals wären aufgrund überhöhten Drogenkonsums nicht zu Problemlösungen fähig...
Musik: Harmonic Defiance - The Endless Corner, Free Music Archive