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Wie sich das Ruhrgebiet langsam in eine riesige Stadt verwandelt

StadtHorizont

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Wie sich das Ruhrgebiet langsam in eine riesige Stadt verwandelt Das hier ist das Ruhrgebiet. Auf der Karte sieht es nicht aus wie eine Stadt. Man sieht viele einzelne Namen: Dortmund, Essen, Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen, Oberhausen und Mülheim. Dazwischen verlaufen Autobahnen, Bahnlinien und Flüsse. Doch wieso entsteht hier nach und nach Deutschlands erste Megacity? In weniger als zwanzig Jahren könnte das Ruhrgebiet offiziell zu dem werden, was es faktisch bereits ist: Deutschlands erste echte Megacity. Die Zahlen sind eindeutig – fünfkommaein Millionen Menschen leben hier auf viertausenddreihundert Quadratkilometern, doch die administrativen Grenzen zwischen Essen, Dortmund, Duisburg und den anderen Städten verschwinden zunehmend im Alltag der Bewohner. Doch was ist das besondere am Ruhrgebiet? Während die meisten Metropolregionen in Deutschland ein klares Zentrum haben – wie Berlin, Hamburg oder München – besteht das Ruhrgebiet aus Dutzenden Städten, die langsam immer stärker miteinander verschmelzen. Das Ruhrgebiet war nicht immer urban. Noch im frühen neunzehnten Jahrhundert war die Region größtenteils ländlich geprägt, mit kleinen Städten, Dörfern und viel Landwirtschaft. Doch dann kam die Industrialisierung – und mit ihr Kohle und Stahl. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden Bergwerke, Stahlwerke und Fabriken entlang von Ruhr, Emscher und Lippe. Arbeiter zogen in Massen zu, neue Siedlungen wurden gebaut, ganze Städte wuchsen explosionsartig. Anders als in Berlin oder München entstand hier jedoch keine einzelne dominante Großstadt, sondern viele mittelgroße Städte direkt nebeneinander – jede mit eigener Verwaltung, eigenem Rathaus und eigener Identität. Das Ergebnis war ein urbaner Flickenteppich, der sich von Duisburg am Rhein bis Dortmund im Osten erstreckt – über mehr als 50 Kilometer fast durchgehend bebautes Gebiet. Heute leben im Ruhrgebiet über fünf Millionen Menschen – mehr als in Berlin. Doch anders als in klassischen Metropolen merkt man den Übergang zwischen Städten oft kaum. Fährt man von Essen nach Gelsenkirchen oder von Bochum nach Herne, wechseln nur die Ortsschilder. Die Bebauung bleibt. Wohngebiete gehen in Gewerbegebiete über, dann kommen Einkaufszentren, Bahntrassen, Parks auf ehemaligen Industrieflächen – und plötzlich ist man in der nächsten Stadt. Diese nahtlose Struktur macht das Ruhrgebiet zu einer Art dezentraler Megacity.