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Heiko Heinisch: „Die Muslimbrüder denken in Jahrhunderten – Politiker nur bis zur nächsten Wahl“

Cicero

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Heiko Heinisch: „Die Muslimbrüder denken in Jahrhunderten – Politiker nur bis zur nächsten Wahl“

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Im Interview stellt der Islamismusforscher Heiko Heinisch sein Buch „Politischer Islam – eine hybride Bedrohung Europas“ vor. Er beleuchtet die Strategien der Muslimbruderschaft, das Konzept des „Civilization Jihad“ und die Frage, weshalb westliche Gesellschaften die Gefahr des politischen Islam unterschätzen. Zum Weiterlesen: Heiko Heinisch: Politischer Islam – eine hybride Bedrohung Europas, Nomos 2026 https://www.nomos-shop.de/de/p/politi... Passend zum Podcast: Die Cicero-Titelgeschichte im November: https://www.cicero.de/innenpolitik/ci... #HeikoHeinisch #PolitischerIslam #Muslimbruderschaft #Cicero Inhalt Podcast: 04:28 "Und die Muslimbruderschaft hat eine Strategie ausgearbeitet, die genauso auf verschiedensten gesellschaftlichen und staatlichen Handlungsfeldern zur Anwendung kommt. Also im Bildungsbereich, innerhalb muslimischer Communities, gegenüber der Gesamtgesellschaft, gegenüber Staat und staatlichen Institutionen und in all diesen Handlungsfeldern agiert sie mit dem Ziel, langfristig eine Transformation der gesamten Gesellschaft zu erreichen. Also ihr Ziel, muss man sagen, ihr großes globales, utopisches Ziel ist eine Welt, die dem Islam unterworfen ist, also ein weltweites Kalifat." (Heiko Heinisch) 09:58 "Jetzt muss man nur dazu sagen, die Zeitrahmen um von der Muslimbruderschaft sind durchaus andere als vom staatlichen Akteur wie Russland. Also ein staatlicher Akteure wie Russlands denkt in Jahreszyklen, die Muslimbruderschaft denkt in vatikanischen Dimensionen. (…) also auch wenn wir das Ziel nicht erreichen, wir bereiten den Pfad vor für die Generationen, die nach uns folgen und auf diesem Weg quasi zum Ziel voranschreiten können." (Heiko Heinisch) 15:51 "Und diese Phase, diese Destabilisierung in einem Bildungssystem, ist jetzt aber für einen Akteur wie die Muslimbruderschaft ein gefundenes Fressen. (..) Das heißt, wenn Sie jetzt kommen und von der Schule Beträume fordern oder fordern, dass das Schulessen auf Halal umgestellt wird, dass im Ramadan keine Prüfung stattfindet, sind das zusätzliche Konflikte, die in Schulen hineingetragen werden, die wie gesagt eh schon am Rande ihrer Leistungsfähigkeit sind. Was wird in so einer Schule passieren? Man wird diesen Forderungen nachgeben, einfach weil man gar nicht die Kapazitäten hat, diesen Konflikt anzunehmen und darauf zu reagieren angemessen." (Heiko Heinisch) 21:06 "Also bei Frankreich würde ich z.B. Sagen, dass dort bereits die Handlungsfelder Gesellschaft und auch Staaten staatlichen Institutionen in Richtung Destabilisierung wandern. Also wenn in einem Bericht der französischen Regierung selbst davon die Rede ist, dass es mittlerweile Gebiete gibt, ganze Gebiete in Frankreich gibt, die dem staatlichen Zugriff entzogen werden, also die von islamistischen Akteuren dominiert werden. (…) Ähnliche Entwicklungen sehen wir in Großbritannien, sehen wir Schweden und sehen wir Belgien." (Heiko Heinisch) 36:35 "Aber sozusagen jede Kritik am Islam an sich, an einzelnen islamischen Organisationen und auch am Islamismus, also schon das Nennen, dass man es Islamismus nennt und es damit im Zusammenhang mit Islam stellt, in dem es natürlich steht, schon das wird quasi als anti-muslimischer Rassismus, als Rassismus insgesamt und damit als was extrem Rechtes geframt." (Heiko Heinisch) 44:33 "Also das Projekt, was die Muslimbruderschaft will, ist kein linkes Projekt, ja. Nur, sie haben offensichtlich mitbekommen, dass sie mit ihren Ansprüchen, mit ihren Forderungen in linken Parteien mehr Zuspruch bekommen und mehr Unterstützung erhalten als bei rechten Parteien. (…) Man tut das, weil man diese Stimmen haben will. Und passt sich dann eben in der Außenkommunikation den Anforderungen an und genau damit trägt man aber dieser Infiltration, diesen Infiltrationsversuch Rechnung und fördert den eigentlich, der von der Muslimbruderschaft angestrebt wird." (Heiko Heinisch) 53:32 "Genau darauf basiert dieses generationenübergreifende Phasenmodell der Muslimbruderschaft, dass man Gesellschaften allmählich Schritt für Schritt an diesen Islam heranführt. Den Islam, also Yusuf al-Karadawi, dieser Spiritus Rector der Muslimbruderschaft, der schrieb, es geht darum, westliche, nicht-islamische Gesellschaften an den Islam zu gewöhnen, sie an muslimische Präsenz zu gewöhn und sie an islamisches Leben zu gewöhnen, um sie nach und nach quasi insgesamt an den Islam heranführen zu können." (Heiko Heinisch) 1:01:05 "Was wir für die Zukunft, und zwar für eine nicht allzu ferne Zukunft sehen, ist nicht, dass unsere Gesellschaft islamisiert wird als ganze Gesellschaft, also dass hier das System fällt. Das ist der Plan, der strategische Plan der Muslimbruderschaft wäre das. (..) Nicht Bürgerkrieg wie im Libanon, zumindest in der Anfangsphase nicht, aber bürgerkriegsähnliche Zustände, die einfach immer wieder hochkochen können, die werden wir dort erleben." (Heiko Heinisch)