Vom SS-Kommandeur zum Mossad-Agenten | Otto Skorzeny — Biografische Dokumentation
Alexander Weiss
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Vom SS-Kommandeur zum Mossad-Agenten | Otto Skorzeny — Biografische Dokumentation
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Alexander Weiss
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Otto Skorzeny gehört zu den umstrittensten Gestalten des Zweiten Weltkriegs. Die alliierte Propaganda nannte ihn den gefährlichsten Mann Europas – ein Titel, den er zeitlebens gern übernahm und der bis heute das Bild dieses Mannes bestimmt. Doch wie viel davon entspricht den Tatsachen, und wie viel ist das Werk eines außergewöhnlich geschickten Erzählers in eigener Sache?
Diese ausführliche Dokumentation zeichnet den Lebensweg des Wiener Ingenieurs nach, der als Kind den Untergang der Habsburgermonarchie erlebte, in den zerrissenen Jahren der Ersten Republik seine politische Prägung erhielt und schließlich zum bekanntesten Sonderkommandoführer des Dritten Reiches aufstieg. Wir beginnen im Wien des Jahres neunzehnhundertacht, in einer Stadt, die noch Hauptstadt eines Vielvölkerreiches war, und folgen einer Biografie über die studentischen Mensurböden der zwanziger Jahre, den bürgerlichen Aufstieg als Bauingenieur, den frühen Parteieintritt, den Anschluss und die Novemberpogrome bis zu den Feldzügen im Osten.
Im Mittelpunkt stehen jene Unternehmen, die Skorzenys Ruf begründeten und die bis heute unterschiedlich bewertet werden: die Befreiung Benito Mussolinis vom Gran Sasso im September neunzehnhundertdreiundvierzig, der bis heute ungeklärte Fall eines geplanten Anschlags auf die Konferenz von Teheran, das gescheiterte Unternehmen gegen Josip Broz Tito, der Staatsstreich in Budapest im Oktober neunzehnhundertvierundvierzig und schließlich die Täuschungsaktion in den Ardennen, bei der deutsche Soldaten in amerikanischen Uniformen hinter den feindlichen Linien operierten.
Besonderes Gewicht legt diese Folge auf die Trennung zwischen belegter Überlieferung und späterer Legendenbildung. Skorzeny hat zwei Erinnerungsbände hinterlassen, in denen er sich selbst konsequent in den Mittelpunkt rückte. Ein sorgfältiger Blick auf die Quellen zeigt jedoch ein vielschichtigeres Bild – etwa die Rolle der Luftwaffenfallschirmjäger unter Major Otto-Harald Mors am Gran Sasso oder die weitgehend leere Frontbilanz der Jahre bis neunzehnhundertzweiundvierzig. Umstrittene Punkte werden in dieser Dokumentation als das dargestellt, was sie sind: Fragen, zu denen mehrere Deutungen nebeneinanderstehen.
Der zweite Teil der Geschichte spielt nach neunzehnhundertfünfundvierzig. Freispruch, Flucht aus der Internierung, das Leben in Madrid unter dem Schutz eines befreundeten Regimes, der Gutshof in Irland, die Beratertätigkeit in Ägypten und Argentinien und schließlich jene Berichte aus israelischen Nachrichtendienstkreisen, die aus dem einstigen SS-Offizier einen Mitarbeiter des Mossad machen sollen. Auch hier gilt: Vieles ist behauptet, manches bezeugt, wenig abschließend geklärt.
Diese Dokumentation versteht sich als historische Bildungsarbeit für ein erwachsenes, geschichtsinteressiertes Publikum. Sie zeigt weder Bewunderung noch Verurteilung um ihrer selbst willen, sondern versucht zu verstehen, wie aus einem begabten jungen Ingenieur ein Mann wurde, der seine Fähigkeiten in den Dienst eines verbrecherischen Regimes stellte – und der seine Überzeugungen bis zu seinem Tod im Jahr neunzehnhundertfünfundsiebzig nie widerrufen hat. Nationalsozialistische Verbrechen werden dabei ausdrücklich benannt und in keiner Weise beschönigt oder verharmlost.
Kanal und Autor: Alexander Weiss
Reihe: Geschichten großer Persönlichkeiten
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