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ENGELSKIRCHEN-RÜNDEROTH [D] - evang. luth. Kirche - Geläutepräsentation

Glockenkunde Deutschland

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ENGELSKIRCHEN-RÜNDEROTH [D] - evang. luth. Kirche - Geläutepräsentation

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Glockenkunde Deutschland
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Ein campanologischer Leckerbissen ganz besonderer Art hängt im Turm der evangelischen Kirche zu Ründeroth, einem Stadtteil von Engelskirchen. Ganze fünf Glocken füllen seit 1979 den Turm der Kirche. Bis zum Jahr 1979 hingen im Turm der Kirche nur die drei historischen Glocken. Die beiden größten wurden vom Gießer von Overraide oder von Ouerraide gegossen. Man geht davon aus, dass man, nachdem die kleinere der beiden Glocken gegossen wurde, erneut den Gießer beauftragte, eine weitere Glocke zu gießen, da man mit dem ersten Ergebnis sehr zufrieden war. So goss er im Jahre 1494 die erste und im Jahre 1538 die zweite Glocke. Die kleinste Glocke des heutigen Geläutes wurde im Jahre 1708 angeschafft. Sie wurde von einem unbekannten Gießer gegossen und schlägt den Ton ges''. Seither läuteten diese drei Glocken über den Dächern Ründeroths. Ende der 1970er Jahre kam der Wunder der Gemeinde auf, das Geläute noch einmal zu erweitern. Diesmal wurde für den Glockenguss die Firma Rincker im hessischen Sinn beauftragt, welche die Glocken im darauffolgenden Jahr gegossen hat. Sie wurden auf die beiden alten Hauptglocken angepasst, sodass die Melodielinie des Idealquartetts gegeben ist. Die zwei neuen Glocken passten allerdings nicht in den alten Glockenstuhl, daher musste man einen zweiten Glockenstuhl, diesmal aus Stahl, über die Glocken setzen, damit für die Glocken ein geeigneter Platz geschaffen werden konnte. Seither hängen sie im Giebel des Turmes, unter der Spitze. Die kleine Glocke wird weiterhin als Taufglocke verwendet und gehört nicht mit zum Hauptgeläute. Eine weitere Besonderheit ist das sich noch in Betrieb befindliche Uhrwerk. Es wurde im Jahr 1887 von der Fa. Weule gebaut und sorgt noch heute dafür, dass der Uhrschlag auf der großen Glocke sekundengenau erklingt. Das eigentlich besondere ist aber, dass der an der Uhr angebaute Mechanismus dafür verantwortlich ist, dass das Tagesläuten sowie das Sonntagseinläuten eingeschaltet wird. Dabei werden zum Tagesläuten Glocke 3 und zum Sonntagseinläuten die Glocken 1, 2 und 3 verwendet. Wie im Video unschwer zu erkennen ist, leiden die großen Glocken unter falsch proportionierten Klöppeln. Gerade bei der größten Glocke sind die alten Anschlagsstellen schon ziemlich ausgeschlagen, da der Klöppel zu schwer für die Glocken ist. Insgesamt darf sich die Gemeinde Ründeroth aber sehr an ihrem Geläute erfreuen, welches es so in keinem zweiten Turm vorzufinden ist. Glockendaten: 1. Glocke Schlagton : f' -7 Gießer : Heinrich (I.) von Ouerraide Gussjahr : 1494 Gewicht : ca. 990 kg Durchmesser: 1.170 mm 2. Glocke Schlagton : as' +4 Gießer : Heinrich (II.) von Ouerraide Gussjahr : 1538 Gewicht : ca. 485 kg Durchmesser: 950 mm 3. Glocke Schlagton : b' +1 Gießer : Fa. Rincker, Sinn Gussjahr : 1979 Gewicht : ca. 460 kg Durchmesser: 900 mm 4. Glocke Schlagton : des'' +2,5 Gießer : Fa. Rincker, Sinn Gussjahr : 1979 Gewicht : ca. 270 kg Durchmesser: 760 mm 5. Glocke Schlagton : ges'' -5 Gießer : unbekannt Gussjahr : 1708 Gewicht : ca. 95 kg Durchmesser: 530 mm Motiv Hauptgeläute: "Idealquartett" Ich entschuldige mich für die schlechte Tonqualität, leider ist während dem Läuten mein Tonaufnahmegerät unbemerkt ausgefallen, daher müssen wir mit dem Kameraton leben. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Markus, für die Einladung und Mitnahme zu dieser Kirche, ebenso bedanke ich mich bei dem freundlichen Küster, Herrn Weber, für den netten Empfang und wünsche ihm einen angenehmen Ruhestand! Aufnahme vom 27. Juni, 2020 um 12:20 Uhr.