Die Digitalisierung in der Medizin
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Die Digitalisierung in der Medizin
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Chancen und Herausforderungen für Arzt und Patient
Eine Expertenwerkstatt mit
Prof. Dr. Thomas Seufferlein | Ärztl. Direktor Innere I Universitätsklinikum Ulm
Prof. Dr. Michael Denkinger | Ärztl. Direktor Agaplesion Bethesda Ulm
Dr. Julia Inthorn | Direktorin Zentrum für Gesundheitsethik Hannover
Moderation: Dana Hoffmann
Experten geben einen kurzen Einblick in die personalisierte Medizin – Segen und Fluch der Daten, stellen die Frage nach den digitalen Teilhabemöglichkeiten der Menschen in Service Wohnungen und Pflegeheimen – haben wir vielleicht jemand vergessen? und thematisieren die ethischen Fragen der Digitalisierung von Medizin und Pflege.
Die Digitalisierung in der Medizin begegnet uns in Kürze nicht nur in Form der elektronischen Patientenakte (ePA, E-Akte), sondern bereits vielfach unter dem Begriff der personalisierten Medizin. Personalisierte Medizin umfasst Vieles – von Strategien zur Optimierung des Selbst bis hin zu maßgeschneiderten Therapiekonzepten, wie sie z.B. in der Onkologie eingesetzt werden. Eine Vielzahl digitaler Hilfsmittel steht uns mittlerweile zur Verfügung, die unseren Aktivitäts- und Gesundheitszustand aufzeichnen können. Doch wo gehen all die Daten hin und wer fängt was mit welchen Daten von uns an?
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen erfordert gerade auch von älteren Menschen, sich mit den neuen Medien auseinanderzusetzen. Viele nutzen die gebotenen Möglichkeiten, viele allerdings auch nicht – aus den unterschiedlichsten Gründen wie z.B. kognitive und körperliche Einschränkungen, depressive Erkrankungen oder auch fehlender Zugang. Eine besonders gebrechliche Population findet sich in Service Wohnungen, Pflegeheimen, Rehakliniken und Krankenhäusern. Diese Personen sind noch zu einem großen Teil von den Möglichkeiten des digitalen Fortschritts ausgeschlossen, könnten gleichzeitig aber besonders von unterstützenden, assistiven Systemen profitieren.
Vorstellungen eines selbstbestimmten und unabhängigen Lebens im Alter und einer Verbesserung medizinischer Versorgung treiben die Entwicklung digitaler Technologien voran. Begleitet wird diese aber auch von Befürchtungen. Wird die personalisierte Medizin auch eine menschlichere Medizin? Wer übernimmt Verantwortung für Datentransfer, die Interpretation von Testergebnissen und das Vermeiden einer Zweiklassen-Versorgung bei zunehmend automatisierten Vorgängen? Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung beim Einsatz moderner Technologien haben wir?