Gottesdienst im Kölner Dom am 30.08.2026
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DOMRADIO.DE hat am 22. Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Msgr. Markus Bosbach übertragen. Den Kantorendienst übernahm in dieser Heiligen Messe Joachim Geibel, an der Domorgel spielte Winfried Bönig. Im Gottesdienst erklangen deutsche liturgische Gesänge aus dem Gotteslob.
Domkapitular Msgr. Markus Bosbach hat in seiner Predigt vor der Zumutung des Kreuzes gewarnt.
Schon eine der ältesten bekannten Kreuzesdarstellungen aus der Frühzeit des Christentums zeige einen Gekreuzigten mit Eselskopf. Die Karikatur könne eine "abgründige Hilflosigkeit" angesichts der christlichen Botschaft vom Kreuz ausdrücken. Denn für viele sei schwer verständlich, dass ein am Kreuz gestorbener Mensch Gott sein und von seinem Tod das Heil der ganzen Welt abhängen solle.
Diese Fragen dürfe man nicht vorschnell zurückweisen, sagte Bosbach. "Misstrauen und Ablehnung begleiten das Wort Kreuz, wie sein eigener Schatten seit der Stunde, da Jesus dieses Wort zum ersten Mal ausgesprochen hat." Diese Ablehnung könne womöglich auch im eigenen Herzen wohnen.
Menschliche Vorstellungen über Gottes Willen
Das Evangelium zeige dies am Beispiel des Petrus. Als Jesus seinen bevorstehenden Tod ankündige, wolle Petrus dies nicht akzeptieren. Jesus weise ihn scharf zurück, weil er menschliche Vorstellungen über Gottes Willen stelle. Jesus sei nicht gekommen, um zu leiden, sondern um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden.
Er habe ganz von Gott her gelebt, sei für andere da gewesen und habe gerade darin zu sich selbst gefunden. Doch wer ihm folge, müsse bereit sein, das eigene Leben zu verändern und sich an Gott und der Liebe auszurichten. Weil Jesus als Sohn Gottes diesen Weg konsequent gegangen sei, sei er schließlich von den Menschen hinausgeworfen und als Verbrecher ans Kreuz gebracht worden. "Deswegen kommt es zum Kreuz dort, wo Liebe sich schutzlos aussetzt und hingibt im Klima der Sünde."
Auch für die Nachfolge bedeute das Kreuz daher, für Gottes Wahrheit und seine Liebe einzustehen. Dies könne bis zum Martyrium führen. Zugleich warnte Bosbach davor, anderen ihr Leid vorschnell als "Kreuz" aufzuerlegen. Kreuztragen bedeute nicht, sich mit dem eigenen Schicksal abzufinden, sondern gerade im Leid an Gottes Liebe festzuhalten.
Es sei ein Bekenntnis dazu, dass Gottes Liebe auch dort gelte, wo ein Leben äußerlich tragisch oder gescheitert erscheine. "Allein Gott macht unser Leben heil und ganz." Dieses Vertrauen könne Menschen helfen, auch angesichts von Verlust, Krankheit und Ohnmacht nicht zu verzweifeln. Zugleich sei das Kreuztragen ein Einüben in das Vertrauen, das am Ende des Lebens entscheidend werde: das eigene Leben ganz in Gottes Hand zu legen.
DOMRADIO.DE überträgt an Sonn- und Feiertagen den Gottesdienst aus dem Kölner Dom um 10 Uhr.