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Tag des offenen Denkmals 2026 in Isny im Allgäu

Isnywelt im Allgäu

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Tag des offenen Denkmals 2026 in Isny im Allgäu

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Tag des offenen Denkmals in Isny 2026 Auf den Spuren des Salzes in Isny. Mittelalter zum Anfassen: Isnys Stadtgeschichte entfaltete sich am detailreichen Bronzemodell. Die Salzstraße als Wohlstandstreiber setzte den entscheidenden Akzent. Unter dem bundesweiten Motto „NetzWERKE – Denkmale & Infrastruktur“ eröffnete der Tag des offenen Denkmals in Isny faszinierende Einblicke in die mittelalterliche Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt stand das detailreiche Stadtmodell unter den Rathausarkaden, das Isny unmittelbar vor dem verheerenden Stadtbrand von 1631 zeigt. „Wer verstehen möchte, warum Isny zu einer bedeutenden Reichsstadt werden konnte, muss einen Blick auf seine Lage und seine Geschichte werfen“, erklärte Heimatforscher Heinz Bucher bei seiner Führung am historischen Stadtmodell. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher, darunter auch viele interessierte Einheimische, folgten seiner Reise durch mehr als tausend Jahre Stadtgeschichte. Anhand des Bronzemodells zeichnete Bucher die Entwicklung von den ersten Siedlungen rund um das Kloster St. Georg bis zur Blütezeit der ehemaligen Reichsstadt nach. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Salzstraße. Die bedeutende Handelsverbindung führte von den Salzgewinnungsstätten bei Bad Reichenhall über München, Landsberg und Memmingen nach Isny und weiter bis nach Lindau und Bregenz. „Das Salz war im Mittelalter ein kostbares Gut und Grundlage für weitreichende Handelsbeziehungen“, erläuterte Bucher. Die Lage an dieser wichtigen Handelsroute brachte Wohlstand, Händler und neue wirtschaftliche Impulse in die Stadt. Besonders lebendig wurde die Geschichte an der heutigen Wassertorstraße, die einst ein Zentrum des Marktgeschehens war. Hier wurden Waren aus nah und fern gehandelt. Neben dem Salzhandel entwickelte sich insbesondere die Leinwandherstellung zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. Isnyer Leinen wurde bis in ferne Länder verkauft und trug maßgeblich zum Reichtum der Stadt bei. Von dieser wirtschaftlichen Blüte zeugen noch heute die stattlichen Patrizierhäuser innerhalb der Altstadt. Sie erinnern an wohlhabende Kaufmannsfamilien, die vom Handel profitierten und das Stadtbild nachhaltig prägten. Auch aktuelle Forschungsergebnisse der Isnyer Heimatforscher zur mittelalterlichen Stadtplanung stellte Bucher vor. Hinweise auf ein eigenes Isnyer Fußmaß sprechen dafür, dass die Stadt nach klaren geometrischen und planerischen Vorstellungen angelegt wurde. Dabei spielte offenbar auch die Ausrichtung nach der Sonne eine Rolle. „Das Stadtmodell ist weit mehr als eine Nachbildung alter Gebäude“, betonte Bucher. „Es erzählt die Geschichte Isnys von den ersten Siedlungen über den Aufstieg durch Handel und Handwerk bis hin zum Einschnitt des großen Stadtbrands von 1631.“ Die Idee für das Modell stammt von den Heimatforschern Roland Manz, Erhard Bolender und Heinz Bucher. Auf Grundlage ihrer langjährigen Forschungen schuf der Feuervergolder und Goldschmied Dirk Meier aus Maierhöfen das einzigartige Kunstwerk aus Bronze. Die nächste Station führte zum Espantor, einem Tor der ersten Ausbauphase der Stadt aus dem Jahr 1171. Roland Manz erläuterte den historischen und räumlichen Bezug des Bauwerks. Nach seinen Ausführungen war das Tor in ein gleichseitiges Dreieck eingebettet, das Bezüge zu den Himmelsrichtungen, zum Polarstern und zum keltischen Wasserheiligtum am Wassertor aufweist. Eine Besteigung des Turms eröffnete den Besuchern anschließend grandiose Ausblicke über Isny und machte die historische Stadtstruktur aus einer neuen Perspektive erlebbar. Wer in das frühe Leben in Isny eintauchen wollte, konnte an einem Rundgang durch das Wassertormuseum teilnehmen. Der authentisch erhaltene historische Torturm aus dem 13. Jahrhundert vermittelt auf seinen verschiedenen Etagen unterschiedliche Aspekte der Stadt- und Alltagsgeschichte. Erich Laib erläuterte unter anderem die frühere Nutzung des Turms als Gefängnis, die Entwicklung des Brandschutzes sowie die Bedeutung von Flachsanbau und Leinwandherstellung für die wirtschaftliche Entwicklung Isnys. Den Abschluss des Tages bildete die Veranstaltung „NetzWERK Familie“ in der Kulturwerkstatt im Schloss Isny. In den ehemaligen Wirtschaftsräumen des früheren Klosters lud Melanie Lanz zu einem Schnupperworkshop zur Ahnenforschung ein. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie wird aus einzelnen Personen, Namen und Lebensdaten ein anschauliches Netzwerk der eigenen Familiengeschichte? Damit schloss sich der thematische Kreis des Tages: Vom mittelalterlichen Handels- und Verkehrsnetz über die Entwicklung der Stadt und ihrer Infrastruktur bis hin zu den persönlichen Netzwerken der eigenen Familiengeschichte bot der Tag des offenen Denkmals vielfältige Möglichkeiten, Isny aus neuen und zugleich historischen Perspektiven zu entdecken. Film: 2026©Liane Menz Isny Musik: Soft Presentation | Vivaleum | VIVA production