Was ein Brunnenbohrer 1908 im Harz zwölf Meter unter der Erde fand
Verlorene Zeiten Archiv
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Was ein Brunnenbohrer 1908 im Harz zwölf Meter unter der Erde fand
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Im März 1908 sollte ein Brunnenbohrer namens August Selke auf einem Hof außerhalb
von Lerbach am Westhang des Harzes einen Wasserbrunnen bohren. In zwölf Metern Tiefe
stieß seine Bohrschnecke nicht auf Fels, sondern auf eine flache, polierte Fläche,
die keinen Fingerbreit nachgab. Was die Grube freilegte, war kein Grundgestein.
Es war ein Boden aus hellgrauem Marmor, ohne Mörtel verlegt — in einem Teil des
Harzes, in dem es keinen Marmor, keinen Steinbruch und kein dokumentiertes Bauwerk gab.
Dieser Film stellt zwei Aufzeichnungen nebeneinander. Die eine ist schriftlich und
behördlich: der Markscheider Ernst Habicht, ein Geologe der Preußischen Geologischen
Landesanstalt, ein Kreisregister, dem ausgerechnet der März 1908 fehlt. Die andere
ist mündlich und wurde in einer Familie weitergegeben — samt einem Bruchstück des
Bodens, das bis heute auf einem Regal außerhalb von Osterode liegt. Drei Fundorte,
drei deutsche Länder, drei Jahrzehnte auseinander — und jedes Mal dieselbe Form.
Wir behaupten nichts. Wir legen die belegten Befunde neben die Fragen, die bis heute
offen sind, und überlassen den Schluss Ihnen.
Wenn Sie das Archiv, dem der Monat abhandenkam, gegen die Familie abwägen, die den
Stein behielt — wer von beiden hat die Überlieferung wirklich geschützt?
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