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Fall Weimer: Linke Kulturszene entlarvt sich selbst

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Fall Weimer: Linke Kulturszene entlarvt sich selbst

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#derschwarzekanal #kultur #deutschland Wolfram Weimers Vorgehen beim Buchhandlungspreis sorgt für Empörung. Jan Fleischhauer sieht darin vor allem eines: die Doppelmoral einer Branche, die Meinungsfreiheit predigt – aber nicht immer lebt. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht am Pranger - ausgebuht auf der Leipziger Buchmesse, kritisiert wegen seines Vorgehens beim Deutschen Buchhandlungspreis. Doch die eigentliche Geschichte, die FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer in seinem Podcast erzählt, zielt tiefer: auf die Doppelmoral eines Kulturbetriebs, der sich plötzlich als Hüter der Meinungsfreiheit inszeniert. Auslöser ist Weimers Entscheidung, drei linke Buchhandlungen von der Nominierungsliste zu streichen, gestützt auf Hinweise des Verfassungsschutzes. Kommuniziert wurde das allerdings anders, was die Empörung zusätzlich befeuert. Für Fleischhauer ist klar: "Es geht jetzt nicht um die Beschneidung der Meinungsfreiheit." Die Läden dürfen weiter verkaufen. Die Frage ist allein, ob sie auch staatlich gefördert werden sollen. Der Aufschrei der Branche wirkt für Fleischhauer deshalb selektiv. "Jetzt tun alle so: Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, Bücher für gefährlich zu halten" sagt er im "Schwarzen Kanal" und erinnert an frühere Fälle. Gerade jene, die heute Freiheit beschwören, hätten regelmäßig mobilisiert, wenn rechte Verlage auf Buchmessen auftreten wollten. Sein Vorwurf: eine asymmetrische Toleranz. Während linke Positionen geschützt werden, werde auf der anderen Seite ausgegrenzt. Bis hin zu dem Versuch, Veranstaltungen zu verhindern. Als Beispiel nennt Fleischhauer die Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen. Sie hatte sich gegen den Ausschluss des rechten Verlegers Götz Kubitschek ausgesprochen und wurde daraufhin selbst zur Persona non grata. Lesungen wurden boykottiert, Auftritte verhindert. Für Fleischhauer ist das der Kern des Problems: "Was nicht geht, ist dann umgekehrt, allen Schwierigkeiten zu machen, bis hin zum Versuch, ein Publikationsverbot durchzusetzen, wenn's in die andere Richtung geht." Am Ende ist es ein Grundsatzkonflikt um die Frage, wie weit Meinungsfreiheit reicht und ob sie für alle gilt. In Deutschland sei es erlaubt, auch radikale Positionen zu vertreten, solange keine Straftaten folgen, so der Kolumnist. Seine Hoffnung ist, dass der Fall Weimer eine Debatte auslöst. Er ist aber skeptisch, ob sich am Verhalten der Szene etwas ändert. Denn die, die heute protestieren, werden wohl auch künftig dieselben sein, die sonst ausschließen.