Weilburg - WGW zieht an den Marktplatz
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Nach vier Jahren: WGW zieht an den Marktplatz - Bericht Sabine Gorenflo DJV - Was zunächst nach einem überschaubaren Projekt aussah, hat deutlich länger gedauert als geplant: Rund vier Jahre nach dem Erwerb der Immobilie am Weilburger Marktplatz hat die Weilburger Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH (WGW) nun ihr neues Domizil bezogen. Am Donnerstag wurde der neue Standort am Marktplatz 8 offiziell eingeweiht und in Betrieb genommen. Damit endet ein langer Anlauf, an dessen Anfang die Idee stand, der wachsenden Wohnungsbaugesellschaft mitten in der Weilburger Altstadt eine zeitgemäße neue Heimat zu geben.
Die Geschichte des neuen WGW-Sitzes beginnt im Jahr 2022. Damals stellte der Aufsichtsrat der Gesellschaft die Weichen für den Umzug. Die Stadt Weilburg erwarb das Gebäude am Marktplatz 8 für 390.000 Euro. Rund 270 Quadratmeter Nutzfläche standen zur Verfügung. Nach Umbau und Renovierung sollte die Immobilie künftig als Verwaltungsgebäude der WGW dienen. Der Zeitplan war zunächst wesentlich kürzer angelegt: Schon im Laufe des Jahres 2023 sollte der Umzug erfolgen. Dazu kam es nicht. Der Grund für die Verzögerung liegt nach Angaben der heutigen Geschäftsführung auch in personellen Engpässen und dem Ausfall der damaligen Geschäftsführung. Nach dem Erwerb im Jahr 2022 wurde der geplante Ausbau zunächst nicht konsequent weiterverfolgt. Bis zum Amtsantritt der heutigen Geschäftsführung Ende 2024 konzentrierten sich die Arbeiten nach deren Angaben vor allem auf Abbrucharbeiten.
Mit dem Wechsel an der Spitze der WGW wurde das Projekt anschließend mit hoher Priorität vorangetrieben. Allerdings konnte auch dann nicht sofort mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden. Die Arbeiten an der Gebäudehülle starteten witterungsbedingt erst im Frühjahr 2025. Von diesem Zeitpunkt an nahm der Umbau deutlich an Fahrt auf. Dabei handelte es sich keineswegs um eine reine kosmetische Renovierung. Das Gesamtvolumen der Maßnahme beläuft sich nach derzeitiger Einschätzung auf rund eine Million Euro – einschließlich des Kaufpreises. Darin enthalten sind unter anderem die Entkernung des Gebäudes, die Aufstockung zur Bogengasse, die Erneuerung des Daches und umfangreiche Zimmermannsarbeiten am Dachstuhl. Auch neue Gauben wurden hergestellt und die oberen Etagen entsprechend ausgebaut.
Im Inneren wurde ebenfalls tiefgreifend eingegriffen. Heizleitungen und Heizkörper wurden erneuert, die gesamte Elektrik und Beleuchtung neu installiert sowie sämtliche Fußböden und Wände erneuert. Im Zuge des Trockenbaus wurden außerdem mehrere Wände abgebrochen und neu aufgebaut. Aus dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus entstand so Schritt für Schritt ein modernes Verwaltungsgebäude.
Der neue Standort sollte dabei mehr sein als lediglich eine größere Bürofläche. Die WGW war in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und hatte ihre Aufgaben und ihren Immobilienbestand deutlich erweitert. Am bisherigen Standort in der Kruppstraße waren die räumlichen Möglichkeiten zunehmend an ihre Grenzen gekommen. Bereits 2022 verwaltete die Gesellschaft knapp 200 eigene beziehungsweise treuhänderisch betreute Wohnungen sowie rund 260 Einheiten für Wohnungseigentümergemeinschaften.
Der Marktplatz bot deshalb die Chance, die Verwaltung nicht nur räumlich neu aufzustellen, sondern sie auch stärker ins Zentrum der Stadt zu rücken. Gleichzeitig ist der Standort Teil der historischen Weilburger Altstadt, deren Entwicklung die Stadt seit Jahren mit dem Erwerb und der Sanierung von Immobilien vorantreibt. Auch während sich der Umbau am Marktplatz hinzog, blieb die Entwicklung der WGW nicht stehen. Die Gesellschaft weitete ihre Aktivitäten aus und übernahm weitere Immobilien. Parallel liefen umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Wohnungsbestand. Die WGW investiert damit nicht nur in den eigenen neuen Verwaltungssitz, sondern auch in die Weiterentwicklung ihres Wohnungsbestandes.
Nun ist der lange Anlauf beendet. Mit der Einweihung am Donnerstag wurde der neue Sitz am Marktplatz 8 offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten sind dabei noch nicht bis auf den letzten Euro abschließend bezifferbar, weil für einzelne Gewerke noch Schlussrechnungen ausstehen. Nach der derzeitigen Einschätzung liegt das Gesamtvolumen der Maßnahme jedoch bei rund einer Million Euro – einschließlich des Kaufpreises.
Für die WGW bedeutet der neue Standort einen sichtbaren Schritt in die Zukunft. Für Weilburg ist das Projekt zugleich ein weiteres Beispiel dafür, wie eine Immobilie im Herzen der Altstadt nach Jahren des Wandels dauerhaft neu genutzt werden kann.