Todesfalle Gotthard: Wie 1872 das tödlichste Bauprojekt der Alpen geschaffen wurde
Stahl & Stein
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Todesfalle Gotthard: Wie 1872 das tödlichste Bauprojekt der Alpen geschaffen wurde
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Der Bau des Gotthardtunnels (1872–1882) gilt als eine der kühnsten, aber auch tragischsten Ingenieursleistungen der europäischen Industriegeschichte. Um eine durchgehende Eisenbahnverbindung zwischen den Wirtschaftszentren Nordeuropas und dem Mittelmeerraum zu schaffen, trieben hunderte Arbeiter unter der Leitung des Genfer Ingenieurs Louis Favre einen 15 Kilometer langen Tunnel durch das massive Gestein des Gotthardmassivs – von Göschenen im Kanton Uri bis nach Airolo im Kanton Tessin.
Diese Dokumentation beleuchtet die extremen technischen, geologischen und humanitären Herausforderungen dieses monumentalen Unterfangens:
• Die Mechanik des Vortriebs: Der pionierhafte Einsatz von Druckluft-Schlagbohrmaschinen und dem damals neuartigen Dynamit im hartnäckigen Granitgestein.
• Physikalische Präzision: Wie die Vermessungstechnik des 19. Jahrhunderts trotz kilometerlanger Dunkelheit einen nahezu perfekten Durchschlag der Richtstollen aus Nord und Süd ermöglichte.
• Die Tragödie im Berg: Die unbarmherzigen Arbeitsbedingungen bei Temperaturen von über 30 °C, toxischen Sprenggasen, unzureichender Belüftung und hygienischen Katastrophen, die zur Ausbreitung der Hakenwurmkrankheit führten.
• Der menschliche Preis: Über 179 dokumentierte Todesfälle auf der Baustelle sowie hunderte Spätfolgen durch Silikose (Staublunge) unter den überwiegend italienischen Gastarbeitern.
Ein detaillierter, dokumentarischer Blick auf die monumentale Infrastruktur der Schweizer Alpen und das vergessene Schicksal der Männer, die das Fundament für das moderne europäische Schienennetz legten.