Chronische Erkrankung und häusliche Gewalt: heute ist sie auf einem Auge blind | SCARS #Podcast
SCARS - Der Deep Talk
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Chronische Erkrankung und häusliche Gewalt: heute ist sie auf einem Auge blind | SCARS #Podcast
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Wie viel Schmerz kann ein Mensch ertragen, bevor sich sein ganzes Leben verändert?
Manchmal hinterlassen die schwersten Erfahrungen keine sichtbaren Narben.
Sie bleiben tief in uns verborgen. In unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen und in den Momenten, in denen wir versuchen, nach außen stark zu sein, obwohl innerlich längst etwas zerbrochen ist.
Doch manchmal wird das, was ein Mensch seelisch durchlebt, auch zu einem Teil seiner körperlichen Geschichte.
Canan hat häusliche Gewalt erlebt. Sie hat unzählige Tränen vergossen. Heute ist sie auf ihrem rechten Auge blind.
In dieser Folge von SCARS – Der Deep Talk erzählt Canan von einer Zeit ihres Lebens, die von einer toxischen Beziehung, häuslicher Gewalt, emotionalem Schmerz und enormem psychischem Stress geprägt war.
Doch ihre Geschichte beginnt nicht erst mit dieser Beziehung.
Canan lebte bereits zuvor mit einer Autoimmunerkrankung. Bei ihr wurde das genetische Gewebemerkmal HLA-B27 positiv festgestellt. Außerdem leidet sie an einer Uveitis, einer entzündlichen Augenerkrankung, sowie an grauem und grünem Star.
Nach ihrer Schilderung verschlimmerten sich ihre bereits bestehenden Entzündungen während einer Phase extremer seelischer Belastung.
Es folgten schwere gesundheitliche Probleme, Behandlungen und eine Operation, bei der es nach ihren Angaben zu einer Komplikation kam.
Heute kann Canan auf ihrem rechten Auge nicht sehen.
Ein Schicksal, das weit über den Verlust des Augenlichts hinausgeht.
Denn Canan kämpft nicht nur mit den Folgen ihrer Augenerkrankung.
Sie berichtet auch von wiederkehrenden Schwellungen im Gesicht und am Körper, von entzündlichen Beschwerden und von körperlichen Veränderungen, die ihr Leben zunehmend beeinflusst haben.
Veränderungen, die nicht einfach verschwinden, wenn man morgens aufsteht.
Veränderungen, die man im Spiegel sieht.
Und die irgendwann auch verändern können, wie man sich selbst wahrnimmt.
Canan erzählt davon, wie sie sich immer mehr zurückzog. Wie schwer es wurde, sich anderen Menschen zu zeigen. Wie aus alltäglichen Situationen plötzlich große Herausforderungen wurden.
Was passiert, wenn du in den Spiegel schaust und das Gefühl hast, dich selbst nicht mehr wiederzuerkennen?
Wenn du dich nach deinem früheren Leben sehnst?
Wenn du einfach nur wieder unbeschwert vor die Tür gehen möchtest, ohne Angst vor den Blicken anderer Menschen?
Wir sprechen über Scham, Einsamkeit, Erschöpfung und den stillen Kampf mit dem eigenen Selbstbild.
Über die schwierige Beziehung zum eigenen Körper.
Über die Hoffnung, dass die Beschwerden irgendwann nachlassen.
Und über die Enttäuschung, wenn diese Hoffnung wieder und wieder auf die Probe gestellt wird.
Canan berichtet auch darüber, wie sehr Essen, Trinken, Bewegung und lange Arbeitstage ihren Alltag beeinflusst haben. Sie beschreibt ihre persönlichen Versuche, mit den körperlichen Beschwerden umzugehen und wenigstens ein Stück Normalität zurückzugewinnen.
Doch hinter all diesen Herausforderungen liegt noch eine andere Geschichte.
Die Geschichte einer Frau, die in einer Beziehung Gewalt erfahren hat.
Die geweint hat.
Die gelitten hat.
Und die heute mit gesundheitlichen Folgen lebt, während sie versucht, das Erlebte zu verarbeiten.
Wir sprechen darüber, was häusliche Gewalt mit einem Menschen machen kann. Wie seelischer Schmerz das Sicherheitsgefühl zerstört und wie schwierig es sein kann, nach solchen Erfahrungen wieder Vertrauen in sich selbst, in andere Menschen und in das Leben zu finden.
Auch Canans Glaube wurde auf eine Probe gestellt.
In einer ihrer bewegendsten Aussagen beschreibt sie, dass der Kampf irgendwann nicht mehr nur mit ihrer Erkrankung oder ihrem Schicksal stattfand, sondern auch zwischen ihr und Gott.
Was bleibt, wenn du das Gefühl hast, alles zu verlieren, was früher selbstverständlich war?
Deine Gesundheit.
Dein Selbstvertrauen.
Deine Unbeschwertheit.
Und vielleicht sogar ein Stück deiner Hoffnung.
In unserem YouTube-Format SCARS widmen wir uns gesellschaftlich relevanten und oft tabuisierten Themen. Wir geben Menschen eine Plattform, die mutig ihre Geschichten teilen, Aufklärung leisten und anderen Hoffnung schenken. Ob schwere Erkrankungen, persönliche Schicksalsschläge oder zwischenmenschliche Tragödien – wir möchten Betroffenen eine Stimme geben und Wege aus der Misere aufzeigen.
Hast du eine Geschichte, die andere inspirieren oder ermutigen könnte? Dann schreib uns eine Privatnachricht auf Instagram. Wir freuen uns auf deine Nachricht.
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Moderation:
Linda Hadiko
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Kamera, Schnitt, Animationen:
Martin Barman
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Unser heutiger Gast:
Canan
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