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PODCAST #096 – 20 Jahre WHOLETRAIN - Im Gespräch mit Regisseur FLORIAN GAAG, NEON und CEMNOZ

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PODCAST #096 – 20 Jahre WHOLETRAIN - Im Gespräch mit Regisseur FLORIAN GAAG, NEON und CEMNOZ

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Im Jahr 2006 kam Wholetrain ins Kino. Zwanzig Jahre später ist Florian Gaag wieder mit seinem Film unterwegs, diesmal in einer restaurierten 4K-Fassung. Mexiko-Stadt, Mailand, Rom, Neapel, Budapest, und ab dem 12. November geht es mit Rotzfrech Cinema auf Kinotour durch Deutschland. Für uns der perfekte Anlass, Flo zusammen mit Neon und Cemnoz an einen Tisch zu holen. Die beiden standen damals nicht vor der Kamera, aber ohne sie gäbe es das Graffiti im Film nicht. Sie haben die Züge gemalt, am Buch mitgedacht und den Schauspielern beigebracht und wie man eine Dose hält. Wir fangen ganz vorne an. Eigentlich wollte Flo Ende der Neunziger eine Doku über die New Yorker Writer der Siebziger und Achtziger drehen, über die Generation um Phase2 und Flint, die den Grundstein gelegt hat. Das ZDF war interessiert, die Förderung ist trotzdem in letzter Sekunde geplatzt. Also hat er eine fiktive Geschichte geschrieben. Bis zum ersten Drehtag hat es dann noch einmal fünf Jahre gedauert, und Flo sagt ganz offen, dass diesen Film in Deutschland keiner haben wollte. Für die Filmförderung gab es sogar Drehbuchfassungen mit einem braven Ende, in dem alle ihre Fehler einsehen. Die Deutsche Bahn hat nicht einfach abgesagt. Sie wollte verhindern, dass der Film überhaupt entsteht, und hat gleich noch andere Verkehrsbetriebe in Europa informiert. Budapest und Prag waren schon fast in trockenen Tüchern, am Ende hat es in Warschau geklappt, in einem dieser kurzen Momente, in denen bei der polnischen Bahn alles möglich war. Neon und Cemnoz erzählen, wie es ist, in einer Halle zu malen, in der der Schaffner den Zug auf Zuruf fünf Meter vorfährt, damit man nicht um die Säule herumsprühen muss. Wir reden darüber, ob Wholetrain ein Hip-Hop-Film ist. Neon sagt ganz klar nein, für ihn ist es ein Film über Stylewriting. Es geht um den Vergleich mit Beat Street, um den Soundtrack, den Flo selbst produziert hat, und um die Kritik von damals, die Bilder seien zu sauber und zu sehr Hall of Fame für eine Zeit, in der auf Graffiti auf Zügen schon längst auf Geschwindigkeit eingestellt war. Flo hat darauf bis heute eine ziemlich gute Antwort. Das Ende des Films ist dramatisch, eine Figur stirbt, und das war kein Zufall. Wir sprechen über die Rest-in-Peace-Kultur und über die letzte Szene, in der der Zug gebufft wird. Für Flo hat dieser Moment fast etwas Buddhistisches: Nichts bleibt, auch kein Wholetrain. Und dann ist da die Frage, ob so ein Film in zwanzig Jahren gut gealtert ist. Bei jedem Screening kommen junge Writer auf die drei zu und erzählen, dass sie wegen Wholetrain angefangen haben. Ob es einen zweiten Teil oder eine Serie gibt, ist noch offen. Sicher ist, dass die Vinyl mit HHV noch einmal rauskommt, eine Blu-ray ist geplant, und vielleicht gibt es auch ein Buch mit dem ganzen Material vom Making-of, von dem ihr in der YouTube und Spotify Version dieser Episode auch jede Menge sehen könnt. Viel Spaß beim Hören. Mehr Informationen: https://www.ilovegraffiti.de WHOLETRAIN Website: https://wholetrain.com/de/ WHOLETRAIN auf Instagram:   / wholetrainthemovie   #ilovegraffiti #graffiti