Ein Photon hat KEINE Uhr! Die Zeit tickt nur dort, wo Masse ist. Erklärt
Kosmos Erklärt
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Ein Photon hat KEINE Uhr! Die Zeit tickt nur dort, wo Masse ist. Erklärt
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Kosmos Erklärt
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Die meisten von uns stellen sich die Zeit wie einen großen Fluss vor, der gleichmäßig durch das ganze Universum fließt und in dessen Strömung alles treibt. Irgendwo hinter den Kulissen scheint eine einzige große kosmische Uhr für alle zu ticken, egal ob für Planeten, Sterne, Atome oder Lichtstrahlen. Doch die Physik zeigt eine überraschende Wahrheit: Die Zeit ist kein Fluss, in dem alles schwimmt, sondern etwas, das nur in Teilchen mit Masse tickt. Für das masselose Licht vergeht auf seiner Reise durch den Kosmos kein einziger Augenblick.
In dieser Folge erkläre ich, warum die Zeit nur dort tickt, wo Masse ist. Wir starten beim Streit über die Zeit zwischen Isaac Newton, Aristoteles sowie Leibniz und Samuel Clarke und kommen über Einstein und Planck zu Louis de Broglie, der massereichen Teilchen eine innere Uhr zuschrieb. Danach zeige ich, wie Holger Müller in Berkeley diesen Rhythmus im Atominterferometer maß, was John Close dazu sagte und warum laut Eugene Wigner und Helmut Salecker jede Uhr Masse braucht. Wir prüfen mit Julian Heeck in Heidelberg und dem Satelliten COBE den Zerfall von Photonen. Über Wolfgang Pauli und die Tagung in Tübingen sowie Ray Davis in der Homestake-Mine in South Dakota führt der Weg zu Super-Kamiokande und SNO bei Sudbury, wofür Takaaki Kajita und Arthur McDonald 2015 den Nobelpreis bekamen. Weiter geht es mit KATRIN in Karlsruhe, der DESI-Kollaboration, Miguel Escudero und Vivian Poulin sowie LIGO und Virgo. Zuletzt betrachten wir die Hypothese von Roger Penrose, Daniel An, Krzysztof Meissner und Paweł Nurowski aus Warschau, die Kritik von Dylan Jow und Douglas Scott sowie die Ansätze von Julian Barbour und Carlo Rovelli.
📌 IN DIESER FOLGE:
– Der Mythos von der Zeit als großem kosmischem Fluss
– Newton, Aristoteles und Leibniz im Streit über die Zeit
– Einsteins Eigenzeit und die innere Teilchenuhr von de Broglie
– Warum die Frequenz eines Photons keine eigene Uhr ist
– Das Experiment von Holger Müller und die Salecker-Wigner-Grenze
– Julian Heeck und die Frage nach dem Zerfall des Photons
– Neutrino-Oszillationen von Homestake bis zum Nobelpreis 2015
– Die Neutrinomasse bei KATRIN in Karlsruhe und in der Kosmologie
– Das frühe Universum, Roger Penrose und die Natur der Zeit
⚠️ HINWEIS: Dieses Video dient der Bildung und Wissensvermittlung. Die Inhalte beruhen auf veröffentlichten Forschungsarbeiten. Experimentell bestätigt ist, dass masselose Teilchen eine Eigenzeit von null haben, sich Neutrinos im Flug verwandeln und ihre Masse laut KATRIN unter 0,45 Elektronenvolt liegt. Umstritten bleibt hingegen, ob die Compton-Frequenz in Holger Müllers Experiment wirklich als Uhr gilt, ob das leichteste Neutrino masselos ist und warum die Kosmologie die Neutrinomasse so stark einengt. Ebenso unbestätigt sind die zyklische Kosmologie von Roger Penrose und die Frage, ob die Zeit ein Behälter oder ein Maß der Veränderung ist. Für die Vertiefung empfehle ich die Originalquellen.
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#physik #zeit #universum