Das Gutachten über ihr Erbe hat Heidi Horten selbst bezahlt
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Heidi Goëss-Horten ließ die Herkunft ihres eigenen Vermögens von rund 3 Milliarden Dollar wissenschaftlich untersuchen und veröffentlichte das Ergebnis fünf Monate vor der Eröffnung ihres Museums in Wien. Diese Dokumentation folgt dem Geld: von einem Warenhaus in Duisburg im Mai 1936 bis zu einer Rekordauktion bei Christie's in Genf im Mai 2023.
Das Gutachten stammt von Peter Hoeres, Professor für Neueste Geschichte an der Universität Würzburg, unter Mitarbeit von Maximilian Kutzner. Grundlage sind Kaufverträge, Handelsregisterauszüge und Unterlagen aus der Zeit nach 1945; der Untersuchungszeitraum reicht von 1936 bis 1945. Am 1. Mai 1936 übernahm die neu gegründete Helmut Horten KG in Duisburg das Warenhaus Gebrüder Alsberg von Ernst, Kurt und Amalie Lauter sowie Hermann Strauß. Horten war 27 Jahre alt und hielt nur 16,7 Prozent, führte das Haus aber als persönlich haftender Gesellschafter. Unter Boykotten und Wirtschaftskrise war der Umsatz von 7 bis 9 Millionen Mark um 1930 auf 2,6 Millionen im Jahr 1933 gefallen, der Kaufpreis floss in Raten aus dem laufenden Geschäft, das Grundstück war nur gemietet. Acht Tage später meldete eine Zeitungsanzeige den Eigentümerwechsel als Werbebotschaft an die Kundschaft. Mehr als 30 Beschäftigte des Hauses waren später von Ausgrenzung und Verfolgung betroffen, darunter der Chefdekorateur Feodor Löwenthal.
Es folgten Wattenscheid (Kaufhaus Heß, Pacht- und Kaufverträge vom 13. August 1936, Sally Heß, der Ende der 1930er-Jahre mit seiner Frau nach Südafrika ging), Königsberg (Alexander und Echternach, 1938, gemeinsam mit dem Bankier Wilhelm Reinold), dazu Marienburg und Marienwerder, wo die Familie Conitzer über die Zwischenfirmen Hille und Co. und Rump und Co. verkaufen musste. Der Parteieintritt kam erst am 1. Mai 1937, mit siebenstelliger Mitgliedsnummer: erst die Geschäfte, dann das Parteibuch. 1943 übernahmen Horten und Reinold die Mehrheit an der Flugzeugwerk Johannisthal GmbH bei Berlin, wo Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Nach 1945 verbrachte Helmut Horten 19 Monate im britischen Internierungslager Recklinghausen, kam am 18. März 1948 frei und wurde vom Hauptausschuss in Duisburg in Kategorie V eingestuft: entlastet. Geprüft wurde die Person, nicht die Verträge von 1936. Der außergerichtliche Vergleich mit den Lauters und Hermann Strauß betrug 915.000 Mark. 1953 kaufte er die Merkur AG von Salman Schocken, 1954 die DeFaKa von Jakob Michael, diesmal im Rechtsstaat und auf freiem Markt. Im Dezember 1968 zog das Ehepaar nach Croglio im Tessin, bevor er seine Anteile an der Horten AG für rund 1,13 Milliarden Mark verkaufte. Am 8. September 1972 wurde das Außensteuergesetz ausgefertigt, dessen Paragraf 6 bis heute „Lex Horten" heißt.
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• "Penumbra" by Scott Buckley — CC BY 4.0 — scottbuckley.com.au
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